Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Ölsaatenmärkte im Spannungsfeld von Politik und Angebot

18.03.2026 (AMI) – Geopolitische Spannungen, schwankende Energiepreise und eine sehr hohe globale Versorgung – insbesondere aus Brasilien – bestimmen aktuell die Entwicklung an den Ölsaatenmärkten. Während die Sojabohnenkurse unter politischem Druck stehen, sorgen steigende Rohölkurse für Stabilisierung. Raps zeigt sich insgesamt robuster.

Die Entwicklungen am Ölsaatenmarkt werden derzeit stark von geopolitischen Faktoren, den Energiepreisen und einem weiterhin hohen globalen Angebot geprägt. Zu Wochenbeginn gerieten die Sojabohnenpreise in Chicago zunächst deutlich unter Druck, nachdem sich eine Verschiebung eines Treffens zwischen den USA und China abzeichnete – ein Signal, das insbesondere die Exportaussichten der USA belastete. Im weiteren Wochenverlauf konnten sich die Preise jedoch zeitweise stabilisieren, unterstützt durch steigende Rohölpreise infolge des Nahostkonflikts.

Am 17.03.2026 schloss der Fronttermin Mai 2026 an der Börse in Chicago bei umgerechnet 369 EUR/t und damit 6 EUR/t unter dem Vorwochenwert. Auch der Folgetermin Juli 2026 gab nach und notierte mit 373 EUR/t rund 10 EUR/t niedriger. Begrenzend wirkten dabei die politischen Unsicherheiten, während die höheren Rohölpreise stabilisierend entgegenwirkten, insbesondere vor dem Hintergrund der Bedeutung von Sojaöl für den Energiesektor.

Fundamental bleibt die Inlandsnachfrage in den USA sehr robust. Die Verarbeitung von Sojabohnen erreichte zuletzt ein Rekordniveau, begleitet von deutlich gestiegenen Sojaölvorräten. Zudem stehen weitere politische Entscheidungen zur Förderung von Biokraftstoffen im Raum, die die Nachfrage nach Sojaöl zusätzlich ankurbeln könnten. Dennoch liegen die US-Exporte weiter unter dem Vorjahresniveau.

Auf der Angebotsseite prägt Brasilien das weltweite Marktgeschehen. Trotz witterungsbedingter Verzögerungen schreitet die Ernte voran, und mit knapp 178 Mio. t wird eine Rekordproduktion erwartet. Auch die Exporte dürften mit mehr als 114 Mio. t ein neues Allzeithoch erreichen und üben damit zusätzlichen Druck auf die Weltmarktpreise aus.

International zeigt sich ein gemischtes Bild: Die weltweiten Sojaölexporte gingen zuletzt deutlich zurück, vor allem aufgrund einer schwächeren Verarbeitung in Argentinien. Brasilien konnte seine Lieferungen hingegen ausweiten und damit Teile des Rückgangs kompensieren. In den USA nahmen die Sojaölexporte ebenfalls ab, während die Preise durch die erwartete zusätzliche Nachfrage aus der Biodieselproduktion gestützt bleiben.

In der Ukraine präsentierte sich der Sojabohnenmarkt stabil mit leicht steigenden Preisen, getragen von einer konstanten Nachfrage der heimischen Verarbeiter und soliden Exporten von Verarbeitungsprodukten in die EU. In Europa tendieren die Preise für Sojaschrot hingegen insgesamt leicht schwächer bis unverändert.

Raps in Paris unter Druck

Am Rapsmarkt zeigt sich weiterhin eine hohe Abhängigkeit von der Entwicklung der Energiepreise: Während zwischenzeitlich steigende Rohölpreise stützend wirkten, führten erneute Rückgänge zeitweise zu Belastungen bei den Notierungen. Zusätzlich drückt das wachsende Angebot – insbesondere aus der Ukraine – in Kombination mit einer verhaltenen Nachfrage auf das Preisniveau innerhalb der EU.

An der Pariser Börse schloss der Fronttermin Mai 2026 dennoch mit einem Wochenplus von 4 EUR/t bei 504 EUR/t. Für den Folgetermin August 2026 werden aktuell Aufschläge von 7 EUR/t verlangt, wodurch dieser nun bei 491 EUR/t notiert.

An der ICE Winnipeg legten die Canola-Notierungen in der vergangenen Woche zunächst spürbar zu, gaben jedoch zu Wochenbeginn wieder einen Teil ihrer Gewinne ab. Insgesamt schloss der Mai-Kontrakt mit umgerechnet 462 EUR/t dennoch rund 6 EUR/t höher als in der Vorwoche und damit im positiven Bereich.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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