Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojakurse profitieren von Handelsdeal

05.11.2025 (AMI) – Die US-Sojakurse legten im Zuge der Hoffnung auf eine Belebung der chinesischen Nachfrage zu und erreichten zwischenzeitlich ein 16-Monats-Hoch. Größere US-Käufe blieben jedoch aus, da chinesische Importeure erneut günstigere Ware aus Brasilien bevorzugten.

Die Sojabohnenkurse in Chicago legten in der vergangenen Berichtswoche deutlich zu. Der aktivste Kontrakt, Januar-26, erreichte am 03.11.2025, dem ersten Handelstag des Monats, ein 16-Monats-Hoch von 361,93 EUR/t. Getrieben wurde der Anstieg von der Hoffnung auf eine Wiederbelebung der chinesischen Nachfrage nach US-Sojabohnen. Am Folgetag gaben die Kurse jedoch einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Der Fronttermin November-25 schloss zuletzt am 4. November 2025 bei umgerechnet 354,58 EUR/t, was einem Wochenplus von 13,71 EUR/t entspricht.

Hintergrund ist ein neues Handelsabkommen zwischen China und den Vereinigten Staaten, in dem sich Peking laut US-Finanzminister Scott Bessent verpflichtet hat, bis Januar 12 Mio. t US-Sojabohnen zu erwerben und in den folgenden drei Jahren jährlich 25 Mio. t zu importieren. Konkrete Abschlüsse blieben bislang jedoch aus. Händler berichten, dass chinesische Käufer zuletzt preisgünstigere Sojabohnen aus Brasilien bevorzugt haben, da die südamerikanischen Notierungen unter Druck standen.

Mit Blick nach vorn richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes nun auf die tatsächliche Umsetzung der chinesischen Kaufzusagen und die Wettbewerbsfähigkeit der US-Preise gegenüber Südamerika. Sollten aus China bald größere US-Käufe bestätigt werden, könnte dies die Kurse weiter stützen – andernfalls droht eine Korrektur vom jüngsten Hoch angesichts des nach wie vor großen Angebotes am Markt.

Rapskurse in Paris unter Druck

Die Unterstützung durch die festen Sojabohnenkurse konnte die Verluste beim Raps in der vergangenen Berichtswoche lediglich begrenzen. Auf Wochensicht gab der neue Fronttermin Februar-26 an der Pariser Euronext um 1 auf 479 EUR/t nach. Der November-25-Kontrakt war vor dem Wochenende mit 481 EUR/t aus dem Handel gegangen. Belastet wurden die Kurse weiterhin durch das umfangreiche Angebot an Raps aus der EU-Ernte 2025, das auch den Importbedarf der Union deutlich schmälert. Seit Beginn des Wirtschaftsjahres 2025/26 wurden insgesamt rund 1,26 Mio. t Raps eingeführt – ein Rückgang um 42 % gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt.

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Beitrag von Eike Wagner
Produktmanager Pflanzenbau
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