Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Wetter und Energiemärkte bestimmen Maishandel

06.08.2026 (AMI) – Fallende Rohölkurse infolge von Hoffnungen auf eine Entspannung im Irankonflikt belasteten zuletzt die Maiskurse. In der EU sorgten gleichzeitig die deutlich nach unten korrigierten Ernteprognosen nach dem heißen und trockenen Juli für Kursunterstützung.

Die Maiskurse in Chicago setzten ihre Abwärtstendenz in der vergangenen Woche fort. Der September-Kontrakt verlor im Wochenvergleich 6,52 EUR/t und notierte am 05.08.2026 bei 148,82 EUR/t. Auch der deutlich stärker gehandelte Dezember-Termin gab nach und sank um 6,47 EUR/t auf 156,74 EUR/t. Belastend wirkten insbesondere die schwächeren Rohölnotierungen, die den Maismarkt im Wochenverlauf mit nach unten zogen.

Die Rohölmärkte fielen zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Wochen. Hintergrund waren Hoffnungen auf eine Entspannung im Irankonflikt, nachdem sich US-Vertreter zu möglichen diplomatischen Fortschritten geäußert hatten. Da Mais als wichtiger Rohstoff für die Bioethanolproduktion gilt, wirken sich Veränderungen am Energiemarkt regelmäßig auch auf die Maisnotierungen aus.

Kursstabilisierend wirkte dagegen die erneute Verschlechterung der US-Maisfeldbestände. Das USDA reduzierte den Anteil der Bestände in gutem bis ausgezeichnetem Zustand um zwei Prozentpunkte auf 61 %. Damit wurde der niedrigste Wert für diesen Zeitraum seit 2023 erreicht. Analysten hatten nach den jüngsten Niederschlägen überwiegend mit einer unveränderten Bewertung gerechnet.

Die wöchentlichen US-Maisexporte beliefen sich zuletzt auf 1 Mio. t und lagen damit am oberen Ende der Analystenschätzungen. Die Zahlen unterstreichen die weiterhin robuste Nachfrage nach US-Mais am Weltmarkt. Unterstützend wirkt zudem die angespannte Exportlogistik in Argentinien. Dort beeinträchtigt ein Streik der Hafenlotsen den Schiffsverkehr und damit die Ausfuhren eines der wichtigsten Wettbewerber am internationalen Maismarkt. Dadurch rückt US-Mais im globalen Handel derzeit stärker in den Fokus.

Südamerika: Erntefortschritte in Brasilien, Probleme in Argentinien

Die Ernte der zweiten brasilianischen Maisernte schreitet insgesamt zügig voran. Während im Süden niedrige Temperaturen die natürliche Abtrocknung der Bestände verzögern, begünstigen trockene Bedingungen in weiten Teilen des Landes die Reifeentwicklung. Insgesamt werden Erträge und Qualitäten überwiegend als zufriedenstellend beschrieben.

Die Maisernte in Argentinien kommt weiterhin nur schleppend voran. Vor allem im Südosten der Provinz Buenos Aires verzögert die hohe Luftfeuchtigkeit die Erntearbeiten. Im Norden des Landes sorgt zudem verstärkter Schädlingsbefall für Risiken bei den Erträgen. Die Prognose für die argentinische Maisproduktion bleibt dennoch unverändert bei 64 Mio. t.

Paris: Schwächere EU-Ernte trifft auf robuste Ukraine-Exporte

Die Maiskurse in Paris verhielten sich in den vergangenen Tagen sehr volatil. Der kaum noch gehandelte August-Kontrakt stieg im Wochenvergleich um 4,75 EUR/t auf 250 EUR/t an, schwankte aber im Wochenverlauf zwischen 243 EUR/t und 265 EUR/t. Die starken Ausschläge sind dabei vor allem auf das bevorstehende Auslaufen des Kontrakts und die entsprechend geringe Marktliquidität zurückzuführen. Der repräsentativere November-Termin bleibt im Wochenvergleich stabil bei 250,25 EUR/t, war aber zwischendurch auf 242,75 EUR/t gesunken.

Die EU-Kommission hat ihre Prognose für die Maisernte 2026 nach dem außergewöhnlich heißen und trockenen Juli deutlich nach unten korrigiert. Mit nunmehr 51,887 Mio. t liegt die Schätzung rund 14 % unter der Juni-Prognose. Besonders stark betroffen sind weite Teile Südost- und Westeuropas. Für Ungarn (-1,9 Mio. t auf 2,7 Mio. t), Frankreich (-1,6 Mio. t auf 10 Mio. t), Rumänien (-1,4 Mio. t auf 6,8 Mio. t), Bulgarien (-1,2 Mio. t auf 1,5 Mio. t) und Italien (-0,9 Mio. t auf 4,5 Mio. t) wurden die Erwartungen spürbar gesenkt.
Vor dem Hintergrund der schwächeren Ernteaussichten steigt zugleich der Importbedarf der Europäischen Union. Seit Beginn des Wirtschaftsjahres 2026/27 am 01.07.2026 importierte die EU bereits 1,26 Mio. t Mais und damit rund 80 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die ukrainischen Maisexporte beliefen sich im ersten Monat des Wirtschaftsjahres 2026/27 auf 1,2 Mio. t und lagen damit doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Trotz der anhaltenden Belastungen durch den Russlandkonflikt und der damit verbundenen Einschränkungen bei Logistik und Exportinfrastruktur zeigt sich der ukrainische Maishandel zum Saisonauftakt bislang robust.

Kernaussage

Die internationalen Maismärkte tendierten zuletzt schwächer. Belastend wirkten vor allem fallende Rohölkurse infolge von Hoffnungen auf eine Entspannung im Irankonflikt sowie verbesserte Wetterbedingungen im US-Corn Belt. Kursstützend wirkten dagegen die schwächeren Zustandsbewertungen der US-Maisfeldbestände und robuste US-Exportzahlen. In der EU begrenzten deutlich reduzierte Ernteprognosen nach der Hitze und Trockenheit im Juli den Kursdruck am europäischen Markt.

Wie entwickelten sich die Kursverläufe für Weizen? Und was sind die relevanten Einflussfaktoren der Getreidemärkte? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter   Markt aktuell Getreide. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im   Shop   und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Beitrag von Calvin Fleischer
Junior Produktmanager Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maiskurse bleiben fest gestimmt

04.09.2026 (AMI) – Die Maisnotierungen in Chicago und Paris haben im Wochenverlauf zugelegt. Gestützt wird der Markt vor allem von wachsenden Sorgen um die US-Ernte, während Gewinnmitnahmen und bessere Angebotsaussichten in Brasilien die Aufwärtsbewegung bislang nur begrenzt bremsen.   Mehr

Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Konventionelle Erzeugerpreise mit leichter Aufwärtstendenz

03.09.2026 (AMI) – Die konventionellen Milcherzeugerpreise legten im Juli geringfügig zu. Auch für die kommenden Monate rechnet die AMI vor dem Hintergrund der teils deutlich rückläufigen Anlieferungsmengen mit leicht festeren Preistendenzen.   Mehr

Deutschland | Käse | Angebot

Käseangebot rückläufig

03.09.2026 (AMI) – Am Markt für Schnittkäse war Anfang September eine rege Nachfrage zu verzeichnen. Das Kaufinteresse an Mozzarella hielt sich ebenfalls auf hohem Niveau. Das Angebot reichte bei gedrosselter Produktion aufgrund sinkender Milchmengen nur knapp für die umfangreichen Abrufe.   Mehr

Deutschland | Schweine | Handel

Handel mit Schlachtschweinen ist ausgeglichen

02.09.2026 (AMI) – Wie schon in der Vorwoche stehen sich Angebot und Nachfrage am deutschen Schlachtschweinemarkt ausgeglichen gegenüber. Die Stückzahlen haben teilweise etwas zugenommen, lassen sich in den meisten Regionen aber ohne Probleme absetzen. Dabei wirkt auch das Ende der Ferien in NRW stützend.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Feste Sojakurse stützen den gesamten Ölsaatenmarkt

02.09.2026 (AMI) – Die Sojakurse in Chicago haben ihren Aufwärtstrend zuletzt deutlich beschleunigt. Vor allem die anhaltend starke Nachfrage nach US-Ware, wetterbedingte Risiken für die US-Ernte sowie feste Energie- und Pflanzenölmärkte stützen die Notierungen. Im Fahrwasser des festen Sojakomplexes legten auch die Rapskurse an der Euronext und die Canolakurse in Winnipeg kräftig zu.   Mehr

Deutschland | Kartoffeln | Ernte

Kleine Kartoffelernte stoppt Preisrückgang

31.08.2026 (AMI) – Die Preise für Speisekartoffeln gehen kaum noch zurück. Eine kleine Erntemenge – von der AMI mit 10,6 Mio. t geschätzt – fängt an, auf die Märkte zu wirken.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

Feste Grundtendenz stützt den AMI-Rohstoffindex

28.08.2026 (AMI) – Der AMI-Rohstoffindex stieg im August um 2 % auf 125 Punkte an. Unterstützend wirkten hier neben steigenden Preisen für Getreide und Milch auch Preisaufschläge für Schlachtschweine.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

Feste Grundtendenz stützt den AMI-Rohstoffindex

28.08.2026 (AMI) – Der AMI-Rohstoffindex stieg im August um 2 % auf 125 Punkte an. Unterstützend wirkten hier neben steigenden Preisen für Getreide und Milch auch Preisaufschläge für Schlachtschweine.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurse erneut über Vorwoche

27.08.2026 (AMI) – Die Weizennotierungen in Paris und Chicago haben ihre Aufwärtsbewegung in der laufenden Berichtswoche fortgesetzt. Ausschlaggebend blieb vor allem die angespannte Lage im Schwarzmeerraum, während internationale Fundamentaldaten die Kurse zusätzlich stützten.   Mehr

Europa | Rohmilch | Anlieferung

EU-Milchanlieferung: Wachstum zur Jahresmitte abgeschwächt

27.08.2026 (AMI) – Die Milchanlieferung in der EU-27 lag im ersten Halbjahr 2026 deutlich über dem Vorjahresniveau. Vor allem die großen Erzeugerländer sorgten für höhere Rohstoffmengen. Im Juni schwächte sich das Wachstum jedoch spürbar ab, unter anderem infolge einer europaweiten Hitzewelle.   Mehr