Deutschland | Fruchtgemüse | Aktionspreise

Weniger Aktionen, aber niedrigere Preise

18.06.2026 (AMI) – Ein umfangreiches Angebot bot in den zurückliegenden Wochen reichlich Potenzial für Werbeaktionen mit Salatgurken. Der Lebensmitteleinzelhandel hat dieses Potenzial genutzt, und es verging keine Woche, in der Salatgurken nicht mindestens 10-mal in den Werbezetteln vertreten waren. Doch war die Zahl der Werbeanstöße tatsächlich auch höher als im Vorjahr? Und wie haben sich die Aktionspreise entwickelt?

In den zehn Wochen von Mitte April bis Mitte Juni (KW 15-25) waren Salatgurken insgesamt 171-mal in den Werbezetteln des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) vertreten. Etwas überraschend bleibt die Gesamtzahl der Werbeanstöße damit um fast 11 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Das zeigt eine Analyse auf Basis von AMI-Aktionspreise im LEH. Angesichts der niedrigen Preise auf der Beschaffungsseite wäre eine noch deutlich höhere Werbeintensität zu erwarten gewesen. In den beobachteten Wochen wurden zwischen 10 und 27 Werbeanstöße pro Woche erreich. Dabei waren die Aktionen gleichmäßiger verteilt als im Vorjahr.

Einstiegspreis so niedrig wie seit mehreren Jahren nicht mehr

Während die Zahl der Angebotsaktionen im Beobachtungszeitraum also nicht außergewöhnlich hoch ausgefallen ist, passierte bei den Aktionspreisen etwas, das es schon lange nicht mehr gab. Erstmals seit fünf Jahren lag der niedrigste Werbepreis mit 0,29 EUR/St. wieder unter der Marke von 0,30 EUR/St. Dies war Ende April, in der 18. Woche, der Fall. Auch Aktionen mit Preisen von 0,33 EUR/St. gab es im Jahr zuvor nicht. 2025 starteten die Aktionen mit Preisen von 0,39 EUR/St.

Für den gesamten Beobachtungszeitraum gilt, dass die Aktionspreise überwiegend niedriger waren als im Vorjahr. Alle Preisschwerpunkte waren nach unten verschoben. Üblicherweise enden Schwellenpreise meist mit einer Neun auf der zweiten Nachkommastelle. Im Beobachtungszeitraum 2026 lagen Preisschwerpunkte, abweichend davon, auch bei 0,44 und 0,55 EUR/St. Im Durchschnitt lag der Aktionspreis für Salatgurken unterschiedlicher Herkunft aus konventioneller Produktion im Beobachtungszeitraum mit 0,58 EUR/St. um 6 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Fördern viele Aktionen die Nachfrage?

Aus Verbrauchersicht sind niedrige Aktionspreise erfreulich. Für die Produktionsbetriebe sind Niedrigpreisphasen dagegen eine Herausforderung. Dennoch helfen Angebotsaktionen auch dabei, ein großes Angebot am Markt unterzubringen. Doch ist es tatsächlich so, dass eine hohe Zahl an Werbeanstößen oder ein besonders niedriger Werbepreise auch die Nachfrage steigert? Demnach müsste die Nachfrage in der 18. Woche (0,29 EUR/St.) oder in der 15. Woche (27 Werbeanstöße) besonders hoch gewesen sein. Angaben zur vorläufigen Käuferreichweite bestätigen zumindest den Preiseffekt auf die Nachfrage. In der 18. Woche stieg der Anteil der Haushalte, die Salatgurken kaufen, auf den zweithöchsten Wert im bisherigen Jahresverlauf. Im Jahr zuvor war ein Wert von mehr als 26 % kaufender Haushalte zu keiner Zeit erreicht worden.

Wie geht es im Werbekalender weiter mit den Salatgurken? Die vergangenen Jahre zeigen, dass die Zahl der Werbeanstöße für Salatgurken während der Sommermonate etwas niedriger ausfällt. Welche Auswirkungen hat das auf die Verbraucherpreise und die private Nachfrage? Diese Fragen beantworten die AMI-Marktexperten. AMI-Aktionspreise im LEH geben einen wöchentlichen Überblick über die Zahl der Werbeanstöße im LEH, über Herkünfte und über Aktionspreise. Nicht nur für Salatgurken, sondern auch für das gesamte Obst- und Gemüsesortiment. Auswirkungen auf die Verbraucherpreise können in der Folgewoche auf Basis des AMI-Verbraucherpreisspiegels analysiert werden. Das klingt für Sie interessant? Dann vereinbaren Sie gerne einen Termin mit den AMI-Marktexperten, und wir schauen zusammen auf Ihre Produkte und Fragestellungen.

Beitrag von Michael Koch
Bereichsleiter Gartenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Schweine | Verbraucherpreise

Verbraucher zahlen weniger für Schweinefleisch

27.02.2026 (AMI) – Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine sind seit dem Spätsommer 2025 sukzessive gesunken. Zum Jahreswechsel schlug sich diese Entwicklung auf Verbraucherebene nieder.   Mehr