Deutschland | Frische Lebensmittel | Verbraucherpreise

Die Lebensmittelpreise sinken und keiner bekommt es mit

04.12.2025 (AMI) – Der Preisauftrieb für Nahrungsmittel hat sich zum Jahresende abgeschwächt. Frische Lebensmittel kosten in der Summe sogar weniger als vor einem Jahr.

Lag die Teuerungsrate für Nahrungsmittel im Oktober dieses Jahres bei 1,3 %, beträgt sie im November 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes voraussichtlich noch 1,2 %. Damit haben sich die Preise für Nahrungsmittel im zurückliegenden Monat – gemessen an der Inflationsrate (voraussichtlich +2,3 %) – erneut unterdurchschnittlich entwickelt.

Zu den Treibern dieser immer noch aufwärts gerichteten Entwicklung zählen neben Rind- und Geflügelfleisch vor allem verarbeitete Produkte und Genussmittel. Im Oktober 2025 beobachtete das Statistische Bundesamt die höchsten Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr bei Obstkonserven, Schokolade und tiefgefrorenem Obst.

Sinkende Preise für frische Lebensmittel

Frische, wenig verarbeitete Nahrungsmittel sind mittlerweile sogar günstiger als vor Jahresfrist. Der AMI-Frischeindex, der die Preisentwicklung derartiger Produkte aus konventioneller Erzeugung misst, weist im November 2025 ein Minus von 1,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Die Trendwende wurde spätestens im Oktober 2025 eingeläutet. Zu diesem Zeitpunkt kosteten konventionell erzeugte frische Nahrungsmittel im Mittel 1,2 % weniger als vor einem Jahr.

Frisches Obst und Gemüse, Speisekartoffeln, Speiseöl, Milch und Milchfrischprodukte sowie Käse sind aktuell teils wesentlich günstiger als Ende 2024. Durch den Preissturz während der letzten Wochen und Monate kostet ein 250 g-Ziegel Deutsche Markenbutter derzeit nur noch 1,19 EUR und damit sogar weniger als vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Öffentliche Wahrnehmung hinkt hinterher

Der mediale Fokus scheint dennoch unverändert auf hohen Lebensmittelpreisen zu liegen. So teaserte Tagesschau.de Mitte November die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes zur Inflationsrate im Oktober 2025 mit dem Satz an: Während die Preise für Energie sinken, ziehen sie für Lebensmittel wie Schokolade und Kaffee deutlich an. Damit wurden zwei Produkte mit den höchsten Teuerungsraten angeführt. Erst im weiteren Verlauf folgte die Information, dass sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln im dritten Monat in Folge abschwächte.

Die Verbraucher tun sich gleichzeitig noch schwer, rückläufige Preise zumindest einzelner Produkte wahrzunehmen. In einer Befragung des Marktforschungsunternehmens POSpulse im Zeitraum 25.09. bis 21.10.2025 verneinten immerhin 55 % der Teilnehmer eine entsprechende Frage. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Butterpreis bereits im Sinkflug und war von seinem Rekordhoch von 2,39 EUR/250 g um 90 Ct gefallen.

Während sich also die Nahrungsmittelteuerung in Deutschland zuletzt abgeschwächt hat, dominiert in der öffentlichen Wahrnehmung anscheinend weiterhin das Bild steigender Lebensmittelpreise.

Sind Sie an weiteren Informationen zur Entwicklung von Verbraucherpreisen frischer Lebensmittel interessiert, dann nehmen Sie Kontakt mit den Marktexperten der Verbraucherforschung auf.

Beitrag von Thomas Els
Bereichsleiter Verbraucherforschung

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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