Deutschland | Kartoffeln | Marktprognose

Erwartungen an die Kartoffelsaison 2026

10.03.2026 (AMI) – Rekordvorräte, schwächelnde Nachfrage und Preise, welche die Kosten nicht decken. Bleibt das so? Wie wirkt die Rekordernte auf das nächste Wirtschaftsjahr und die verschiedenen Teilmärkte? Antworten liefert der Marktexperte Christoph Hambloch in einem Web-Seminar.

Der Markt für Speise- und Verarbeitungskartoffeln bleibt weiterhin perspektivlos. Dabei ist es nicht nur fehlende Nachfrage, die den Preis bei Kartoffeln als Rohstoff für Produkte tief in den Keller getrieben hat und bei Speisekartoffeln keinen Ausgleich für Lagerkostenaufschläge zulässt, sondern vor allem die schiere Masse der immer noch im Lager verbliebenen Mengen. Die Ernte 2025 war nach Anbauzuwachs und guten Erträge schlichtweg viel zu groß. Gut illustriert wird das Dilemma mit der Vorratserhebung der statistischen Landesämtern, welche Destatis zu einem Bundesergebnis zusammengefasst hat. Demnach warteten Ende 2024 mit 4 Mio. t bereits zu viele Kartoffeln auf eine Verwertung, wie der Marktverlauf bis zum Frühsommer 2025 gezeigt hat und Ende 2025 waren es dann noch einmal 1,23 Mio. t mehr! In so einem Umfang kann man nicht erwarten, dass die Nachfrage zulegt.

Während die amtliche Statistik zeigt, dass die Überschüsse wohl in nahezu allen Bundesländern liegen, machte eine Befragung der AMI von Experten in Landwirtschaftskammern und Bauernverbänden deutlich, dass sowohl Speisekartoffeln als auch Rohstoff für die Verarbeitung viel zu umfangreich im Lager sind, und somit alle Marktsegmente betroffen sind.

Für den Anbau 2026 werden jetzt und in den kommenden Wochen die Weichen gestellt. Was tut sich am Markt und welche Nachfrageentwicklungen zeichnen sich ab. Darüber sollte die Branche Klarheit habe, wenn der Anbau 2026 neu justiert wird. Entscheidungen in den beiden vergangenen Jahren hatten ganz offensichtlich die ein oder andere Entwicklung nicht berücksichtigt. Bei den Planungen für 2026 gibt es aber auch Umstände, die einem schlichten „wir Pflanzen 10 % weniger Kartoffeln“ entgegenstehen.

Am 27.03.2026 gibt Christoph Hambloch, AMI-Marktanalyst Pflanzenbau, in einem Web-Seminar Antworten auf die vielen Fragen. Es werden die Erkenntnisse aus der Markforschung dargelegt, die Situation der Verarbeitungsindustrie analysiert und ein Blick auf das kommende Frühkartoffelgeschäft geworfen.

Beitrag von Christoph Hambloch
Marktexperte Kartoffeln

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Schweine | Handel

Erneute Preisanhebung am Schlachtschweinemarkt

12.08.2026 (AMI) – In der aktuellen Woche wird das Angebot an Schlachtschweinen in den meisten Regionen aus Deutschland als knapp eingestuft. Gleichzeitig wird von einer lebhaften Nachfrage von den Schlachtunternehmen berichtet.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Raps und Canola im Aufwind – Soja unter Druck

12.08.2026 (AMI) – Während verbesserte Wetterbedingungen in den USA die Sojabohnenkurse belasten, erhalten Raps- und Canola-Notierungen Rückenwind von festen Pflanzenöl- und Energiemärkten. Eine robuste chinesische Nachfrage sowie Unsicherheiten am Energiemarkt sorgen weiterhin für Unterstützung im Ölsaatensektor.   Mehr

Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

AMI-Milchpreisvergleich 2025: Mehr Differenzierung, mehr Orientierung

11.08.2026 (AMI) – Die Anforderungen an die Milcherzeugung steigen – und mit ihnen die Unterschiede bei den Auszahlungspreisen. Der aktuelle AMI-Milchpreisvergleich 2025 zeigt: Milch aus höheren Haltungsformen und mit zusätzlichen Qualitätsanforderungen erzielt weiterhin spürbare Preisaufschläge.   Mehr

Deutschland | Frische Lebensmittel | Index

Verbraucher zahlten im Juli erneut weniger für frische Lebensmittel

07.08.2026 (AMI) – Die negative Teuerungsrate im Frischebereich hat auch im Juli weiter angehalten.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Wetter und Energiemärkte bestimmen Maishandel

06.08.2026 (AMI) – Fallende Rohölkurse infolge von Hoffnungen auf eine Entspannung im Irankonflikt belasteten zuletzt die Maiskurse. In der EU sorgten gleichzeitig die deutlich nach unten korrigierten Ernteprognosen nach dem heißen und trockenen Juli für Kursunterstützung.   Mehr

Welt | Milch & Milchprodukte | Index

GDT-Preisindex stabilisiert

06.08.2026 (AMI) – Anfang August entwickelten sich die Preise für Milcherzeugnisse beim GlobalDairyTrade-Tender in Neuseeland uneinheitlich. Der Index über alle Produkte tendierte in der Summe nahezu stabil. Die Handelsaktivitäten verliefen nochmals deutlich belebter als Ende Juli.   Mehr

Deutschland | Käse | Nachfrage

Käsemarkt von Ferien kaum beeinflusst

06.08.2026 (AMI) – Anfang August zeigte sich der Käsemarkt anhaltend belebt. Die Absätze bewegten sich auf fortgesetzt hohem Niveau und auch für langfristige Geschäfte war eine rege Nachfrage zu verzeichnen. In diesem Zuge schmolzen die Käsebestände langsam weiter. Die Preise tendierten überwiegend stabil.   Mehr

Deutschland | Schweine | Handel

Steigende Schlachtschweinepreise erwartet

05.08.2026 (AMI) – Die zum Verkauf stehenden Schlachtschweine werden in Deutschland gegenüber den Vorwochen deutlich zügiger abgenommen. Das liegt hauptsächlich an den rückläufigen Stückzahlen. Durch die warme Witterung fallen die Zunahmen geringer aus, entsprechend kommen weniger und leichte Tiere zur Schlachtung.   Mehr

Europa | Schweine | Erzeugerpreise

Schlachtschweinepreise in der EU deutlich gesunken

05.08.2026 (AMI) – Im Vergleich zu 2025 sind die Preise für Schlachtschweine im ersten Halbjahr 2026 sehr viel niedriger. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurden im europäischen Durchschnitt mit 1,58 EUR/kg und damit 19,1 % weniger erlöst.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Gute US-Wetterbedingungen bremsen Sojabohnenkurse

05.08.2026 (AMI) – Die internationalen Ölsaatenmärkte tendierten zuletzt schwächer. Verbesserte Wetterbedingungen in den USA setzten insbesondere Sojabohnen an der CBOT unter Druck, während auch Raps und Canola von der schwachen Entwicklung im Sojakomplex sowie nachgebenden Rohölkursen belastet wurden. Stützend wirkten dagegen die weiterhin robuste Exportnachfrage und solide Verarbeitungsmargen.   Mehr