Deutschland | Rinder | Export

Zunehmende Konkurrenz belastet Schweinefleischexporte

18.06.2026 (AMI) – Deutschland ist und bleibt auf einen funktionierenden Handel mit Schweinefleisch angewiesen. Bereits der Selbstversorgungsgrad von 139 % im Jahr 2025 zeigt, dass jährlich größere Mengen an Schweinefleisch ausgeführt werden müssen.

Im Bereich einzelner Produkte und Teilstücke verschärft sich diese Situation zusätzlich, da sich in Deutschland nicht für alle Erzeugnisse ein Abnehmer finden lassen. Entsprechend wurden in den vergangenen Jahren zumeist zwischen 2,0 und 2,2 Mio. t Schweinefleisch exportiert. Der mit Abstand größte Teil dieser Mengen findet sein Ziel dabei in der EU. Gerade dieser Markt ist derzeit umkämpft wie selten zuvor.

Während die Zahl der europaweit geschlachteten Schweine im bisherigen Jahresverlauf auf einem ähnlichen Niveau lag wie 2025, entwickelten sich die Exporte rückläufig. Im 1. Quartal wurden insgesamt 1,04 Mio. t Schweinefleisch aus der EU ausgeführt, 5,1 % weniger als noch im Vorjahr. Für Spanien, dem mit Abstand größten Exporteur, sanken die Lieferungen in diesem Zeitraum sogar um 15,7 %. Die Exportrestriktionen machen sich deutlich bemerkbar. Die zusätzliche Ware verbleibt innerhalb der EU und muss dort gegebenenfalls auch zu deutlich günstigeren Konditionen vermarktet werden. Insbesondere mit dem von der EU-Kommission prognostizierten Rückgang des Pro-Kopf-Verzehrs um knapp 1 % im Jahr 2026 stellt diese eine große Herausforderung dar.

Die veränderten Rahmenbedingungen im EU-Exportgeschäft wirken sich auch auf die deutsche Exportentwicklung aus. So wurde im 1. Quartal 2026 tatsächlich sogar etwas mehr Schweinefleisch aus der Bundesrepublik ausgeführt. Der Handel mit Partnern innerhalb der EU nahm allerdings um rund 4 % ab, was nicht zuletzt auf die höheren Liefermengen aus Spanien zurückzuführen ist. Gleichzeitig sank in diesem Bereich die Wertschöpfung innerhalb der EU deutlich. In der Kategorie „Schweinefleisch insgesamt“ lagen die Erlöse pro Tonne im 1. Quartal rund 8 % unter dem Vorjahr. Die Erlöse im Drittlandshandel blieben dagegen annähernd stabil. Auch in den kommenden Monaten ist mit einer starken Konkurrenz im Handel zu rechnen. Sollten sich weltweit keine zusätzlichen Absatzmöglichkeiten eröffnen, dürfte die Situation für Deutschland angespannt bleiben.

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Beitrag von Dr. Tim Koch
Marktexperte Fleisch- und Geflügelwirtschaft

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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