Mais: Uneinheitliche Märkte unter anhaltendem Angebotsdruck
Die Maiskurse in Chicago standen zuletzt erneut unter Druck und zeigten sich volatil. Der nur noch gering gehandelte Mai-Kontrakt gab zum 13.05.2026 leicht nach und schloss bei umgerechnet 156,72 EUR/t, was einem Minus von 0,11 EUR/t gegenüber der Vorwoche entspricht. Der deutlich stärker gehandelte Juli-Kontrakt rutschte ebenfalls leicht ab und beendete den Handel bei 161,00 EUR/t, womit er im Wochenvergleich um 0,71 EUR/t nachgab.
Die Maisaussaat in den USA kommt weiterhin zügig voran. Mit einem Fortschritt von 57 % der vorgesehenen Fläche liegt sie zwar 2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau, aber 5 Prozentpunkte über dem Fünfjahresdurchschnitt. Auch das Auflaufen des Maises entwickelt sich ähnlich: Mit 23 % der Gesamtfläche liegt es rund 3 Prozentpunkte hinter dem Vorjahr, zugleich jedoch 4 Prozentpunkte über dem Fünfjahresmittel. Der insgesamt gute Saisonfortschritt wirkt damit preisstützenden Impulsen entgegen und begrenzt die Aufwärtsbewegung der Maiskurse.
Kursstützende Impulse kamen erneut vom Rohölmarkt. Die weiterhin anhaltende Blockade der Straße von Hormus mit dem andauernden Iran-Konflikt dämpfen die Hoffnungen auf eine kurzfristige Entspannung der Lage. In der Folge zeigten sich die Rohölkurse fest, was auch auf die Getreidemärkte ausstrahlte. Mais als wichtiger Rohstoff für die Biokraftstoffproduktion ist eng an die Entwicklungen am Energiemarkt gekoppelt und erhielt dadurch Unterstützung.
Der Maismarkt erhielt zuletzt zusätzliche stützende Impulse vom Weizen. Deutlich steigende Weizenkurse infolge niedrigerer Ernteerwartungen in den USA sorgten für Mitzieheffekte, da beide Kulturen im Futtereinsatz austauschbar sind. Auslöser der Bewegung waren neue USDA-Schätzungen, die auf ein kleineres US-Angebot hindeuteten.
Das USDA meldete für die Woche bis zum 30. April US-Maisexportverkäufe von rund 1,36 Mio. t. Damit bewegten sich die Ausfuhren im Rahmen der Markterwartungen von 1,0 bis 1,8 Mio. t. Das USDA rechnet für die US-amerikanische Maisproduktion in der Saison 2026/27 mit einem deutlichen Rückgang. Maßgeblich hierfür sind sowohl eine Verringerung der Anbaufläche um 1,5 Mio. ha als auch ein niedrigerer durchschnittlicher Ertrag von 11,49 t/ha, nachdem im Vorjahr noch 11,71 t/ha erzielt wurden. In diesem Zusammenhang wurden auch die Exporterwartungen um 2 Mio. t nach unten korrigiert und auf 80 Mio. t gesetzt.
Paris: Schwächerer Maismarkt unter Angebotsdruck aus EU und Ukraine
An der Börse in Paris standen die Kurse weiter unter Druck. Der Juni-Kontrakt schloss am 12.05.2026 bei 215,50 EUR/t und gab damit 9,25 EUR/t gegenüber der Vorwoche nach. Das USDA schätzt die Maisproduktion in der EU für 2026/27 geringfügig höher ein als im Jahr zuvor. Im gleichen Maße steigt der Verbrauch, während die Importschätzung um 1 Mio. t auf 19,5 Mio. t angehoben wird.
Der ukrainische Getreideverband berichtet, dass im April 2026 insgesamt 2,73 Mio. t Mais exportiert wurden. Damit lagen die Ausfuhren sowohl deutlich über dem Niveau des März 2026 (2,5 Mio. t) als auch über dem Vorjahresmonat April 2025 (1,75 Mio. t). Die hohen Ausfuhren erhöhen das kurzfristige Angebot beim EUnahen Lieferanten und wirkten damit belastend auf die Maisnotierungen in Paris. Kumuliert belaufen sich die Maisexporte im laufenden Wirtschaftsjahr 2025/26 bis zum 11. Mai auf 17,6 Mio. t. Trotz der erhöhten Exporte im April liegt das Volumen damit weiterhin um 2,2 Mio. t unter dem Vorjahresniveau.
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