Welt | Soja | Marktversorgung

US-Farmer als Verlierer der Zollpolitik

16.09.2025 (AMI) – In den vergangenen drei Jahrzenten ist die weltweite Nachfrage nach Proteinen stark gestiegen. Die USA sind zusammen mit Brasilien der wichtigste Anbieter von Sojabohnen. Der aktuelle Zollkonflikt dürfte die Nachfrage des Hauptabnehmers China jedoch merklich schmälern.

Die USA sind weltweit der zweitwichtigste Lieferant für Sojabohnen. Dabei ist China mit großem Abstand der wichtigste Abnehmer. Allein 2023/24 erhielt das Reich der Mitte rund 25 Mio. t Sojabohnen aus den Vereinigten Staaten, was einem Anteil an den Gesamtexporten von 54 % entspricht. Dagegen erhielt die EU, als zweitwichtigster Abnehmer nach China lediglich 4,9 Mio. t.

Hinsichtlich der künftigen Nachfrage Chinas herrscht derzeit erhebliche Unsicherheit, da der Handelsstreit zwischen beiden Ländern anhält. Zwar betonen hochrangige chinesische Vertreter, der Konflikt solle nicht auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden, in den USA geraten viele Betriebe jedoch bereits unter starken finanziellen Druck. Nach Angaben der American Soybean Association (ASA) fallen die Erzeugerpreise, während die Kosten für Betriebsmittel steigen. Entsprechend wächst die Sorge, dass ein länger anhaltender Konflikt die wirtschaftliche Stabilität zahlreicher Farmen gefährden könnte. Angesichts der Vergeltungszölle sind US-Bohnen derzeit rund 20 % teurer als südamerikanische Ware, was die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich schmälert.

Traditionell hat China ab dem Spätsommer regelmäßig größere Mengen US-Sojabohnen geordert, um die Versorgungslücke bis zur brasilianischen Ernte zu überbrücken. Umfangreiches Neugeschäft aus den USA in Richtung China bleibt bislang aus. Ohne ein tragfähiges Abkommen könnte China vermehrt auf südamerikanische und weitere Anbieter ausweichen.

Wie werden sich die Preise am deutschen, aber auch am internationalen Ölsaatenmarkt entwickeln? Welche Mengen und Qualitäten bringen die Ernten bei uns und unseren Hauptlieferländern? Antworten auf diese Fragen finden Sie kontinuierlich in unserem Online-Dienst Markt aktuell Ölsaaten und Bioenergie.

Sie sind noch kein Kunde und möchten vom Expertenwissen der AMI profitieren? Dann nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten in unserem Shop und sichern Sie sich noch heute Ihren persönlichen Zugang zum Markt aktuell Ölsaaten und Bioenergie.

Beitrag von Nadja Pooch
Produktmanagerin Pflanzenbau
Druckversion als PDF öffnen

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Rekordernte Brasiliens lastet auf Sojakursen

21.01.2026 (AMI) – US-Sojabohnen zeigen leichte Kursgewinne, während die hohe brasilianische Ernte weiter Druck auf die Märkte ausübt. Die Rapsmärkte profitieren von einer geplanten Zollsenkung Chinas auf kanadische Rapssamen.   Mehr

Welt | Frühkartoffeln | Marktversorgung

Weniger Frühkartoffeln aus Israel

21.01.2026 (AMI) – Vor dem Hintergrund einer riesigen Speisekartoffelernte in Westeuropa wurden in Israel weniger Frühkartoffeln angebaut. Die Lieferanten wollen aber Ende März zu Ostern früher am Markt sein.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Scharfer Wettbewerb am Exportmarkt drückt Kurse

15.01.2026 (AMI) – Die Weizenkurse geben auf Wochensicht nach. Vor allem die große Konkurrenz aus Australien und Argentinien zieht die Notierungen nach unten.   Mehr