LEH reduziert Preise für mehrere Fleischartikel
Die führenden Discounter haben in der 33. Kalenderwoche die Preise für mehrere Produkte aus ihren Basissortimenten reduziert. Betroffen sind Artikel von Rind und Schwein sowohl aus konventioneller als auch aus ökologischer Erzeugung. Klassische Artikel wie Hackfleisch, Gulasch und Schnitzel kosten seit der vergangenen Woche weniger. So ist der Kilogrammpreis für die 500 g Packung gemischtes Hackfleisch aus konventioneller Erzeugung von 10,98 EUR auf 9,98 EUR zurückgegangen. Für Rindergulasch zahlen die Verbraucher aktuell 40 ct/kg weniger und damit 15,58 EUR/kg. Die 400 g Packung Schweineschnitzel kostet im Preiseinstiegssegment nun 9,38 EUR/kg statt 9,63 EUR/kg wie noch im Juli. Andere Geschäfte des Lebensmitteleinzelhandels werden diesen Preisanpassungen erfahrungsgemäß noch nachziehen.
Verbraucherpreise reagieren verzögert auf Erzeugerpreise
Aufgrund längerer Kontraktlaufzeiten reagieren die Verbraucherpreise für Fleisch in der Regel zeitverzögert auf die Entwicklungen der vorgelagerten Stufen. In den vergangenen Monaten sind die Erzeugerpreise sowohl für Schlachtschweine als auch für Schlachtrinder über mehrere Schritte zurückgegangen und liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Am Schweinemarkt kam es immer wieder zu Überhängen. Der Handel innerhalb der EU war schwierig und wurde von einem großen Angebot geprägt. Zeitweise stellte sich die Situation jedoch auch ausgeglichen dar. Bei Schlachtrindern ist das Angebot aufgrund der sinkenden Rinderbestände in Deutschland schon länger rückläufig. Doch die Nachfrage verhält sich aufgrund des hohen Preisniveaus äußerst verhalten. Somit fiel das Angebot mit Blick auf die Nachfrage dennoch zwischenzeitlich umfangreich aus. Außerdem lagen die Futtermittelpreise aufgrund eines hohen Angebots längere Zeit unter dem Vorjahresniveau, bevor sie wieder angezogen haben.
Auswirkungen auf die Lebensmittelteuerungsrate
Infolge dieser Preisreduzierungen werden sich die Teuerungsraten für frisches Rind- und Schweinefleisch abschwächen. Dem AMI-Frischeindex zufolge war Schweinefleisch über weite Teile des bisherigen Jahres bereits günstiger erhältlich. Basierend auf den ersten zwei Augustwochen zahlen die Verbraucher für frisches Schweinefleisch aus konventioneller Erzeugung 4,1 % weniger als im Vorjahr. Die Teuerungsrate dürfte nun stärker ins Negative fallen. Bei Rindfleisch hat sich der Preisabstand zum Vorjahr im laufenden Jahr kontinuierlich reduziert. Bedingt war dies durch kleinere Preisreduzierungen, jedoch stärker aufgrund des Basiseffekts – den anziehenden Preisen im Vorjahr. Beides kann nun dazu führen, dass sich die Teuerungsrate für frische Lebensmittel in Summe weiter abschwächt. In den ersten beiden Augustwochen kosten diese 3,7 % weniger als im August 2025.
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Judith Dittrich
Marktanalystin Verbraucherforschung
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Fachautorin für Themen der Verbraucherforschung, Datenauswertung und Erstellung von Analysen
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