Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maiskurse in Chicago und Paris im Aufwärtstrend

30.04.2026 (AMI) – Wetterrisiken, geopolitische Spannungen und eine solide Exportnachfrage sorgen für steigende Maiskurse in den USA und Europa.

Die Maiskurse in Chicago befinden sich weiter im Aufwärtstrend. Der Mai-Kontrakt schloss am 29.04.2026 bei umgerechnet 156,89 EUR/t. Damit stieg er im Wochenverlauf um 3,37 EUR/t. Er wurde zuletzt jedoch nur noch nachrangig hinter dem Juli-Kontrakt gehandelt. Dieser stieg im selben Zeitraum um 5,40 EUR/t auf 160,68 EUR/t. Ausschlaggebend waren die stabile Exportnachfrage, wetterbedingte Unsicherheiten sowie steigende Rohölpreise.

Die Aussaat von Mais in den USA kommt gut voran und lag am Sonntag bei 25 % der Fläche und damit über dem Fünfjahresdurchschnitt von 19 %. Die Landwirte beschleunigten ihre Feldarbeiten, da in den nächsten zwei Wochen Regenfälle erwartet werden, die zu Verzögerungen führen könnten. Die Rohölpreise steigen infolge der stockenden Verhandlungen über eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus wieder deutlich. Da Mais ein wichtiger Rohstoff für die Biokraftstoffproduktion ist, stützt dies die Kurse zusätzlich. Auch die Düngemittelpreise sind stark von der Situation rund um die Straße von Hormus betroffen und steigen erneut. Dies fördert Erwartungen an eine geringere Anbaufläche, da Landwirte verstärkt auf weniger intensive Kulturen ausweichen könnten.

Die Exportnachfrage ist weiterhin solide und wirkt kursstützend. Die Verkäufe der alten Ernte lagen mit einem Umfang von 1,32 Mio. t am oberen Ende der Erwartungen. Auch die Verkäufe der neuen Ernte übertrafen mit 440.000 t die Markterwartungen.

Paris: Mais profitiert von geopolitischen Spannungen und Wettersorgen

In Paris stiegen die Maiskurse auf ein Einjahreshoch. Der Juni-Kontrakt erreichte am 29.04.2026 224,75 EUR/t. Nach nur geringer Kursbewegung in den vergangenen Wochen ergibt sich damit gegenüber der Vorwoche ein Anstieg von 18 EUR/t. Die weiterhin angespannte Lage im Iran-Konflikt treibt auch in Europa die Rohöl- und Düngemittelpreise und wirkt damit kursstützend für Mais. Zusätzlich sorgt die zunehmende Sorge vor Wetterphänomen El Niño für Aufwärtsdruck. El Niño kann zu extremeren Wetterlagen führen und weltweit Produktionsrückgänge verursachen. Für das auf Maisimporte angewiesene Europa wirkt dies besonders stützend auf die Notierungen.

Aus der Ukraine wird berichtet, dass bislang 437.400 ha Mais ausgesät wurden. Im Vorjahr waren zu diesem Zeitpunkt bereits 705.000 ha bestellt. Auch hier dürfte ein Flächenwechsel hin zu weniger intensiven Kulturen eine Rolle spielen.

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Beitrag von Calvin Fleischer
Junior Produktmanager Pflanzenbau

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