Deutschland | Frische Lebensmittel | Verbraucherpreise

LEH reduziert Preise für mehrere Fleischartikel

18.08.2026 (AMI) – Aktuell reagieren die Ladenpreise auf die Entwicklungen auf den vorgelagerten Stufen in den vorangegangenen Monaten. Für den Verbraucher bedeutet dies nun geringere Kosten beim Einkauf verschiedener Artikel von Schwein und Rind.

Die führenden Discounter haben in der 33. Kalenderwoche die Preise für mehrere Produkte aus ihren Basissortimenten reduziert. Betroffen sind Artikel von Rind und Schwein sowohl aus konventioneller als auch aus ökologischer Erzeugung. Klassische Artikel wie Hackfleisch, Gulasch und Schnitzel kosten seit der vergangenen Woche weniger. So ist der Kilogrammpreis für die 500 g Packung gemischtes Hackfleisch aus konventioneller Erzeugung von 10,98 EUR auf 9,98 EUR zurückgegangen. Für Rindergulasch zahlen die Verbraucher aktuell 40 ct/kg weniger und damit 15,58 EUR/kg. Die 400 g Packung Schweineschnitzel kostet im Preiseinstiegssegment nun 9,38 EUR/kg statt 9,63 EUR/kg wie noch im Juli. Andere Geschäfte des Lebensmitteleinzelhandels werden diesen Preisanpassungen erfahrungsgemäß noch nachziehen.

Verbraucherpreise reagieren verzögert auf Erzeugerpreise

Aufgrund längerer Kontraktlaufzeiten reagieren die Verbraucherpreise für Fleisch in der Regel zeitverzögert auf die Entwicklungen der vorgelagerten Stufen. In den vergangenen Monaten sind die Erzeugerpreise sowohl für Schlachtschweine als auch für Schlachtrinder über mehrere Schritte zurückgegangen und liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Am Schweinemarkt kam es immer wieder zu Überhängen. Der Handel innerhalb der EU war schwierig und wurde von einem großen Angebot geprägt. Zeitweise stellte sich die Situation jedoch auch ausgeglichen dar. Bei Schlachtrindern ist das Angebot aufgrund der sinkenden Rinderbestände in Deutschland schon länger rückläufig. Doch die Nachfrage verhält sich aufgrund des hohen Preisniveaus äußerst verhalten. Somit fiel das Angebot mit Blick auf die Nachfrage dennoch zwischenzeitlich umfangreich aus. Außerdem lagen die Futtermittelpreise aufgrund eines hohen Angebots längere Zeit unter dem Vorjahresniveau, bevor sie wieder angezogen haben.

Auswirkungen auf die Lebensmittelteuerungsrate

Infolge dieser Preisreduzierungen werden sich die Teuerungsraten für frisches Rind- und Schweinefleisch abschwächen. Dem AMI-Frischeindex zufolge war Schweinefleisch über weite Teile des bisherigen Jahres bereits günstiger erhältlich. Basierend auf den ersten zwei Augustwochen zahlen die Verbraucher für frisches Schweinefleisch aus konventioneller Erzeugung 4,1 % weniger als im Vorjahr. Die Teuerungsrate dürfte nun stärker ins Negative fallen. Bei Rindfleisch hat sich der Preisabstand zum Vorjahr im laufenden Jahr kontinuierlich reduziert. Bedingt war dies durch kleinere Preisreduzierungen, jedoch stärker aufgrund des Basiseffekts – den anziehenden Preisen im Vorjahr. Beides kann nun dazu führen, dass sich die Teuerungsrate für frische Lebensmittel in Summe weiter abschwächt. In den ersten beiden Augustwochen kosten diese 3,7 % weniger als im August 2025.

Für Ihre Arbeit benötigen Sie einen kontinuierlichen Einblick in die Preisentwicklung des Fleischmarktes? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Basierend auf unserem AMI-Verbraucherpreisspiegel berechnen wir kontinuierlich absolute Preise sowie Indizes, die Ihnen als Benchmark hilfreich sind.

Beitrag von Judith Dittrich
Marktexpertin Verbraucherforschung

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maiskurse bleiben fest gestimmt

04.09.2026 (AMI) – Die Maisnotierungen in Chicago und Paris haben im Wochenverlauf zugelegt. Gestützt wird der Markt vor allem von wachsenden Sorgen um die US-Ernte, während Gewinnmitnahmen und bessere Angebotsaussichten in Brasilien die Aufwärtsbewegung bislang nur begrenzt bremsen.   Mehr

Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Konventionelle Erzeugerpreise mit leichter Aufwärtstendenz

03.09.2026 (AMI) – Die konventionellen Milcherzeugerpreise legten im Juli geringfügig zu. Auch für die kommenden Monate rechnet die AMI vor dem Hintergrund der teils deutlich rückläufigen Anlieferungsmengen mit leicht festeren Preistendenzen.   Mehr

Deutschland | Käse | Angebot

Käseangebot rückläufig

03.09.2026 (AMI) – Am Markt für Schnittkäse war Anfang September eine rege Nachfrage zu verzeichnen. Das Kaufinteresse an Mozzarella hielt sich ebenfalls auf hohem Niveau. Das Angebot reichte bei gedrosselter Produktion aufgrund sinkender Milchmengen nur knapp für die umfangreichen Abrufe.   Mehr

Deutschland | Schweine | Handel

Handel mit Schlachtschweinen ist ausgeglichen

02.09.2026 (AMI) – Wie schon in der Vorwoche stehen sich Angebot und Nachfrage am deutschen Schlachtschweinemarkt ausgeglichen gegenüber. Die Stückzahlen haben teilweise etwas zugenommen, lassen sich in den meisten Regionen aber ohne Probleme absetzen. Dabei wirkt auch das Ende der Ferien in NRW stützend.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Feste Sojakurse stützen den gesamten Ölsaatenmarkt

02.09.2026 (AMI) – Die Sojakurse in Chicago haben ihren Aufwärtstrend zuletzt deutlich beschleunigt. Vor allem die anhaltend starke Nachfrage nach US-Ware, wetterbedingte Risiken für die US-Ernte sowie feste Energie- und Pflanzenölmärkte stützen die Notierungen. Im Fahrwasser des festen Sojakomplexes legten auch die Rapskurse an der Euronext und die Canolakurse in Winnipeg kräftig zu.   Mehr

Deutschland | Kartoffeln | Ernte

Kleine Kartoffelernte stoppt Preisrückgang

31.08.2026 (AMI) – Die Preise für Speisekartoffeln gehen kaum noch zurück. Eine kleine Erntemenge – von der AMI mit 10,6 Mio. t geschätzt – fängt an, auf die Märkte zu wirken.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

Feste Grundtendenz stützt den AMI-Rohstoffindex

28.08.2026 (AMI) – Der AMI-Rohstoffindex stieg im August um 2 % auf 125 Punkte an. Unterstützend wirkten hier neben steigenden Preisen für Getreide und Milch auch Preisaufschläge für Schlachtschweine.   Mehr

Deutschland | Agrarrohstoffe | Index

Feste Grundtendenz stützt den AMI-Rohstoffindex

28.08.2026 (AMI) – Der AMI-Rohstoffindex stieg im August um 2 % auf 125 Punkte an. Unterstützend wirkten hier neben steigenden Preisen für Getreide und Milch auch Preisaufschläge für Schlachtschweine.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurse erneut über Vorwoche

27.08.2026 (AMI) – Die Weizennotierungen in Paris und Chicago haben ihre Aufwärtsbewegung in der laufenden Berichtswoche fortgesetzt. Ausschlaggebend blieb vor allem die angespannte Lage im Schwarzmeerraum, während internationale Fundamentaldaten die Kurse zusätzlich stützten.   Mehr

Europa | Rohmilch | Anlieferung

EU-Milchanlieferung: Wachstum zur Jahresmitte abgeschwächt

27.08.2026 (AMI) – Die Milchanlieferung in der EU-27 lag im ersten Halbjahr 2026 deutlich über dem Vorjahresniveau. Vor allem die großen Erzeugerländer sorgten für höhere Rohstoffmengen. Im Juni schwächte sich das Wachstum jedoch spürbar ab, unter anderem infolge einer europaweiten Hitzewelle.   Mehr