Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen und Mais

Chicago: Mais trotz laufender US-Ernte fester

19.09.2024 (AMI) – Die Maisnotierungen legen zu und widersetzen sich damit den Fundamentaldaten. Weizen verliert, Feldarbeiten in den USA schreiten zügig voran.

Die Maisnotierungen in Chicago legten in den vergangen fünf Handelstagen zu und verspüren damit keinen Druck, den die laufende US-Ernte ausüben müsste. Am 18.09.2024 schloss der neue Fronttermin Dezember 24 bei 146,08 EUR/t, ein Plus von 1,78 EUR/t auf Wochensicht. Auch die Folgetermine bis Mai 25 legten in vergleichbaren Umfang zu.

Das marktbeherrschende Thema ist die laufende US-Ernte. Im Mittleren Westen geben die Drescher Gas, sodass nach Angaben des USDA zum Beginn der laufenden Woche bereits 9 % der Flächen geräumt waren, 3 Prozentpunkte mehr als üblich. Gleichzeitig stieg der Anteil der als überdurchschnittlich bewerteten Feldbestände um 1 Prozentpunkt auf 65 %. Niederschläge, die für die kommenden Tage für die Kernanbaugebiete prognostiziert werden, könnten den Drusch vielleicht verlangsamen.

Begrenzt wurden die Kursgewinne von der geringen Nachfrage Chinas. Im August 24 importierte die Volksrepublik 430.000 t Mais, 64 % weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt hinken 2024 die Maisimporte mit 12,6 Mio. t dem Vorjahreswert um 2,3 Mio. t hinterher.

Aktivster Weizenkontrakt gibt nach

Indes gab der neuen Weizenfronttermin Dezember 24 im Vergleich zur Vorwoche nach und schloss am 18.09.2024 bei umgerechnet 190,16 EUR/t, ein Minus auf Wochensicht von 2,56 EUR/t. Der am 13.09.2024 ausgelaufen September 24 Kontrakt hatte zuletzt bei 189,40 EUR/t geschlossen, wobei das Handelsvolumen in den letzten Tagen der Laufzeit des Kontraktes sehr gering ausfiel.

Die Befürchtung einer erneuten Eskalation am Schwarzen Meer, die die Getreideexporte der Ukraine beeinträchtigen könnte, währte nur kurz und konnte den Kurs nicht nachhaltig stützen und trat angesichts des nach wie vor großen Angebots aus der Region in den Hintergrund. Die trüben Aussichten zur EU-Weizenerzeugung konnten die Verluste lediglich begrenzen. Auch weil die in den USA Bedingungen für die laufende Sommerweizenernte und die Aussaat des Winterweizens derzeit günstig sind. So waren Anfang der Woche bereits auf 14 % der avisierten Flächen die Winterung ausgebracht, gegenüber 13 % im langjährigen Durchschnitt. Die Ernte der Sommerung läuft ebenfalls sehr flott voran, sodass am 16.09.2024 nach Angaben des USDA bereits 92 % der Flächen geräumt waren, 2 Prozentpunkte mehr als im 5-Jahresschnitt.

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Beitrag von Eike Wagner
Key Account Manager
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