Ernte setzt Maiskurse in Chicago und Paris unter Druck
An der CBoT gaben die US-Maiskurse in der Berichtswoche weiter nach. Der Fronttermin Dezember-25 verlor gegenüber Vorwoche knapp 2 % an Wert und schloss umgerechnet bei 139,86 EUR/t. Ausschlaggebend waren der USDA-Quartalslagerbericht mit höher als erwarteten Beständen sowie zunehmender Erntedruck.
Die gemeldeten Maisbestände zum 01.09.25 lagen laut USDA bei 38,9 Mio. t. Das war mehr als die Analysten geschätzt hatten, verfehlt aber den Vorjahreswert. Kurzfristig wirkte das kursdrückend, zugleich zeigt aber der Vergleich auch, dass die niedrigen Preise den Export deutlich belebt und somit die Vorräte verringert haben.
In den USA kam die Maisernte trotz örtlicher Schauer weiter voran. Der Crop-Progress-Report weist einen Erntefortschritt von 18 % aus – das sind 7 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche und 2 Punkte weniger als im Vorjahr. Die Bonitur blieb stabil bei 66 % überdurchschnittlich und 10 % unterdurchschnittlich. Mit der anhaltend warmen und trockenen Witterung dürfte der Drusch in dieser Woche Tempo aufnehmen. Unterm Strich bleibt das Bild einer sehr großen US-Ernte. Das USDA hatte zuletzt 427 Mio. t prognostiziert, 13 % über Vorjahr.
Die US-Außenhandelsdaten unterstützten ebenfalls. Die US-Exportverkäufe übertrafen mit 1,9 Mio. t die Erwartungen und untermauern die Wettbewerbsfähigkeit von US-Mais. Aber auch die Lieferungen aus Südamerika bleiben lebhaft. Brasilien exportiert weiter zügig aus einer großen Ernte heraus, und Argentinien hatte die Exportabgaben vorübergehend ausgesetzt – beides hält den globalen Angebotsdruck aufrecht und begrenzt größere Kursgewinne in Chicago.
Paris dreht nach Vorwochenplus ins Minus
An der Euronext drehen die Maiskurse ins Minus. Der Fronttermin November 25 sank um 5,25 auf 181 EUR/t. Gleichzeitig drückt die laufende EU-Ernte auf die Kurse. Damit kann die gesenkte Maisernteschätzung der EU-Kommission keine Kurswirkung erzielen. Die EU-Maisernte wird aktuell nur noch bei 57,1 Mio. t gesehen und damit 1,3 % unter Vormonatsschätzung. Gegenüber 2024 ist das ein Minus von knapp 5 %. Außerdem wird das langjährige Mittel um gut 9 % verfehlt. Das weiterhin reichliche Weltangebot mit der großen US-Ernte sowie der Lieferfähigkeit aus Übersee entwickelte mehr Kurswirkung.
Wie entwickelten sich die Kursverläufe für Weizen? Und was sind die relevanten Einflussfaktoren der Getreidemärkte? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter Markt aktuell Getreide. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!
© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH
ZurückLogin
Das könnte Sie auch interessieren
Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau
Tel. (0228) 33805-350
Markt Woche

Die Markt Woche Getreide/Ölsaaten liefert Ihnen wöchentlich alle Hintergründe und Daten zum Marktgeschehen.



