Europa | Verarbeitungsware | Belgien

Belgische Kartoffelvorräte auf Rekordniveau

17.04.2026 (AMI) – Die Kartoffelvorräte in Belgien haben zum 1. April ein historisches Hoch erreicht. Trotz eines hohen Abflusses über alternative Verwertungswege lasten große vertraglich gebundene und freie Bestände auf dem Markt. Bei schwacher Nachfrage und ausgesetzten Notierungen bleibt der Marktdruck hoch.

Die Kartoffelvorräte in Belgien erreichen ein historisches Hoch. Zum Stichtag 01.04.2026 lagerten rund 2,6 Mio. t Verarbeitungskartoffeln in den Lägern, die noch auf ihre Verwertung warteten. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 0,8 Mio. t.

Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Ernte 2025 auf 4,96 Mio. t geschätzt wurde und damit um 890.000 t höher ausfiel als die Ernte 2024. Bezieht man diesen Umstand in die Kalkulation mit ein, wurden seit der Ernte 2025 insgesamt mehr Kartoffeln aus den Lagern abgebaut als im Vorjahr. Dies bestätigt, dass es zu erheblichen Mengen an „Abfluss“ gekommen ist, insbesondere über alternative Verwertungswege wie Viehfutter, Biogasanlage oder Kompostierung.

Dominiert werden die Kartoffelbestände zu rund zwei Dritteln von der Sorte Fontane: Deren Lagerbestand ist um gut 0,5 Mio. t gestiegen und beläuft sich aktuell auf 1,75 Mio. t. Dagegen liegen die Bestände von Bintje mit rund 20.000 t und Innovator mit etwa 15.000 t deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil anderer Sorten ist um 300.000 t auf 770.000 t gestiegen.

Über alle Sorten hinweg belaufen sich die aktuellen Kartoffelvorräte in Belgien auf mehr als 1,9 Mio. t vertraglich gebundene Ware sowie rund 700.000 t frei verfügbare Bestände. Trotz eines guten Absatzes im Herbst sowie in den Monaten Februar und März sind die vertraglich gebundenen Lagerbestände so hoch wie nie zuvor. Auch die freien Lagerbestände markieren damit den höchsten Stand der vergangenen acht Saisons.

Der überwiegende Teil der Lagerbestände ist zwar vertraglich gebunden, dennoch haben viele Abnehmer Schwierigkeiten, diese Verträge fristgerecht abzunehmen. Häufig wird die Ware zu den vereinbarten Konditionen bezahlt, jedoch nicht abgeholt, wodurch die Verantwortung für die Räumung der Ware beim Erzeuger verbleibt. Die Branche prüft derzeit alle möglichen Verwertungswege, um eine großflächige Feldausbringung zu vermeiden. Dennoch ist davon auszugehen, dass nicht alle der rund 700.000 t freier Bestände zum 1. April noch einen Käufer finden werden.

Den Kartoffelmarkt in Gänze durchleuchtet die Markt Woche Kartoffeln oder Markt aktuell Kartoffeln.

Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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