Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojabohnen geben nach – Raps und Canola folgen Trend

15.04.2026 (AMI) – Schwache US-Exportdaten, zunehmende Konkurrenz aus Südamerika und fallende Rohölpreise setzen den Sojabohnenmärkten unter Druck. Gleichzeitig schreitet die Ernte auf der Südhalbkugel voran. Raps und Canola werden von der Entwicklung am Energiemarkt belastet.

Die Sojabohnenkurse zeigten in der vergangenen Woche ein uneinheitliches, insgesamt jedoch schwächeres Bild, nachdem sie zuvor noch von einer starken Nachfrage nach Sojaschrot, hohen Verarbeitungsmargen und einzelnen Exportmeldungen gestützt worden waren. An der Börse in Chicago schloss der Mai-2026-Termin am 14.04.2026 bei umgerechnet 360,76 EUR/t, was auf Wochensicht einem Minus von 7,45 EUR/t entspricht. Auch der Folgetermin Juli 2026 tendierte schwächer und ging bei 365,36 EUR/t aus dem Handel, ein Rückgang von rund 8,02 EUR/t gegenüber der Vorwoche.

Belastend wirken vor allem schwache US-Exportdaten, die deutlich hinter dem Vorjahresniveau und den Erwartungen zurückbleiben. Sowohl die Exportverpflichtungen als auch die tatsächlichen Verschiffungen zeigen eine schwache Dynamik. Auch technische Verkäufe sowie Gewinnmitnahmen nach vorherigen Kursanstiegen verstärkten den Abwärtsdruck. Zusätzlich sorgten schwächere Rohölpreise für eine negative Marktstimmung.

Fundamental bleibt die Lage gemischt: Während die Nachfrage nach Sojaschrot weiterhin robust ist und die Verarbeitung in den USA auf sehr hohem Niveau liegt, fehlt es insgesamt an klaren bullischen Impulsen. Gleichzeitig wächst der Druck durch die steigende Konkurrenz aus Südamerika. In Brasilien ist die Ernte bereits weit fortgeschritten und die Exporte liegen über dem Vorjahr, was das große Angebot unterstreicht.

Auch die Erwartungen einer Ausweitung der Anbauflächen in den USA wirken preisbelastend, da höhere Produktionsmengen antizipiert werden.

Insgesamt überwiegt derzeit eine vorsichtige bis leicht negative Marktstimmung, auch wenn einzelne fundamentale Faktoren weiterhin stützend wirken.

Sojabohnenernte in Südamerika schreitet voran

Der Blick der Märkte richtet sich derzeit vor allem auf Südamerika, insbesondere auf Argentinien. Dort hat die Sojaernte begonnen und die Bedingungen präsentieren sich insgesamt sehr günstig. Mehr als 86 % der Bestände werden als gut bis ausgezeichnet bewertet, während die Bodenfeuchtigkeit überwiegend optimale Voraussetzungen bietet. Entsprechend bleibt die Ernteprognose stabil bei rund 48,5 bis 49,0 Mio. t.

Auch perspektivisch zeichnet sich in Argentinien eine Ausweitung der Anbauflächen ab. Gleichzeitig könnten die durchschnittlichen Erträge je Hektar leicht zurückgehen. Aktuell sorgen Niederschläge zwar für Verzögerungen im Erntefortschritt, wirken sich jedoch positiv auf spätere Bestände aus.

In Brasilien ist die Sojaernte bereits weit fortgeschritten und zu etwa 87 % abgeschlossen. Vereinzelte Niederschläge dürften den Endspurt unterstützen, während anhaltende Trockenheit im Süden weiterhin ein Risikofaktor bleibt.

In den USA hat unterdessen die Aussaat begonnen und schreitet zügig voran. Sie liegt bereits deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre und unterstreicht die aktuell hohe Dynamik im globalen Sojamarkt.

Raps und Canola unter Druck

Die Rapskurse an der Euronext zeigten zuletzt eine volatile Entwicklung, standen insgesamt jedoch unter Druck und gaben nach. Am 14.04.2026 schloss der Mai-2026-Kontrakt bei 500,00 EUR/t und damit 6,00 EUR/t niedriger als eine Woche zuvor. Der Folgetermin August 2026 notierte zuletzt bei 492,25 EUR/t und damit gut 8,50 EUR/t unter dem Vorwochenniveau.

Ausschlaggebend war vor allem die zwischenzeitliche Entspannung am Rohölmarkt. Nachdem zuvor Blockadeandrohungen in der Straße von Hormus die Rohölpreise deutlich nach oben getrieben hatte, sorgten Signale für eine Fortsetzung der Verhandlungen wieder für sinkende Notierungen. Diese Entwicklung belastete die Kurse am Rapsmarkt spürbar.

Zusätzlich wirkte der stärkere Euro dämpfend auf die europäischen Preise. Auch fundamentale Faktoren verstärkten den Druck: In Frankreich wird für das laufende Jahr eine deutlich größere Rapsanbaufläche erwartet, was das Angebotsniveau erhöht.

Die Canola-Futures in Kanada standen zuletzt ebenfalls unter Druck, insbesondere infolge fallender Rohölpreise sowie schwacher Vorgaben aus dem Sojakomplex, dem Palmölmarkt und vom europäischen Raps. Zwischenzeitliche Erholungen hielten meist nur kurz an, da der dominierende Einfluss des Energiemarktes überwog. An der ICE in Winnipeg schloss der Mai-2026-Kontrakt bei umgerechnet 433,96 EUR/t, was auf Wochensicht einem Verlust von 13,48 EUR/t entspricht. Auch der Folgetermin Juli 2026 tendierte schwächer und schloss bei 441,66 EUR/t.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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