Sojakurse taumeln
Die Sojakurse in Chicago haben in der zurückliegen Woche deutlich Einbußen hinnehmen müssen. Der Fronttermin Januar 26 beendete den Handelstag am 09.12.2025 bei umgerechnet 343,26 EUR/t und damit 12,54 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche.
Belastet wurden die Kurse durch die hinter den Erwartungen zurückbleibenden chinesischen Käufe bei US-Anbietern. Nach dem Handelsabkommen zwischen Washington und Peking war zunächst Optimismus ausgebrochen, der die Kurse nach oben gezogen hatte. Zuvor hatte der Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt dazu geführt, dass chinesische Käufer auf Lieferungen aus den USA verzichteten. Doch bislang erfolgen die Lieferungen nur sehr schleppend, und das anvisierte Ziel von 12 Mio. t bis zum Jahreswechsel 2025/26, das die US-Regierung ihren Farmern und Exporteuren versprochen hatte, bleibt weiterhin in weiter Ferne. Marktteilnehmer zeigten sich zuletzt desillusioniert und betonten, dass ein Abkommen auf dem Papier wenig nützt, wenn keine konkreten Verträge abgeschlossen werden. Zudem kursierten zuletzt Gerüchte, dass der Zeitrahmen für die anvisierte Menge um zwei Monate auf Februar 2026 verschieben werden könnte.
Ein Hauptgrund für das nur langsam in Fahrt kommende Abkommen ist wohl die aktuelle Lage auf dem chinesischen Markt. Dieser ist gut mit Sojabohnen versorgt, vor allem aus Brasilien, aber auch aus anderen südamerikanischen Staaten. Der Bedarf der dortigen Branche ist derzeit begrenzt.
Ein weiteres Argument für die schwachen Kurse ist die bevorstehende brasilianische Ernte. Obwohl es Berichte über teils ungünstige Bedingungen gab, preist der Markt derzeit eine Rekordernte ein, die im ersten Quartal 2026 auf den Markt kommen wird.
Im Vorfeld des USDA-Berichts gab es zudem nur wenig Bewegung. Der Dezember-Bericht gilt ohnehin als einer, der nur wenige Impulse liefert, da er in der Regel keine großen Veränderungen enthält und noch keine konkreten Erkenntnisse zur südamerikanischen Ernte bietet. Diese folgen üblicherweise im ersten Bericht des neuen Jahres, also Mitte Januar 2026.
Rapskurse unter Druck
Vor diesem Hintergrund ging es auch in Paris für die Rapskurse abwärts. Der Fronttermin Februar 26 verlor innerhalb von 5 Sitzungen 10,75 EUR/t an Wert und schloss am 09.12.2025 bei 471,75 EUR/t. In dieser Saison bleiben die EU-Importe merklich hinter dem Vorjahr zurück. Bislang wurden rund 1,7 Mio. t Rapssaat in die Union eingeführt, das sind mehr als 1,1 Mio. t weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Wichtigster Handelspartner ist bislang die Ukraine, die allerdings mit 1,0 Mio. t gut 0,8 Mio. t weniger lieferte als noch ein Jahr zuvor.
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