Deutschland | Rohmilch | Anlieferung

2025 – das Jahr ohne Saisontief

22.12.2025 (AMI) – Der Milchmarkt zeigte im Jahr 2025 zwei Seiten: Rohstoffknappheit und eine stabile Marktlage in der ersten Hälfte, in der zweiten hingegen Angebotsüberschüsse und Preisrückgänge.

Die Molkereien in Deutschland haben im Zeitraum von Januar bis Oktober insgesamt 27,0 Mio. t Kuhmilch erfasst. Das war, bereinigt um den Schalttag, in etwa genauso viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dabei ergab sich für die ersten sieben Monate ein Minus, das durch die umfangreichen Mengen im Herbst überkompensiert wurde. Die Ursachen hierfür waren vielfältig: Die Spätfolgen der Blauzungenkrankheit hatten zu Fruchtbarkeitsstörungen geführt. Dadurch kam es in der zweiten Jahreshälfte zu verspäteten Kalbungen mit entsprechend erhöhter Milcherzeugung. Grundfutter war in guter Qualität und ausreichender Menge vorhanden. Auch die hohen Milcherzeugerpreise, die bis September über der 50-Cent-Marke lagen, wirkten stimulierend auf die Erzeugung. Zudem wurden weniger Kühe geschlachtet. All diese Faktoren zusammen führten dazu, dass den Molkereien ab Spätsommer ungewöhnlich viel Milch angedient wurde und das übliche Saisontief ausblieb. Nach ersten Schätzungen der AMI liegt die Milchanlieferung in Deutschland im Jahr 2025 um knapp 1 % höher als im Jahr zuvor. Auch EU-weit und international übertrafen die Milchmengen das Vorjahresniveau.

Hohes Angebot führt zu Preisdruck

Dem umfangreichen Angebot stand hingegen eine in weiten Teilen des Jahres gedämpfte Nachfrage gegenüber. Die zu Jahresbeginn noch hohen Preise hatten zu Kaufzurückhaltung geführt. Dementsprechend kam es ab dem Spätsommer zu einem Preisverfall. Dieser war an den Spotmärkten im Handel mit Rahm, Magermilchkonzentrat und Magermilch besonders ausgeprägt. Aber auch Butter, Mager- und Vollmilchpulver sowie Käse gaben merklich nach. Einzig Molkenpulver konnte sich gegen die rückläufigen Tendenzen behaupten. Hierzu hat auch die rege Nachfrage nach Molkenderivaten beigetragen.

Welche Auswirkungen hatte das auf die Preise entlang der Wertschöpfungskette? Und welche Entwicklungen sind zu Beginn des neuen Jahres am Milchmarkt zu erwarten? Eine ausführliche Analyse hierzu finden Sie in unserem Online-Dienst Markt aktuell Milchwirtschaft.

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Beitrag von Dr. Kerstin Keunecke
Marktexpertin Milch und Milchprodukte

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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