Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Milchpreise erneut im Plus

02.07.2026 (AMI) – Die Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Milch setzten im Mai ihren Aufwärtstrend fort. Gestützt wurden sie von den überwiegend festen Preistendenzen bei den Verarbeitungsprodukten im Frühjahr. Zu Beginn des Sommers hat der Aufschwung am Milchmarkt jedoch an Dynamik verloren.

Die Molkereien in Deutschland haben ihre Auszahlungsleistung im Mai den zweiten Monat in Folge angehoben. Nach ersten Berechnungen der AMI zahlten sie im bundesweiten Mittel 39,0 ct/kg für Milch aus konventioneller Fütterung sowie mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Das waren 0,7 ct/kg mehr als im April dieses Jahres.

Der Rückstand gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich nur geringfügig verringert und belief sich im Mai auf 14,2 ct/kg. Im Vorjahr waren die Milchpreise allerdings aufgrund des knappen Rohstoffangebotes infolge der Spätfolgen der Blauzungenkrankheit überdurchschnittlich hoch ausgefallen. Aber nicht nur das hohe Vorjahresniveau wurde verfehlt, die Milcherzeugerpreise lagen außerdem deutlich unter ihrem Fünf-Jahresmittel.

Liquidität gesunken

Für die Milchkuhhalter bedeutet dies gleichzeitig, dass die Liquidität auf den Betrieben gesunken ist. Nach einer Modellrechnung der AMI lag die Marge aus Erlösen und variablen Kosten im Mai knapp unter 10 ct/kg, woraus allerdings noch die fixen Kosten zu bedienen sind. Vor Jahresfrist waren es noch rund 23 ct/kg.

Von den deutlich reduzierten Erzeugerpreisen waren bislang allerdings noch kaum produktionsdämpfende Effekte ausgegangen. Die Milcherzeugung in Deutschland lag in den ersten vier Monaten von 2026 nach den amtlichen Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) um 6,5 % deutlich über dem Vorjahresniveau. Diese Tendenz hat sich nach Berechnungen der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB), abgesehen von leichten wöchentlichen Schwankungen, bis Mitte Juni fortgesetzt. Mit der Hitzewelle Ende Juni in Deutschland ist jedoch ein verstärkter saisonaler Rückgang zu erwarten.

Wie stellten sich die Auszahlungsleistungen für konventionell erzeugte Milch in den einzelnen Regionen dar? Und welche Entwicklung wird in den kommenden Monaten erwartet? Antworten auf diese Fragen finden Sie in einer Analyse in unserem Online-Dienst Markt aktuell Milchwirtschaft. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern Sie sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Interessieren Sie sich für dieses Markt Chart? Entdecken Sie dieses und viele weitere informative AMI-Markt Charts als JPG-Datei inklusive Begleittext in unserem Online-Shop.

Beitrag von Dr. Kerstin Keunecke
Marktexpertin Milch und Milchprodukte

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Vieh & Fleisch | Erzeugerpreise

Steigende Erlöse bei Geflügel und Rind, Schweine unter Druck

17.07.2026 (AMI) – Die Erzeugerpreise für Schlacht- und Nutzvieh in Deutschland entwickelten sich im ersten Halbjahr 2026 sehr unterschiedlich. Vor allem Rinderhalter profitierten von deutlich höheren Preisen, da das Angebot knapp blieb.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Schwarzmeerkonflikt treibt Weizenkurse

16.07.2026 (AMI) – Die Weizennotierungen in Paris und Chicago haben im Wochenverlauf deutlich zugelegt. Auslöser waren vor allem die verschärften Spannungen im Schwarzmeerraum, die Sorgen um russische und ukrainische Exportströme sowie zunehmende Ertragsrisiken in Teilen Europas.   Mehr

Welt | Milch & Milchprodukte | Export

USA exportieren spürbar mehr Milchprodukte

16.07.2026 (AMI) – In den ersten fünf Monaten von 2026 haben die USA ihre Ausfuhren von Milchprodukten nahezu produktübergreifend deutlich ausgeweitet. Besonders kräftig legten die Exporte von Käse, Butter und Molkenpulver zu, während Magermilchpulver nahezu auf Vorjahresniveau verharrte.   Mehr

Deutschland | Milchdauerwaren | Börsennotierungen

Lage bei Molkenpulver ruhig

16.07.2026 (AMI) – Die Pulvermärkte standen Mitte Juli im Zeichen von Ferienzeit und Hitzewellen. Urlaubsbedingt fanden zumeist nur wenig Aktivitäten statt. Molkenpulver wurde zumeist zu unveränderten Konditionen gehandelt.   Mehr

Deutschland | Schweine | Handel

Schlachtschweinemarkt stabilisiert sich

15.07.2026 (AMI) – Der deutsche Schlachtschweinemarkt präsentiert sich aktuell ausgeglichener, aus vielen Regionen wird von einem deutlichen Rückgang der Überhänge berichtet. Ein zügiger Absatz der Tiere wird insbesondere aus dem Süden Deutschlands gemeldet, wo die Mengen teilweise sogar knapp sind.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja und Raps profitieren von Wetter- und Energiemarkt

15.07.2026 (AMI) – Die Kurse an den internationalen Ölsaatenmärkten tendieren weiterhin fester. Sojabohnen profitieren von wetterbedingten Unsicherheiten in den USA sowie einer anhaltend starken Nachfrage aus China. Am Rapsmarkt sorgen steigende Rohölkurse, geopolitische Spannungen und zunehmende Wetterrisiken in Kanada zusätzlich für Unterstützung.   Mehr

Europa | Kartoffeln | Markttrends

Der Kartoffelmarkt und seine Daten

10.07.2026 (AMI) – Mit der Web-Seminarreihe – AgrarDatenManager – bietet die AMI einmalige Einblicke in die Informationsvielfalt von Märkten – auch den für den Kartoffeln. Die Datenflut gilt es zu Priorisieren, um den besten Überblick für kurz- und langfristige Entscheidungen zu behalten.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja deutlich fester – Raps folgt

09.07.2026 (AMI) – Die Kurse für Sojabohnen und Raps haben spürbar zugelegt. Vor allem Sojabohnen in Chicago und Canola in Winnipeg verzeichneten deutliche Aufschläge. Ausschlaggebend waren zunehmende Wetterrisiken in den USA und Kanada. Auch die Rapskurse an der Börse in Paris stiegen, obwohl die laufende Ernte in Europa Spielraum nach oben begrenzt.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Wetterrisiken treiben Maiskurse

09.07.2026 (AMI) – Hitze im US-Corn Belt und Trockenstress in Europa treiben die Maismärkte weiter an. Robuste Exportzahlen, stabile Nachfrage und geopolitische Entwicklungen sorgten zusätzlich für Bewegung am Maismarkt.   Mehr

Deutschland | Schweine | Tierbestand

Schweinebestand leicht über Vorjahresniveau

09.07.2026 (AMI) – Nachdem der Schweinebestand in Deutschland über einen längeren Zeitraum hinweg eingebrochen war, entwickelte er sich nun das dritte Jahr in Folge mehr oder weniger stabil.   Mehr