Deutschland | Öko-Landbau | Import

Bio-Importe ausgewertet

19.03.2026 (AMI) - Die jährlich von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) durchgeführte Auswertung der Bio-Importe zeigt: Die Warenströme wichtiger Bio-Produkte nach Deutschland verändern sich kontinuierlich. Sowohl die Herkunftsländer als auch die Importmengen unterliegen von Jahr zu Jahr deutlichen Verschiebungen. Auch nehmen die Importe angesichts einer nur schwach wachsenden heimischen Produktion wieder zu.

Während der Konsum von Bio-Lebensmitteln langfristig wächst, entwickelt sich die heimische Produktion deutlich langsamer. Daher bleiben Importe vieler Bio-Produkte ein wichtiger Bestandteil der Versorgung. Oftmals werden Bio-Produkte aus dem Ausland bezogen, die durchaus in Deutschland produziert werden könnten. Importiert werden demnach seit Jahren Produkte, die hierzulande ganzjährig verfügbar sein könnten: etwa Getreide, Milch, Schweinefleisch, Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln. Nach der großen Umstellungswelle 2017 bis 2019 gingen die Importraten vielfach zwar zunächst zurück, steigen aber seit 2023 wieder an.

Den aktuellen AMI-Auswertungen zufolge wurde in der Saison 2024/25 erneut mehr Bio-Getreide nach Deutschland importiert als in der vorherigen Kampagne. Ausschlaggebend dafür war unter anderem die im Vergleich zum Vorjahr etwas geringere Ernte im Jahr 2024. Die Saison 2024/25 war insgesamt von einer knappen Versorgung geprägt – sowohl im Bereich der Speiseware als auch beim Futter. In der Folge nahmen die Importe insgesamt zu, insbesondere bei Weizen und Mais.

Milchprodukte wie Milch, Joghurt und Butter stammen häufig aus Nachbarländern wie Dänemark und Österreich. Die heimische Bio-Produktion ist zwar in den letzten Jahren gewachsen, kann den wachsenden Bedarf aber nicht vollständig decken. Aktuell werden deutlich mehr Bio-Milchprodukte nachgefragt, als die Produktion liefern kann, sodass Importe weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Auch bei Schweine- und Rindfleisch nehmen die Importe zu. Neben den klassischen Lieferländern aus der Nachbarschaft treten inzwischen auch Spanien und Belgien als neue Quellen für Bio-Schweinefleisch auf. Die fehlenden Förderprogramme für den Umbau der Nutztierhaltung erschweren zusätzlich Investitionen, die für eine stärkere Inlandsversorgung nötig wären.

Bei Obst und Gemüse hängt die Importabhängigkeit stark von den Erntemengen hierzulande und in den Lieferländern ab. Für viele gängige Feldgemüsearten reicht die heimische Produktion nicht aus, sodass ein erheblicher Teil aus dem Ausland kommt. Besonders bei Möhren und Zwiebeln ist die Versorgung auf Importe angewiesen.

Alljährlich befragt die AMI rund 350 importierende Unternehmen nach ihren Bio-Importmengen sowie den Herkunftsländern. Die Markt Charts Importangebot von Bio-Produkten in Deutschland liefern Ihnen aktuelle Importentwicklungen, Daten und Fakten zu Angebot und Absatz. Die Markt Charts gibt es für folgende Produkte: Bio-Gemüse, Bio-Möhren, Bio-Zwiebeln, Bio-Obst, Bio-Äpfel, Bio-Bananen, Bio-Milch und Molkereiprodukte, Bio-Fleisch, Bio-Getreide, Bio-Ölsaaten, Bio-Leguminosen und Bio-Kartoffeln. Auf Anfrage können auch die Importe von Bio-Eiern und Bio-Fruchtgemüse nach Arten aufbereitet werden.

Sollten Sie Fragen zu den Inhalten der Markt Charts Importangebot von Bio-Produkten haben, können Sie sich gerne an die Marktexperten und Marktexpertinnen im Fachbereich Ökolandbau wenden.

Beitrag von Christine Rampold
Marktanalystin Öko-Landbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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