Europa | Verarbeitungsware | Markttrends

Branchenkrise bei Kartoffelprodukten

05.05.2026 (AMI) – Bis 2019 kannten Kartoffelverarbeiter nur wachsende Märkte. Für einen Einbruch sorgte Corona, von dem man sich flott erholte. Nach einer Konsolidierungsphase keimte international Wettbewerb auf. Zu hohe Preise und ein wenig umsichtiger US-Präsident verunsicherten die Märkte zusätzlich.

Hohe Kartoffelpreise in den Vorjahren und die Suche der Kartoffelverarbeiter nach immer mehr Rohstoff hatten 2025 zum zweiten Mal in Folge dazu geführt, dass die Anbauflächen in Europa kräftig ausgeweitet wurden. Rekordernten waren die Folge. Die gab es nicht nur von Kartoffeln zur Herstellung von Pommes frites und Co., sondern auch für frische Speisekartoffeln.

Noch im Winter 2024/25 kippten die Erwartungen an den Kartoffelbedarf. Die Branche realisierte eine weltweite Nachfrageflaute und wachsenden Wettbewerbsdruck. Sehenden Auges rutschte die ganze Branche während die Ernte 2025 heranwuchs in eine so noch nicht gesehene Krise mit Preisverfall, Vertragsstornierungen und Überschüssen, die teils im Müll landeten und nicht einmal mehr im Tierfutter oder der Biogasanlage verwertet werden konnten.

Die Ursachenanalyse der Entwicklungen setzt an verschiedenen Stellen an: Ein neues und sehr hohes Preisniveau für den Rohstoff Kartoffel hatten die Produktpreise in die Höhe getrieben. Statt früher 0,70 EUR/kg kosteten Exporte irgendwann 1,30 EUR/kg. Dafür fehlte mancherorts wohl die Kaufkraft. Vor allem die EU-Exporte von Pommes frites schwanden. Am Weltmarkt etablierten sich aber auch neue Anbieter, die in China, Indien, Argentinien oder Ägypten zu finden sind. Über deren künftiges Potential wird viel diskutiert. Wir zeigen am Beispiel Chinas Chancen und Risiken. Für manchen ist auch das Qualitätsniveau ein Punkt, der Absatzrückgänge erklären könnte.

Die Situation wirft viele Detailfragen auf. Antworten darauf liefern die AMI Markt Charts Verarbeitungskartoffeln und deren Produkte - Fakten und Trends aus Europa 2025/26.

Die AMI-Marktexperten haben alle verfügbaren relevanten Daten in einer Chartsammlung zusammengestellt und bewertet. Analysiert wurden die Anbautrends in Deutschland und Europa. Ernteergebnisse und Rohstoffbedarf gegenübergestellt zeigen Risiken auf. Dem folgt ein intensiver Blick auf die Veränderungen bei den Konsumgewohnheiten im Inland und auf die große Bedeutung des Exports mit dem Erwachen von Wettbewerb in bisher wenig relevanten Staaten. Preisveränderungen in den vergangenen Jahren waren beachtlich. Nach und nach könnten sich Voraussetzungen für eine Markterholung wieder verbessern.

Beitrag von Christoph Hambloch
Marktexperte Kartoffeln

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Mais: Uneinheitliche Märkte unter anhaltendem Angebotsdruck

18.05.2026 (AMI) – Die Maismärkte zeigen sich weiterhin volatil und uneinheitlich. Stützende Impulse aus dem Energie und Weizenmarkt treffen auf einen insgesamt guten Vegetationsverlauf und zunehmenden Angebotsdruck.   Mehr

Europa | Rohmilch | Erzeugerpreise

EU-Mitgliedstaaten überwiegend unter Vorjahr

15.05.2026 (AMI) – Der seit Oktober 2025 vorherrschende Abwärtstrend setzte sich auch im neuen Jahr weiter fort.   Mehr

Europa | Rohmilch | Erzeugerpreise

Deutlicher Abwärtstrend der EU-Milcherzeugerpreise

15.05.2026 (AMI) – Nach einem hochpreisigem Jahr 2025 gerieten die Milcherzeugerpreise in der EU-27 ab dem Herbst zunehmend unter Druck. Zu Beginn des Jahres 2026 lagen die Auszahlungspreise in den meisten Mitgliedstaaten deutlich unter dem Vorjahresniveau.   Mehr

Deutschland | Käse | Nachfrage

Anhaltend rege Käsenachfrage

15.05.2026 (AMI) – Der deutsche Käsemarkt präsentierte sich auch Mitte Mai weiterhin ausbalanciert. Eine rege Nachfrage hielt die Bestände trotz umfangreicher Produktion auf niedrigem Niveau. Die Preise tendierten überwiegend stabil.   Mehr

Deutschland | Schweine | Handel

Schlachtschweinepreis stabilisiert

13.05.2026 (AMI) – Nach dem deutlichen Preisrückgang in der vergangenen Woche präsentiert sich der Markt für Schlachtschweine nun ausgeglichener. Aus mehreren Regionen wird zwar noch immer von größeren Überhängen berichtet, der Handel läuft aber wieder zügiger.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Ölsaaten: Soja mit leichtem Plus – Raps bleibt volatil

13.05.2026 (AMI) – Die Sojabohnenkurse in Chicago konnten sich nach zwischenzeitlichen Verlusten wieder befestigen, gestützt durch USDA-Daten, steigende Rohölkurse und politische Impulse. Während Soja zulegt, bleiben Raps in Paris sowie Canola in Winnipeg stark von Schwankungen am Energiemarkt und geopolitischen Entwicklungen geprägt.   Mehr

Deutschland | Frische Lebensmittel | Index

Negative Teuerungsrate hielt im Frischebereich an

11.05.2026 (AMI) – Beim Einkauf frischer Lebensmittel zeigten sich im April erneut deutliche Verschiebungen. Während einige Warengruppen spürbar entlasteten, blieben andere unter Preisdruck – teils aus ganz unterschiedlichen Gründen.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurse mit deutlichen Wochenverlusten

07.05.2026 (AMI) – Entspannungssignale im Nahen Osten sorgen für Kursdrück, sich bessernde Vegetationsbedingungen und schwache Exportimpulse belasten die Kurse zusätzlich.   Mehr

Welt | Milch & Milchprodukte | Außenhandel

Internationaler Handel auf Wachstumskurs

07.05.2026 (AMI) – Im Jahr 2025 wurden weltweit mehr Milchprodukte gehandelt als im Vorjahr. Vor allem bei Käse, Magermilchpulver und Butter nahmen die Mengen im Vorjahresvergleich spürbar zu.   Mehr

Deutschland | Butter | Nachfrage

Rückläufige Preistendenzen am Buttermarkt

07.05.2026 (AMI) – Formbutter wurde zu Monatsbeginn rege nachgefragt. Unter anderem gingen von den gesenkten Verbraucherpreisen Nachfrageimpulse aus.   Mehr