Europa | Frühkartoffeln | Marktversorgung

Ausgeglichener Markt für Speisefrühkartoffeln

29.05.2026 (AMI) – Der Markt für Speisefrühkartoffeln hat sich in den Vorwochen oft sehr zur Zufriedenheit von Anbietern aus Israel und Ägypten entwickelt, wie eine Umfrage zeigt. In der Regel sind die Importe so am Markt abgeflossen, wie sie programmiert waren.

Wenn sich der Verkauf so fortsetzt wie bisher, könnten die Regalplätze für deutsche Ware nach und nach ab der zweiten Junihälfte frei werden. Abpackbetriebe und Erzeuger stimmen sich hierzu bereits ab und planen die Lieferfenster über entsprechende Abreifetermine. Ein Szenario wie im Jahr 2025, als Ende Juni bundesweit nahezu zeitgleich große Mengen auf den Markt drängten, zeichnet sich derzeit nicht ab.

Ergänzend zu den Lieferungen aus dem südöstlichen Mittelmeerraum treffen nun auch erste Frühkartoffeln aus Spanien ein. Diese werden seit dem 16. Mai verladen und gehen zunächst nahezu ausschließlich an einen Discounter. Die Qualitäten fallen sehr unterschiedlich aus, vielfach sind die Knollen eher klein. Die Ware stammt aus Beständen, die vor der Nässe gepflanzt wurden und anschließend unter den starken Niederschlägen litten. Später gesetzte Pflanzungen werden voraussichtlich erst ab der zweiten Junidekade exportfähig sein und ab etwa dem 15. Juni im Handel erscheinen – allerdings ebenfalls nur in begrenzten Mengen. Zusätzlich haben Programmreduzierungen einzelner Handelsketten sowie eine aktuelle Hitzewelle dämpfend gewirkt.

Auf dem spanischen Binnenmarkt wird derweil dringend auf die eigenen Frühkartoffeln gewartet, die ursprünglich deutlich früher eingeplant waren. Entsprechend hoch sind die Preise: Während zunächst 55,00 bis 62,00 EUR/dt genannt wurden, werden inzwischen bis zu 65,00 EUR/dt aufgerufen. Für den Export gelangen die Knollen unsortiert direkt vom Feld auf den Lkw, sodass in Deutschland erhebliche Sortierverluste anfallen. Die verbleibenden Partien kosten dann deutlich über 80,00 EUR/dt.

Hierzulande bleibt es bei einem leicht wachsenden Geschäft mit losschaliger Ware für die Wochenmärkte. Die hiesigen Bestände wachsen schneller. Wie folgen verschiedene Sätze und Regionen zeitlich aufeinander? Noch gibt es viele Lagerkartoffeln im LEH und Frühkartoffelimporte könnten länger reichen. Ist das Angebot zu groß?

Weitere Informationen und Details zum Markt für Speisefrühkartoffeln liefern die AMI Markt Charts Fakten und Trends zum Speisefrühkartoffelmarkt 2026.

Beitrag von Christoph Hambloch
Marktexperte Kartoffeln

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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