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Hohe Nachfrage nach Bio-Produkten, aber wenig neue Produktion

17.12.2025 (AMI) - Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist 2025 weiter deutlich gewachsen – allein in den ersten zehn Monaten zeigen die YouGov Daten für Bio-Frischeprodukte ein Umsatzwachstum von fast 8 %. Die Ausweitungen stammen vor allem aus den Einkaufsstätten des Lebensmitteleinzelhandel.

Insbesondere der Anteil an Handelsmarken hat weiter zugenommen und liegt mit rund zwei Drittel aller verpackten Bio-Produkte deutlich über den konventionellen Werten. Bio-Produkte werden günstiger angeboten als zuvor, aber auch anonymisierter und für die Kunden in der Herkunft weniger nachvollziehbar. Dennoch spielen die Verbandslabel eine immer größere Rolle, gern auch in Kombination mit der Handelsmarke.

Trotz hoher Nachfrage stellen nur wenige Betriebe auf Bio-Landbau um oder bauen ihre Bio-Produktion aus. 2024 wurde nur 1 % zusätzliche Bio-Fläche in die Produktion genommen, für 2025 liegen die Schätzungen in ähnlich niedrigen Bereich. Auch die Milchanlieferung 2025 bleibt nur ungefähr auf dem Vorjahresniveau. Die Ackerfläche ist seit 2020 nur um 16 % größer geworden, die Schweinefleischproduktion um 6 % gewachsen und die Eierproduktion fällt gut 21 % aus. Die Milchanlieferung fällt rund 15 % größer als 2020 aus. Das alles führt zu Engpässen bei vielen Produkten, die hier produziert werden könnten.

Die Erzeugerpreise haben sich zwar bei den meisten tierischen Produkten erhöht, das fängt aber die Mehrkosten für Stall(-um)bauten, Arbeitskraft oder Futter kaum auf. Die Bio-Schweinepreise liegen im Oktober 2025 mit 4,76 rund 30 Ct/kg SG über dem Vorjahreswert, bei den Rindern sind es wegen der Preisauftriebe am konventionellen Markt fast 2 EUR/kg SG mehr als vor Jahresfrist. Auch die Milchpreise liegen mit 67 Ct/kg gut 7 Ct/kg über den Vorjahreswerten.

Für die Verarbeiter bedeuteten die höheren Rohwarenpreise, dass sie höhere Produktpreise im Handel umsetzen müssten, was bei der hohen Konkurrenz im Einzelhandel nicht immer möglich ist und hohen Druck bei z.B. Wurstherstellern erzeugt.

Gebraucht werden Landwirtschaftsbetriebe genauso wie Verarbeiter, die die mit heimischen Bio-Produkten die hohe Nachfrage bedienen – und das in den jetzt schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Dazu braucht es politische Unterstützung genauso wie faire Preise auf allen Stufen der Wertschöpfungsketten.

Beitrag von Diana Schaack
Bereichsleiterin Öko-Landbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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