Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenmarkt zwischen Wetterrisiken und Exportdruck

21.05.2026 (AMI) – Die Weizenkurse in Paris können sich trotz Gewinnmitnahmen behaupten. Unterstützung kommt aus Chicago und von einem schwächeren Euro, während die Exportnachfrage verhalten bleibt.

Die Weizenkurse an der Pariser Börse können sich in der Berichtswoche trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer behaupten. Der September-Kontrakt schließt am 20.05.2026 bei 216,75 EUR/t und damit 1,25 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Nach dem kräftigen USDA-Impuls in der Vorwoche, als die erste Schätzung für 2026/27 eine deutlich kleinere US-Weizenernte sowie sinkende US-Endbestände signalisierte, gerieten die Notierungen zunächst unter Druck. Gewinnmitnahmen, enttäuschte Erwartungen an konkrete chinesische Käufe von US-Getreide sowie Niederschläge in Teilen Europas belasteten die Kurse zwischenzeitlich. Unterstützung kommt zuletzt jedoch wieder von der festeren Entwicklung in Chicago sowie von einem schwächeren Euro, der die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Ware verbessert.

Am Exportmarkt bleibt die Konkurrenz hoch. Käufer konzentrieren sich weiterhin stark auf Schwarzmeer-Weizen, während günstige argentinische Offerten zusätzlichen Druck erzeugen. Französischer, rumänischer und ukrainischer Weizen mit 11,5 % Protein wurden zuletzt bei etwa 264 bis 266 USD/t cfr Ägypten gehandelt, russische Ware lag mit 261 bis 263 USD/t cfr weiterhin leicht darunter. Damit hat sich die Wettbewerbsposition der EU zuletzt zwar verbessert, die Nachfrage bleibt insgesamt jedoch verhalten. Gleichzeitig entspannte sich die Logistiklage am Rhein nach den Niederschlägen der vergangenen Wochen wieder etwas.

In Chicago zeigt sich der Markt nach der starken Rally der Vorwoche deutlich volatiler. Der Juli-Kontrakt notiert am 20.05.2026 bei umgerechnet 209,20 EUR/t und damit 2,65 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche von 211,85 EUR/t. In US-Dollar gerechnet zeigt sich der Markt nach der kräftigen Rally der Vorwoche zuletzt ebenfalls schwächer. Die Hoffnungen auf zusätzliche chinesische Käufe von US-Agrarprodukten im Vorfeld des Gipfels zwischen den USA und China in Peking sowie die anhaltenden Sorgen um die trockengeschädigten Bestände in den US-Plains sorgten für kräftige Kursaufschläge. Die Ertragsschätzung der Wheat Quality Council Tour für Kansas blieb mit rund 26,1 dt/ha deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von etwa 30,6 dt/ha. Kansas ist der wichtigste Weizenstaat der USA.

Im weiteren Wochenverlauf setzen in Chicago jedoch Gewinnmitnahmen ein. Marktteilnehmer bemängeln fehlende Details zu den angekündigten chinesischen Käufen. Zusätzlich belastet der deutliche Rückgang der Rohölpreise den gesamten Agrarkomplex, nachdem neue Hoffnungen auf Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran aufgekommen waren. Trotz der jüngsten Rücksetzer bleibt die Wetterlage in den US-Plains ein wichtiger Unsicherheitsfaktor, da vielerorts weiterhin strukturelle Bodenfeuchteprobleme bestehen.

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Beitrag von Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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