Weizenkurse setzen Talfahrt fort
An der Pariser Börse setzten die Weizenkurse ihren Abwärtstrend fort. Der Fronttermin September 2026 schloss am 02.06.2026 bei 204 EUR/t und lag damit um 10,25 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Gleichzeitig erreichte der Kontrakt den niedrigsten Stand seit dem 11.05.2026. Auch die Folgetermine der Ernte 2026 konnten das Niveau der Vorwoche nicht behaupten und gaben um bis zu 9,75 EUR/t nach.
Zunehmend rücken die Vegetations- und Ertragsbedingungen auf der Nordhalbkugel in den Fokus der Marktteilnehmer. In mehreren Regionen, darunter in den USA, haben die Erntearbeiten bereits begonnen. Nach einer längeren Trockenphase präsentieren sich die Bedingungen in vielen wichtigen Anbaugebieten derzeit überwiegend günstig. Vor dem Hintergrund einer ohnehin komfortablen globalen Versorgungslage verbessern sich damit die Ertragserwartungen, was zusätzlichen Kursdruck erzeugt. Auch in weiten Teilen Europas entspannte sich die Lage zuletzt deutlich: Verbreitete Niederschläge und milde Temperaturen ließen die Sorgen über mögliche Ertragseinbußen infolge der regionalen Hitzewelle Ende Mai nahezu vollständig in den Hintergrund treten. Besonders in Deutschland und Frankreich war die Verunsicherung zuvor ausgeprägt.
Auf der Nachfrageseite bleibt die Exportaktivität für EU-Weizen insgesamt verhalten. Abgesehen von einem Kauf Jordaniens über 60.000 t EU-Weichweizen wurden bislang keine nennenswerten Abschlüsse gemeldet. Viele Käufer zeigen sich weiterhin zurückhaltend und setzen auf ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, das die Rohstoffpreise insgesamt belasten könnte. Neue Ausschreibungen aus dem Nahen Osten und Nordafrika wurden in der laufenden Handelswoche bislang nicht veröffentlicht. Allerdings rechnen Marktteilnehmer damit, dass der Großimporteur Algerien in absehbarer Zeit eine Ausschreibung für Weichweizen zur Lieferung im August bekanntgeben wird.
US-Weizen unter Druck – Erntebeginn belastet Kurse
Auch an der Börse in Chicago setzten die Weizenkurse ihren Abwärtstrend fort. Der Juli-26-Kontrakt schloss am 02.06.2026 bei umgerechnet 190,18 EUR/t und verzeichnete damit ein Wochenminus von 10,51 EUR/t. Der September-26-Kontrakt blieb mit 194,36 EUR/t ebenfalls 10,36 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Die späteren Termine der Ernte 2026 gaben um bis zu 10,76 EUR/t nach.
Zusätzlichen Kursdruck erzeugte der Beginn der Winterweizenernte in den USA. Zum 31.05.2026 waren landesweit rund 5 % der Flächen abgeerntet, gegenüber 3 % zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Gleichzeitig spiegeln die Zustandsbewertungen die anhaltenden Auswirkungen der Dürre wider: Derzeit werden lediglich rund 26 % der Bestände als gut bis ausgezeichnet eingestuft, während es Ende Mai 2025 noch 52 % waren.
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