Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojabohnenkurse bleiben volatil

25.03.2026 (AMI) – Ölpreisschwankungen und geopolitische Impulse treffen am Ölsaatenmarkt auf ein reichliches Angebot und technisch geprägten Handel.

Die Entwicklungen rund um den Konflikt am Persischen Golf und die daraus resultierenden Bewegungen an den Energiemärkten prägen weiterhin das Geschehen an den Ölsaatenmärkten. Gleichzeitig sorgen ein reichliches globales Angebot sowie kurzfristig orientierte Marktreaktionen für eine insgesamt volatile Preisentwicklung.

Zu Beginn der Woche sorgte eine politische Ankündigung aus den USA zunächst für starke Ausschläge der Sojabohnenkurse. Die Verschiebung möglicher Angriffe auf iranische Energieanlagen ließ die Rohölkurse einbrechen, da Marktteilnehmer dies als potenzielle Entspannung der Lage interpretierten. Obwohl der Rückgang der Ölpreise zunächst Druck auf die Sojabohnen-Futures ausübte, konnten sich diese im dann stabilisieren und zeitweise sogar leicht ins Plus drehen. Diese Erholung verdeutlicht, dass der Markt zwar sensibel auf geopolitische Impulse reagiert, letztlich jedoch auch fundamentale Nachfragefaktoren und technische Kaufimpulse eine Rolle spielen.

An der Börse in Chicago schloss der Mai-26-Kontrakt am 24.03.2026 bei umgerechnet 367 EUR/t, was auf Wochensicht einem Verlust von 2 EUR/t entspricht. Auch der Folgetermin Juli 26 schloss marginal schwächer bei umgerechnet 372 EUR/t und damit 1 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche. Trotz wieder steigender Ölpreise, die üblicherweise unterstützend wirken, gaben die Sojabohnen-Futures damit leicht nach. Diese gegenläufige Entwicklung deutet darauf hin, dass an diesem Handelstag technische Faktoren dominierten. Der Preisrückgang trotz festerer Ölpreise ist ein Beispiel für eine Marktphase, in der kurzfristige technische Strategien die fundamentale Logik zeitweise überlagern.

Auf der Angebotsseite erhöht Brasilien den Druck auf den Sojabohnenmarkt: Die Exporte stiegen in der Woche bis zum 21. März auf rund 4,3 Mio. t und lagen damit um 43,6 % über dem Vorwochenniveau. Für den gesamten März werden rund 16,3 Mio. t erwartet, leicht oberhalb des Vorjahresniveaus. Gleichzeitig haben brasilianische Landwirte bereits etwa 70 % der voraussichtlich rekordhohen Ernte eingebracht. Allerdings bremsen logistische Probleme – erhöhte Risiken auf zentralen Schifffahrtsrouten sowie neue chinesische Zertifikatsanforderungen – das Exporttempo trotz hoher Verfügbarkeit. China verlangt zusätzliche Pflanzengesundheitszertifikate, um Lieferungen strenger auf Rückstände, Schädlinge und Qualitätsparameter zu überprüfen. Hintergrund ist laut Branchenangaben eine Ausweitung der Importkontrollen im Zuge verschärfter Bio- und Lebensmittelsicherheitsstrategien, was den Dokumentations- und Inspektionsaufwand deutlich erhöht.

Rapskurse in Paris unter Druck

Die Rapskurse stehen weiterhin unter Druck. Der deutliche Rückgang bei Raps wurde vor allem durch den Einbruch der Rohölpreise ausgelöst. Die angespannte Lage im Nahen Osten sowie die Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr in der Straße von Hormus belasten das Marktumfeld weiterhin.

An der Pariser Börse schloss der Fronttermin Mai 26 bei 501 EUR/t, was auf Wochensicht einem Minus von 3 EUR/t entspricht. Der spätere Termin August 26 zeigte sich auf Vorwochenniveau und schloss am 24.03.2026 bei 491 EUR/t, damit unverändert zur Vorwoche.

Auch an der ICE in Winnipeg gaben die Canola-Kurse nach. Der Fronttermin Mai 26 schloss bei umgerechnet 455 EUR/t, ein Wochenverlust von rund 7 EUR/t. Der Folgetermin Juli 26 verbilligte sich um 4 EUR/t auf 463 EUR/t. Auch hier drückten die Rohölkurse auf die Notierungen.

Wie entwickeln sich die Ölsaaten-Märkte und was sind die relevanten Einflussfaktoren? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter Markt aktuell Ölsaaten & Bioenergie. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Europa | Kartoffeln | Markttrends

Der Kartoffelmarkt und seine Daten

10.07.2026 (AMI) – Mit der Web-Seminarreihe – AgrarDatenManager – bietet die AMI einmalige Einblicke in die Informationsvielfalt von Märkten – auch den für den Kartoffeln. Die Datenflut gilt es zu Priorisieren, um den besten Überblick für kurz- und langfristige Entscheidungen zu behalten.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja deutlich fester – Raps folgt

09.07.2026 (AMI) – Die Kurse für Sojabohnen und Raps haben spürbar zugelegt. Vor allem Sojabohnen in Chicago und Canola in Winnipeg verzeichneten deutliche Aufschläge. Ausschlaggebend waren zunehmende Wetterrisiken in den USA und Kanada. Auch die Rapskurse an der Börse in Paris stiegen, obwohl die laufende Ernte in Europa Spielraum nach oben begrenzt.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Wetterrisiken treiben Maiskurse

09.07.2026 (AMI) – Hitze im US-Corn Belt und Trockenstress in Europa treiben die Maismärkte weiter an. Robuste Exportzahlen, stabile Nachfrage und geopolitische Entwicklungen sorgten zusätzlich für Bewegung am Maismarkt.   Mehr

Deutschland | Schweine | Tierbestand

Schweinebestand leicht über Vorjahresniveau

09.07.2026 (AMI) – Nachdem der Schweinebestand in Deutschland über einen längeren Zeitraum hinweg eingebrochen war, entwickelte er sich nun das dritte Jahr in Folge mehr oder weniger stabil.   Mehr

Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Bio-Erzeugerpreise im Mai nochmals leicht rückläufig

09.07.2026 (AMI) – Im Mai 2026 sind die Erlöse der Bio-Milchbauern in Deutschland weiter leicht zurückgegangen und lagen erstmals im laufenden Jahr unter dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend waren anhaltend hohe Anlieferungsmengen.   Mehr

Deutschland | Käse | Nachfrage

Kontinuierlicher Warenausgang am Käsemarkt

09.07.2026 (AMI) – Der Schnittkäsemarkt präsentierte sich Anfang Juli weitgehend ausgeglichen. Das Sommergeschäft verlief weiterhin lebhaft, während die infolge der hohen Temperaturen sinkende Milchanlieferung das Angebot zunehmend begrenzte.   Mehr

Deutschland | Schweine | Handel

Schlachtschweinepreis gibt nach

08.07.2026 (AMI) – Das Angebot an Schlachtschweinen hat zuletzt etwas abgenommen, auch die Schlachtgewichte sanken deutlich. Aus einigen Regionen wird entsprechend von einem ausgeglichenen Markt berichtet.   Mehr

Europa | Kartoffeln | Niederlande

Kartoffelanbau in den Niederlanden deutlich reduziert

06.07.2026 (AMI) – Der niederländische Kartoffelanbau steht 2026 vor einer deutlichen Anpassung: Die Gesamtfläche sinkt auf den niedrigsten Stand seit 2012, vor allem infolge eines kräftigen Rückgangs bei Konsumkartoffeln.   Mehr

Deutschland | Milch & Milchprodukte | Tierbestand

Abwärtstrend der Kuhbestände unterbrochen

02.07.2026 (AMI) – Nach Jahren rückläufiger Entwicklungen sind die Rinder- und Kuhbestände in Deutschland erstmals wieder leicht gestiegen, so die Ergebnisse der aktuellen Viehbestandserhebung im Mai 2026. Gleichzeitig hat sich die Zahl der rinder- und kuhhaltenden Betriebe weiter verringert. Damit hat sich der Strukturwandel fortgesetzt.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Erntedruck belastet Weizenkurse

02.07.2026 (AMI) – Die Weizenkurse an der Euronext haben auf Wochensicht deutlich nachgegeben. Während hohe Ernteerwartungen in der EU und der Schwarzmeerregion die Kurse belasten, stützen niedrigere Anbauflächen in Nordamerika die Kurse in Chicago.   Mehr