Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Wetterrisiken treiben Maiskurse

09.07.2026 (AMI) – Hitze im US-Corn Belt und Trockenstress in Europa treiben die Maismärkte weiter an. Robuste Exportzahlen, stabile Nachfrage und geopolitische Entwicklungen sorgten zusätzlich für Bewegung am Maismarkt.

Die Maiskurse in Chicago sind im Wochenvergleich angestiegen. Der Juli-Kontrakt liegt zum 08.07.2026 bei umgerechnet 150,09 EUR/t, was einem Anstieg von 4,52 EUR/t im Vergleich zur vergangenen Woche entspricht. Der deutlich mehr gehandelte September-Kontrakt liegt mit 150,17 EUR/t auf einem vergleichbaren Niveau und verbuchte ein Plus von 3,95 EUR/t im selben Zeitraum. Den größten Einfluss hatten diese Woche die Erwartungen an das Wetter.

Getrieben wurden die Kurse vor allem durch Hitzeprognosen für den Mittleren Westen der USA. Gerade in der nahenden Bestäubungsphase des Mais kann das für entscheidenden Stress in den Pflanzen sorgen. In einzelnen Staaten des Corn Belts kam es zudem durch starke Regenfälle zu Überschwemmungen auf den Feldern. Der Zustand der Maisflächen bleibt trotzdem unverändert zur Vorwoche, mit 67 % in einem guten bis sehr guten Zustand und nur 8 % in einem schlecht bis sehr schlechten Zustand.

Zusätzliche Unterstützung erhielten die Märkte durch erneut anziehende Rohölkurse. Hintergrund waren Berichte über Zwischenfälle in der Straße von Hormus sowie die Bestätigung der US-Regierung, dass das geplante Interimsabkommen mit dem Iran gescheitert ist. Durch die Bedeutung von Mais für die Bioethanolproduktion ist der Maismarkt eng an die Entwicklungen am Energiemarkt gekoppelt. Die Bioethanolbestände fielen zudem auf 23,9 Mio. Barrel, dem niedrigsten Stand seit Januar. Dies signalisiert eine weiterhin rege Nachfrage nach Bioethanol und wirkt damit unterstützend auf den Maismarkt.

Die vom USDA gemeldeten Maisexportinspektionen von gut 1,6 Mio. t lagen über den Erwartungen der Experten. Trotz eines erstarkten US-Dollars ist das Exportgeschäft rege. Auch Berichte über neues chinesisches Interesse an US-Mais wirkten stützend auf den Markt.

Südamerika: Erntearbeiten mit regional unterschiedlichen Entwicklungen

In Brasilien verläuft die Ernte der zweiten Maisernte derzeit etwas langsamer als im Vorjahr. Laut der Beratungsgesellschaft Patria Agronegocios waren Anfang Juli 26,5 % der Flächen geerntet, verglichen mit 28,4 % zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr.

In Argentinien erreichte die Maisernte zur Körnernutzung in der vergangenen Woche landesweit 43,6 % der vorgesehenen Fläche und lag damit um 3 Prozentpunkte über dem Vorwochenwert. Die Erntearbeiten schreiten insgesamt zügig voran. Der durchschnittliche Ertrag beläuft sich aktuell auf 82,1 dt/ha und bewegt sich weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Im Westen der Provinz Buenos Aires hat inzwischen auch die Ernte der spät ausgesäten Maisbestände begonnen. Die Arbeiten kommen dort jedoch regional unterschiedlich voran, da die weiterhin hohe Bodenfeuchte die Befahrbarkeit der Flächen einschränkt und die Ernte stellenweise verzögert.

Paris: Wetterrisiken geben November-Kontrakt Auftrieb

Die Maiskurse an der Euronext in Paris entwickelten sich zuletzt uneinheitlich. Der August-Kontrakt schloss am 08.07.2026 bei 232,50 EUR/t und verlor damit gegenüber der Vorwoche 2,25 EUR/t. Der deutlich stärker gehandelte November-Kontrakt legte hingegen um 6 EUR/t auf 232,25 EUR/t zu. Unterstützt wurde insbesondere der neue Erntetermin durch zunehmende Wetterrisiken in Europa: Hohe Temperaturen und eine Rekordhitzewelle schürten Sorgen um die Maisernten. Besonders in Frankreich verschlechterte sich der Zustand der Maisbestände deutlich und erreichte laut offiziellen Daten den niedrigsten Stand seit 13 Jahren. Die Wetterprobleme in Europa verliehen den internationalen Maispreisen zusätzlichen Auftrieb.

Kernaussage

Die internationalen Maismärkte zeigten sich zuletzt fester. Ausschlaggebend waren vor allem Wetterrisiken in den USA und Europa. Im US-Corn Belt sorgten Hitzeprognosen während der Bestäubungsphase sowie regionale Überschwemmungen für steigende Kurse in Chicago. Auch in Europa belastete die Hitzewelle die Ernteaussichten, insbesondere in Frankreich. Unterstützung erhielten die Märkte zudem durch stabile Exportnachfrage und höhere Rohölpreise.

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Beitrag von Calvin Fleischer
Junior Produktmanager Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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