Deutschland | Steinobst | Aktionspreise

Angebotsaktionen mit Zwetschen laufen etwas später an als im Vorjahr

27.07.2021 (AMI) – Etwa eine Woche später als im Vorjahr laufen die Angebotsaktionen mit Zwetschen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel stärker an. Erstmals in dieser Saison ist die Zahl der Werbeanstöße in der 30. Woche sprunghaft gestiegen. In den kommenden acht bis zehn Wochen werden Zwetschen in den Werbezetteln dauerhaft präsent sein. Wer hat die Nase vorne: Deutsche Zwetschen oder die Importware?

In der aktuellen 30. Woche ist die Zahl der Werbeanstöße für Zwetschen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sprunghaft gestiegen. 18-mal sind die blauen Früchte in den Werbezetteln vertreten. Damit ist die Zahl der Werbeanstöße fast 29 % höher als zur selben Zeit des Vorjahres. Das zeigt eine Analyse auf Basis von AMI Aktionspreise im LEH. Allerdings erfolgte der Anstieg der Zahl der Werbeanstöße eine Woche später als im Vorjahr. Im Jahr 2020 war bereits die 29. Woche die erste werbeintensive Woche.

Aktuell dominieren noch die Importe in den Angebotsaktionen. In 12 der insgesamt 18 Aktionen werden Bosnien, Serbien, Polen und Ungarn als einzige oder zweite Herkunftsangabe genannt. Auf die alleinige Herkunft Deutschland entfallen nur 6 der Aktionen. Lose und gepackte Ware halten sich in den Aktionen der 30. Woche die Waage.

Preisschwerpunkt bei 1,99 EUR/kg

Anders als im Vorjahr sind zu diesem frühen Saisonzeitpunkt noch keine Harddiscounter an den Angebotsaktionen beteiligt. Dennoch beginnt die Spanne der Aktionspreise etwas niedriger als im Vorjahr. In der 30. Woche werden Zwetschen zu Preisen zwischen 1,29 und 2,49 EUR/kg beworben, wobei im oberen Spannenbereich vor allem die deutschen Zwetschen zu finden sind. In zwei Aktionen wird zudem kein konkreter Preis genannt, sondern zum aktuellen Tagespreis geworben. Der Schwerpunkt der Aktionspreise liegt bei 1,99 EUR/kg. Zur selben Zeit des Vorjahres waren Zwetschen zu Preisen zwischen 1,44 und 2,44 EUR/kg beworben worden. Damals galt in einigen Ketten jedoch der reduzierte Mehrwertsteuersatz im Rahmen der Corona-Hilfen. Ein Schwerpunktpreis war in den Aktionen der 30. Woche 2020 kaum auszumachen.

Was ist von der Zwetschen-Saison zu erwarten?

Die Zwetschen-Saison 2021 hat gerade erst begonnen, und die ersten Angebotsaktionen sind gelaufen. Was ist für die kommenden Wochen zu erwarten? Nachdem die Zwetschenernte bereits in den vergangenen beiden Jahren unterdurchschnittlich ausgefallen war, ist auch für 2021 keine große Erntemenge zu erwarten. Fröste im Frühjahr haben die Blüten geschädigt. Eine AMI Analyse in der Markt Woche Obst & Gemüse zeigt, wo die Ausfälle besonders hoch sind.

Ein knappes deutsches Angebot erschwert die Vorausplanungen von Lieferprogrammen an den Lebensmitteleinzelhandel und eröffnet den Importen gute Chancen. Voraussichtlich wird erneut viel Ware aus dem Balkanraum nach Deutschland kommen. Zeigt sich das auch in den Angebotsaktionen im Jahresverlauf?

Mit AMI Aktionspreise im LEH haben Sie die Möglichkeit, die Werbeaktivitäten des LEH weiter im Blick zu behalten. Nicht nur für Zwetschen, sondern für das gesamte Steinobstsortiment. Bereits dienstags ab 13 Uhr stehen die Angaben zu den Angebotsaktionen von rund 50 Ketten und deren Regionalgesellschaften zur Verfügung. Über den Aktionspreis hinaus umfassen die Daten Angaben zu Herkünften, Verpackungen und Produktspezifikationen. Einen früheren Indikator für mögliche Entwicklungen auf der Verbraucherebene gibt es nicht. sichern Sie sich Ihren Zugang zu AMI Aktionspreise im LEH. Egal, ob eine Übersicht über die gesamten Angebotsaktionen einer Woche, oder eine Analyse für ein einzelnes Produkt oder eine Produktgruppe, die AMI Marktexperten erstellen Ihnen gerne ein individuelles Angebot.

Beitrag von Michael Koch
Marktexperte Gartenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Fruchtgemüse | Haushaltsnachfrage

Fruchtgemüse: An der Spitze, aber nicht mehr steigend

19.08.2021 (AMI) – Gut 40 % der Verbraucherausgaben für Frischgemüse entfallen in Deutschland auf Fruchtgemüse. Bezogen auf die ganze Obst- und Gemüseabteilung (inkl. Kartoffeln) sind es immerhin noch 19 %. Kein anderes Segment hat eine ähnlich hohe Bedeutung für den Einzelhandel. Das stark boomende Beerenobst folgt in weitem Abstand auf Platz 2 mit knapp 10 % der Verbraucherausgaben. Im Gegensatz zum Beerenobst konnte Fruchtgemüse in den vergangenen Jahren seinen Marktanteil aber nicht mehr ausbauen.   Mehr

Deutschland | Milch & Milchprodukte | Haushaltsnachfrage

Fertigdesserts und Milchgetränke gefragt

21.07.2021 (AMI) – Im ersten Halbjahr 2021 kam es zu Verschiebungen bei den Einkaufsmengen der privaten Haushalte. Vor allem Milchprodukte aus dem Convenience-Bereich waren gefragt. Produkte der weißen Linie und Butter zeigten hingegen deutliche Rückgänge. Bei nahezu allen Produkten sind die Preise auf der Verbraucherebene gestiegen.   Mehr

Deutschland | Frische Lebensmittel | Verbraucherpreise

Lebensmittelpreise im Mai knapp über Vorjahr

02.06.2021 (AMI) – Für frische Lebensmittel zahlten die Verbraucher im vergangenen Monat etwas mehr als vor einem Jahr. Doch nicht alle Frische-Warengruppen verteuerten sich im Mai. Bei einzelnen fiel das Preisniveau niedriger aus als vor einem Jahr.   Mehr

Deutschland | Milch & Milchprodukte | Haushaltsnachfrage

Uneinheitliche Entwicklungen bei den Einkaufsmengen

19.05.2021 (AMI) – Im ersten Quartal 2021 haben die Verbraucher in Deutschland vor allem mehr Käse, Butter und Trinkmilch nachgefragt. Bei den Milchfrischprodukten hingegen überwogen rückläufige Tendenzen. Die Preise sind dabei zumeist gestiegen.   Mehr

Deutschland | Eier | Verbraucherpreise

Eier sind im April teurer geworden

14.05.2021 (AMI) – Ganz anders als in den Jahr zuvor erfolgte im April eine Preisänderungen auf Verbraucherebene für Eier. Diese war jedoch unabhängig von den neuen Kontrakten.   Mehr

Europa | Gemüse | Haushaltsnachfrage

Das rote Gold in Zeiten von Corona

29.04.2021 Tomaten sind in fast allen Ländern Europas die Nummer Eins bei Einkaufsmenge und Verbraucherausgaben für frisches Gemüse. Überdurchschnittlich hohe Anteile gibt es in Polen und Spanien. Dort entfallen jeweils 23 % der Einkaufsmenge von Frischgemüse auf Tomaten. Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich und Belgien bilden ein Mittelfeld mit 14% bis 16 %. Das Vereinigte Königreich (11 %) und die Niederlande (10 %) bilden die Schlusslichter.   Mehr

Deutschland | Milch & Milchprodukte | Haushaltsnachfrage

Konsum von Milchprodukten beflügelt

28.04.2021 (AMI) – In Deutschland wurden 2020 wieder mehr Milcherzeugnisse verzehrt. Bei Butter und Konsummilch zeigten sich nach längerfristigen Rückgängen erstmals wieder Zunahmen. Ursächlich hierfür war größtenteils der Corona-bedingt verstärkte Inhouse-Konsum.   Mehr

Deutschland | Frische Lebensmittel | Haushaltsnachfrage

Direktvermarktung entwickelt sich 2020 positiv

23.04.2021 (AMI) – Die Verbraucher haben im vergangenen Jahr wieder vermehrt frische Lebensmittel direkt beim Erzeuger vor Ort eingekauft. Zuvor hatte sich die Direktvermarktung von Nahrungsmitteln dagegen rückläufig entwickelt.   Mehr

Deutschland | Frische Lebensmittel | Haushaltsnachfrage

Der Lebensmitteleinkauf in der Pandemie

16.04.2021 (AMI) – Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen veränderten 2020 das Konsumverhalten der Verbraucher kräftig. Statt Kantine oder Restaurant hieß es besonders während der Lockdowns für viele Haushalte „Ran an den Herd!“.   Mehr

Deutschland | Speisekartoffeln | Haushaltsnachfrage

Verbraucher kaufen viele Kartoffeln

12.03.2021 (AMI) – Mit 13,4 % legten die Kartoffeleinläufe im Jahr 2020 kräftig zu. Davon profitierten Vollsortimenter überdurchschnittlich.   Mehr