Deutschland | Frische Lebensmittel | Verbraucherpreise

Veggie-Alternativen sind in der Regel teurer

30.07.2026 (AMI) – Pflanzliche Alternativen sind längst im Handel angekommen. Doch beim Preis zeigt sich weiterhin ein deutlicher Unterschied zu klassischen tierischen Produkten. Ob Schnitzel, Hack oder Joghurt – Verbraucher zahlen für Veggie-Produkte häufig mehr. Der aktuelle AMI-Verbraucherpreisspiegel zeigt, wo die Preisaufschläge besonders hoch ausfallen.

Als Voraussetzung für eine nachhaltig positive Entwicklung der Nachfrage nach pflanzenbasierten Alternativen zu Lebensmittel tierischen Ursprungs gelten vergleichbare Niveaus hinsichtlich Verfügbarkeit, Geschmack und Preis. Die Verfügbarkeit vegetarischer und veganer Produkte ist gegeben, auch wenn die Sortimente in vielen tierischen Segmenten eine größere Tiefe aufweisen. Der Geschmack ist ein subjektives Empfinden. Der Preis ist jedoch messbar.

Dem Verbraucherpreisspiegel der AMI zufolge ist Preisparität zwischen tierischen Produkten und pflanzlichen Alternativen derzeit die Ausnahme. In aller Regel ist der Kauf von Veggie-Produkten demnach noch mit Aufschlägen verbunden. Ob Schnitzel, Hack, Bratwurst, Salami, Frischkäse oder Frucht- und Naturjoghurt – die Verbraucher zahlen im Sommer 2026 teils erheblich mehr. Auch dort, wo zuletzt deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen waren, wie das Segment Schnitzel/Steaks zeigt, ist das vegetarische bzw. vegane Produkt weiterhin teurer.

Eine Ausnahme stellt die Margarine dar. Als Mutter aller pflanzlichen Alternativen, ist sie – ungeachtet des Auf und Abs der Verbraucherpreise für Butter in den vergangenen Jahren – wesentlich günstiger. Allerdings hat sie sich im Laufe von Jahrzehnten auch eine entsprechende Marktposition erarbeiten können. Ihr Anteil an der Einkaufsmenge der privaten Haushalte in Deutschland an Streichfetten belief sich im vergangenen Jahr auf knapp ein Drittel.

Ausnahmen im Kühlregal

Auf den ersten Blick überraschend ist die Situation im Wettbewerbsumfeld Milch und Pflanzendrinks. Auch hier ist der Haferdrink wesentlich teurer als Trinkmilch. Das gilt jedoch nur für konventionell erzeugte Ware. Das Bio-Segment stellt gewohnte Muster auf den Kopf. Der Bio-Haferdrink ist nicht nur günstiger als Milch aus ökologischer Haltung. Er ist auch günstiger als sein konventionelles Gegenstück. Zurückzuführen ist diese Situation auf den Umstand, dass der Bio-Haferdrink von Eigenmarken des Lebensmitteleinzelhandels dominiert wird, während etablierte Herstellermarken weiterhin den konventionellen Haferdrink bestimmen.

Interessieren Sie sich für dieses Markt Chart? Entdecken Sie dieses und ein Chart zur Preisentwicklung von Milch und Alternativen sowie viele weitere informative AMI Markt Charts als JPEG-Datei inklusive Begleittext in unserem Online-Shop.

Beitrag von Thomas Els
Stv. Bereichsleiter Pflanzenbau mit Schwerpunkt Verbraucherforschung

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Frische Lebensmittel | Verbraucherpreise

LEH reduziert Preise für mehrere Fleischartikel

18.08.2026 (AMI) – Aktuell reagieren die Ladenpreise auf die Entwicklungen auf den vorgelagerten Stufen in den vorangegangenen Monaten. Für den Verbraucher bedeutet dies nun geringere Kosten beim Einkauf verschiedener Artikel von Schwein und Rind.   Mehr

Welt | Rohmilch | Anlieferung

UK-Milchanlieferung verliert im zweiten Quartal an Dynamik

14.08.2026 (AMI) – Im ersten Halbjahr 2026 wies die Milchanlieferung im Vereinigten Königreich uneinheitliche Tendenzen auf.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Schwarzmeer-Konflikt bewegt Weizenmarkt

13.08.2026 (AMI) – Zunehmenden Angriffe auf Schiffe, Häfen und Exportterminals im Schwarzen Meer behindern die Getreideverschiffungen, was den EU-Weizennotierungen zuletzt Aufwind verlieh. In Summe bleibt der Fronttermin dennoch unter Vorwochenniveau.   Mehr

Deutschland | Kartoffeln | Ernte

Weniger Kartoffelanbau als erst geschätzt

13.08.2026 (AMI) – Die vorläufigen Daten der amtlichen Anbauerhebung von Feldfrüchten weist bei Kartoffeln einen Flächenschwund von gut 11 % aus, mehr als zunächst gedacht.   Mehr

Welt | Rohmilch | Erzeugung

US-Milchmarkt bleibt auf Wachstumskurs

13.08.2026 (AMI) – Die Milchanlieferung in den USA hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt. Neben einer höheren Kuhzahl sorgte auch eine steigende Milchleistung für mehr Rohstoff.   Mehr

Deutschland | Milchdauerwaren | Nachfrage

Trockenheit stützt Pulverpreise

13.08.2026 (AMI) – An den Pulvermärkten war die Lage Mitte August überwiegend ruhig. Die anhaltende Trockenheit und die rückläufige Milchanlieferung sorgten jedoch für zunehmende Unsicherheit über die Warenverfügbarkeit zum Jahresende. Der Preise für Molkenpulver zeigten sich weitgehend stabil.   Mehr

Deutschland | Vieh & Fleisch | Erzeugung

Fleischproduktion in Deutschland fast auf Vorjahresniveau

13.08.2026 (AMI) – In Deutschland wurde 2026 in etwa gleich viel Fleisch erzeugt wie im Vorjahr. Durch gewerbliche Schlachtungen konnte mit 3,4 Mio. t von Januar bis Juni 2026 fast annähernd so viel Fleisch erzeugt werden wie im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Die Vorjahreswerte wurden lediglich um 0,4 % verfehlt.   Mehr

Deutschland | Schweine | Handel

Erneute Preisanhebung am Schlachtschweinemarkt

12.08.2026 (AMI) – In der aktuellen Woche wird das Angebot an Schlachtschweinen in den meisten Regionen aus Deutschland als knapp eingestuft. Gleichzeitig wird von einer lebhaften Nachfrage von den Schlachtunternehmen berichtet.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Raps und Canola im Aufwind – Soja unter Druck

12.08.2026 (AMI) – Während verbesserte Wetterbedingungen in den USA die Sojabohnenkurse belasten, erhalten Raps- und Canola-Notierungen Rückenwind von festen Pflanzenöl- und Energiemärkten. Eine robuste chinesische Nachfrage sowie Unsicherheiten am Energiemarkt sorgen weiterhin für Unterstützung im Ölsaatensektor.   Mehr

Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

AMI-Milchpreisvergleich 2025: Mehr Differenzierung, mehr Orientierung

11.08.2026 (AMI) – Die Anforderungen an die Milcherzeugung steigen – und mit ihnen die Unterschiede bei den Auszahlungspreisen. Der aktuelle AMI-Milchpreisvergleich 2025 zeigt: Milch aus höheren Haltungsformen und mit zusätzlichen Qualitätsanforderungen erzielt weiterhin spürbare Preisaufschläge.   Mehr