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Markterholung führt zu erhöhter Milchproduktion

28.12.2017 (AMI) – Der Milchmarkt hat sich 2017 weiter erholt. Die höheren Produktpreise führten zu einem Anstieg bei den Erzeugerpreisen. Dies hat die Milchproduktion stimuliert, was zum Jahresende durch ein höheres Angebot an den Produktmärkten Preisrücknahmen zur Folge hatte. Auch beim Blick auf das Jahr 2018 dürfte das steigende Milchaufkommen den Marktverlauf maßgeblich beeinflussen.

Milchmarkt 2017 fettgetrieben deutlich erholt

Am Milchmarkt setzte sich 2017 die Erholung, die Mitte des vorangegangenen Jahres begonnen hatte, fort. Ermöglicht hat dies das begrenzte Rohstoffaufkommen. Bis Juli lagen die Anlieferungsmengen in Deutschland teils deutlich unter der Vorjahreslinie. Ausschlaggebend hierfür waren vorrangig die, im Zuge der Milchkrise 2016, reduzierten Kuhbestände. Ab August bewegte sich das Milchaufkommen durch die gestiegenen Erzeugerpreise wieder zunehmend oberhalb der Vorjahreslinie. Insgesamt erfassten die Molkereien 2017 dennoch schätzungsweise etwas weniger Milch als im Vorjahr.

Obwohl der Milchmarkt angebotsseitig ausgeglichen war, liefen die Verwertungen deutlich auseinander. Die Preise von Butter kletterten bis zum Herbst von einem Allzeithoch zum nächsten. Auch Vollmilchpulver und Käse profitierten vom festen Fettmarkt. Im Verlauf des vierten Quartals ist der Preisanstieg jedoch zum Stillstand gekommen und es kam erneut zu Korrekturen. Dies fielen am deutlichsten dort aus, wo die Preise zuvor am stärksten gestiegen waren. Die Eiweißseite hingegen blieb, auch vor dem Hintergrund der hohen Bestände, nahezu im gesamten Jahresverlauf schwach.

Trotz der starken Preisunterschiede auf der Produktebene stiegen 2017 die Erzeugerpreise für Milch stark an. Vor allem der Höhenflug der Butterpreise und die höheren Käsepreise trieben das Milchgeld nach oben. Das Jahresmittel für konventionelle Kuhmilch mit standardisierten Inhaltsstoffen liegt 2017 schätzungsweise bei rund 36,0 Ct/kg, und damit erheblich über den Ergebnissen der Jahre 2015 und 2016.

2018 hängt vieles von der Milchmenge ab

In Deutschland gehen die Produktmärkte in preislicher Hinsicht, vor allem auf der Fettseite, verglichen mit den Spitzenwerten im Herbst 2017, deutlich bereinigt an den Start. Auf der Eiweißseite beim Magermilchpulver, zeichnet sich bisher keine Erholung ab. Diese Entwicklungen dürften sich 2018 zunächst auch in Rückgängen bei den Milcherzeugerpreisen auswirken. So wie die steigenden Butterpreise das Milchgeld 2017 nach oben getrieben haben, wird sich deren Abschwächung im kommenden Jahr auch in deutlichen Rücknahmen bei der Auszahlungsleistung der Molkereien niederschlagen. Die langfristigen Abschlüsse mit dem Handel werden sich im ersten Halbjahr jedoch stabilisierend auf den Verlauf der Erzeugerpreise auswirken. Unabhängig davon wird es zum Jahresbeginn 2018 zu einer Wende bei den Milchpreisen kommen.

Gleichzeitig wird das Jahr 2018 in Deutschland wohl mit einem weiteren Anstieg des Milchaufkommens beginnen. Dadurch dürfte bei den Anlieferungsmengen das Vorjahresniveau, das im Zuge des nationalen Milchmengenreduktionsprogrammes und dem Abbau der Milchkuhbestände deutlich verringert war, zunächst weiter stark übertroffen werden. Vor diesem Hintergrund muss entsprechend Absatzpotential vorhanden sein. Mit der zusätzlichen Milch wird die Verfügbarkeit von Butter und Magermilchpulver zunehmen. Auch der Käseproduktion dürften vermehrt Mengen zugeführt werden, wie dies in vergleichbaren Situationen auch in den vergangenen Jahren der Fall war. Dies könnte sich im ersten Halbjahr an den Märkten in Form von weiteren Preisrückgängen auswirken, sofern sich der Export nicht entsprechend aufnahmefähig zeigt.

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Beitrag von Andreas Gorn

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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