Deutschland | Rohmilch | Erzeugerpreise

Milchpreise 2025: Hoch eingestiegen, deutlich nachgelassen

01.04.2026 (AMI) – Die Erzeugerpreise für konventionelle Kuhmilch lagen im Jahr 2025 über weite Strecken auf Rekordkurs. Ab Spätsommer führten expansive Milchmengen zu Preisdruck und zunehmenden Abschlägen. Dennoch wurde das zweithöchste Jahresergebnis erzielt. Die Preise für Bio-Milch zeigten sich dagegen weitgehend stabil und erreichten einen neuen historischen Höchstwert.

Die Auszahlungsleistungen der Molkereien in Deutschland stiegen 2025 im Jahresdurchschnitt deutlich an. Für konventionell erzeugte Kuhmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß zahlten sie bundesweit im Mittel 52,24 Ct/kg inklusive Nachzahlungen. Damit lag der Milchpreis um 4,1 Ct/kg über dem Vorjahresniveau. Im langfristigen Vergleich wurde das zweithöchste Jahresergebnis erzielt; lediglich im Rekordjahr 2022 lag der Durchschnittspreis mit 53,18 Ct/kg noch höher.

Die konventionellen Erzeugerpreise starteten 2025 mit 52,67 Ct/kg auf einem sehr hohen Niveau. Nach einem stabilen Jahresbeginn legten sie bis in den Sommer hinein leicht zu und erreichten im August mit 53,51 Ct/kg den Jahreshöchststand. In der ersten Jahreshälfte stützte ein geringes Rohmilchaufkommen das hohe Preisniveau. Ab Spätherbst führten jedoch expansive Milchmengen zu erheblichen Abschlägen, sodass der Milchpreis bis Dezember auf 43,45 Ct/kg sank.

Bio-Milch baut Vorsprung erneut aus

Die Erzeugerpreise für ökologisch erzeugte Kuhmilch haben im Jahr 2025 ebenfalls deutlich zugelegt. Das Bundesmittel für Bio-Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß einschließlich Nachzahlungen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,9 Ct/kg auf 65,94 Ct/kg. Damit wurde erstmals im Jahresdurchschnitt die 60-Cent-Marke überschritten und zugleich ein neues Allzeithoch erreicht.

Wie im konventionellen Bereich nahm auch bei Bio-Milch das Rohstoffangebot in der zweiten Jahreshälfte gegenüber 2024 zu. Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Molkereiprodukten erwies sich jedoch als deutlich aufnahmefähiger. Bio-Produkte werden überwiegend über den Lebensmitteleinzelhandel auf Basis längerfristiger Kontrakte vermarktet. Zudem spielt der Export in Drittländer eine untergeordnete Rolle, sodass Preisschwankungen auf den Weltmärkten nur in geringem Umfang auf den Bio-Milchmarkt durchschlagen.

Diese strukturellen Unterschiede sorgen regelmäßig für einen stabileren Preisverlauf bei Bio-Milch im Vergleich zu konventioneller Milch. Entsprechend öffnete sich die Preisschere erneut deutlich. Im Jahr 2025 lag das Bundesmittel für Bio-Milch um 13,7 Ct/kg über dem für konventionell erzeugte Milch, nachdem der Abstand im Vorjahr auf 9,9 Ct/kg gesunken war.

Wie entwickelten sich die Milcherzeugerpreise im Jahresverlauf im Detail? Und welche Bundesländer zahlten überdurchschnittliche Preise aus? Eine aktuelle Einschätzung finden Sie in einer ausführlichen Analyse in unserem Online-Dienst Markt aktuell Milchwirtschaft.
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Beitrag von Dr. Kerstin Keunecke
Marktexpertin Milch und Milchprodukte

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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