Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Nachfrageflaute belastet US-Sojakurse

01.10.2025 (AMI) – Die Sojakurse in Chicago geben weiter nach, da China seinen Bedarf weiterhin in Südamerika deckt. Raps verliert angesichts größerer Ernten in der EU und Kanada.

Die Sojabohnenkurse in Chicago haben in der vergangenen Woche nachgegeben. Am 30.09.2025 schloss der Fronttermin November 2025 bei umgerechnet 313,47 EUR/t, ein Minus auf Wochensicht von 1,81 EUR/t.

Belastet wurden die Kurse durch die nach wie vor ausbleibenden Sojakäufe seitens Chinas in den USA. Seit Mai dieses Jahres blieben die Buchungen bislang aus. Aus der US-Ernte 2025 wurde noch nichts an China verkauft. Diese decken sich derzeit primär in Südamerika ein, zuletzt in der vergangenen Woche, nachdem Argentinien kurzfristig die Exportsteuer auf Agrarprodukte – darunter Sojabohnen – aussetzte. Marktteilnehmern zufolge soll China in diesem Zuge fast 1,3 Mio. t Sojabohnen zur Lieferung im November und Dezember 2025 in 40 Ladungen gebucht haben. Ein weiterer Rückschlag für die US-Farmer, die vom Handelskonflikt zwischen den USA und China stark betroffen sind.

Zeitgleich wurden die Kurse durch die laufende Ernte in den US-Anbaugebieten belastet. Das warme und trockene Wetter im Mittleren Westen der USA begünstigte den Erntefortschritt am Wochenende, und die Vorhersagen für diese Woche sind ebenfalls günstig.

Für etwas Entlastung sorgten die unter den Erwartungen liegenden vierteljährlich erhobenen US-Lagerbestände. Nach Angaben des USDA waren zum Stichtag 01.09.2025 gut 8,6 Mio. t in den USA eingelagert, ein Minus zum Vorjahr von 7,5 %. Marktteilnehmer hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, waren aber davon ausgegangen, dass die Lagerbestände mit 8,8 Mio. t etwas höher liegen würden.

Indes schreitet die brasilianische Aussaat schneller voran als im Vorjahr. Bis zum 25.09.2025 waren 3,2 % der avisierten Fläche gedrillt, im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 2 %. Ausschlaggebend waren dabei die jüngsten Niederschläge, die in den von Trockenheit geplagten Anbauregionen die Arbeiten erleichterten.

Ernteschätzung belastet Rapskurse in Paris

Auch die Rapskurse in Paris verloren in der zurückliegenden Berichtswoche an Wert. Der Fronttermin November 2025 beendete den Handelstag am 30.09.2025 bei 466 EUR/t, ein Minus von 6 EUR/t. Belastet wurden die Kurse unter anderem vom zügigen Rückgang des Rohöls, der Schwäche der Sojabohnen und dem erneuten Kursrückgang an der ICE in Winnipeg für die kanadische Saat.

Zudem belastete die deutlich nach oben korrigierte Prognose seitens der Kommission für die diesjährige Rapsernte in der EU die Notierungen. Die EU-Kommission geht jetzt von einer Rapsernte von 19,9 Mio. t aus, 5,7 % mehr als im August noch geschätzt und ein Plus zum Vorjahr von 19 %. Dies käme der größten Rapsernte seit 11 Jahren gleich. Besonders für Frankreich, Deutschland, Polen und Rumänien korrigierte die EU-Kommission die Ernteschätzung nochmals deutlich nach oben.

Auch die kanadischen Kurse gaben angesichts des steigenden Erntedrucks nach. Am 30.09.2025 schloss der nächstfällige Kontrakt November 2025 bei umgerechnet 370,24 EUR/t und damit 8,49 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche.

Die Provinz Saskatchewan meldete am 25.09.2025, dass die Rapsernte zu 42 % abgeschlossen sei, in Alberta waren 28 % der Flächen geräumt. Manitoba meldete, dass die Ernte zu 45 % abgeschlossen sei.

Zudem hinken die Canolaexporte weiterhin hinterher. Die Canadian Grain Commission meldete für das bisherige Wirtschaftsjahr ein Volumen von 0,6 Mio. t gegenüber 1,68 Mio. t im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Inlandsverbrauch übersteigt mit 1,61 Mio. t jedoch bislang leicht den Vorjahreswert.

Da für den größten Teil der Prärie gute Witterungsbedingungen für die Ernte vorhergesagt wurden, gibt es Spekulationen im Handel, dass die Rapsproduktion 21 Mio. t erreichen oder sogar übertreffen könnte. Anfang dieses Monats schätzte Statistics Canada die Rapsernte auf 20,03 Mio. t.

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Beitrag von Eike Wagner
Key Account Manager
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