Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Milcherzeugerpreise weiter unter Druck

05.02.2026 (AMI) – Im Dezember setzte sich der Rückgang der Preise für konventionell erzeugte Milch fort. Grund dafür war der vorangegangene Preisverfall an den Produktmärkten, der durch das hohe Rohstoffaufkommen ausgelöst wurde. Für eine nachhaltige Erholung des Marktes ist jedoch eine spürbare Entlastung des Angebotsdrucks erforderlich.

Im Dezember haben die Molkereien in Deutschland ihre Auszahlungspreise für konventionell erzeugte Kuhmilch erneut kräftig gesenkt. Nach Schätzungen der AMI lag der bundesweite Durchschnittspreis bei etwa 43,4 Ct/kg für Kuhmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Dies entspricht einem Minus von 3,1 Ct/kg im Vergleich zum Vormonat. Die Milcherzeugerpreise haben sich somit zügig der psychologisch bedeutenden 40-Cent-Marke angenähert.

Immer mehr Molkereien unter der 40-Cent-Marke

Nachdem im November lediglich einzelne Molkereien einen Grundpreis von unter 40,0 Ct/kg gezahlt hatten, rutschte die Auszahlungsleistung im Dezember bei immer mehr Molkereien unter diese Schwelle. Im AMI-Milchpreisvergleich war dies bei insgesamt 23 Molkereien der Fall, die rund 42 % der in Deutschland erfassten Milchmenge aus konventioneller, gentechnikfreier Fütterung repräsentieren.

Butter- Pulververwertung eingebrochen

Die gesunkenen Milcherzeugerpreise im Dezember resultieren aus den drastischen Preisrückgängen bei den Verarbeitungsprodukten im Herbst des vergangenen Jahres. Die Molkereien standen vor erheblichen logistischen Herausforderungen, das hohe Rohstoffaufkommen zu bewältigen. In den Werken wurden Kapazitätsgrenzen erreicht, und die zusätzliche Milch konnte nur durch Preiszugeständnisse vermarktet werden. Dies zeigte sich vor allem im Handel mit Rohstoffen. Auch die Preise für Commodities wie Butter und Milchpulver gaben stark nach. Schnittkäse konnte sich den rückläufigen Tendenzen ebenfalls nicht entziehen.

Im Januar haben sich die Milchmärkte stabilisiert. Treibende Kraft war die durch das stark abgesenkte Preisniveau gestiegene Nachfrage nach Molkereiprodukten. Allerdings belastet das weiterhin hohe Rohstoffaufkommen auf nationaler und internationaler Ebene den Markt. Die Verwertungen lagen im Januar nahezu produktübergreifend deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Richtungsweisend bleibt der Leitindex aus Butter und Magermilchpulver, der nur noch knapp über der 30-Cent-Marke liegt. Da die Milcherzeugerpreise den Produktmärkten zeitverzögert folgen, ist auch im ersten Quartal 2026 mit weiteren Rückgängen zu rechnen. Im Januar dürfte das Minus nochmals deutlich ausfallen, bevor sich die Abschläge danach abschwächen.

Wie entwickelten sich die Erzeugerpreise in den einzelnen Regionen? Wo gab es die deutlichsten Abschläge? Eine ausführliche Analyse zu den Erzeugerpreisen für konventionell erzeugte Milch finden Sie in unserem Online-Dienst Markt aktuell Milchwirtschaft.

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Beitrag von Dr. Kerstin Keunecke
Marktexpertin Milch und Milchprodukte

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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