Rekordsojabohnenernte in Brasilien belastet US-Sojakurs
In der zurückliegenden Berichtswoche tendierten die Sojabohnenkurse an der Börse in Chicago schwächer. Der scheidende Fronttermin Januar 26 schloss am 13.01.2026 bei umgerechnet 325,42 EUR/t, ein Minus von 1,59 EUR/t auf Wochensicht. Auch der aktivste Kontrakt März 26 gab zuletzt nach. So beendete dieser den Handelstag mit 327,47 EUR/t, ein Minus von 4,01 EUR/t.
Belastet wurden die Kurse unteranderem durch die Aussicht auf eine Rekordsojabohnenernte in Brasilien. Verstärkt wurde dies durch die derzeit günstigen Witterungsbedingungen in den brasilianischen Anbaugebieten. So dürften die jüngsten Niederschläge den dortigen Feldbeständen zugutegekommen sein. Das USDA taxierte in seinem jüngsten Bericht die brasilianische Ernte in der laufenden Saison auf 178 Mio. t. Zeitgleich senkte das USDA seine Prognose zu den US-Exporten der Saison 2025/26 um 1,6 auf 42,9 Mio. t. Ausschlaggebend dürfte dabei der schwache Start in die US-Exportsaison gewesen sein. Auch wenn China seit November 2025 wieder als Käufer von US-Soja auftritt, befürchten Marktteilnehmer, dass sich Peking wieder auf brasilianisches Soja konzentrieren könnte, sobald das vereinbarte Kontingent von 12 Mio. t ausgeschöpft ist.
Zuvor hatten die umfangreichen chinesischen Käufe die US-Notierung noch gestützt. So erwarb der staatliche chinesische Lagerhalter Sinograin 10 Schiffsladungen mit insgesamt 0,6 Mio. t US-Sojabohnen.
Rapskurse legen in Paris zu
Die Rapskurse tendierten dagegen fester. In Paris schloss der Fronttermin Februar 26 am 13.01.2026 bei 473,50 EUR/t und damit 6,50 EUR/t über Vorwochenlinie. Dabei profitierten die Pariser Kurse vorrangig von der Rally der kanadischen Canolanotierungen. In Winnipeg legte der Fronttermin Januar 26 innerhalb einer Woche um umgerechnet 10,70 auf 383,26 EUR/t zu.
Ausschlaggebend war die Hoffnung, dass es beim Besuch des kanadischen Premierministers zu einer Beilegung des Zollstreites zwischen den beiden Staaten kommen könnte. China hatte im vergangenen Jahr als Reaktion auf die von Kanada verhängten Zölle auf E-Autos im Gegenzug auf kanadische Rapssaat und deren Nachprodukte Zölle erhoben. In der Folge brachen die kanadischen Belieferungen Richtung China ein, welcher zuvor der wichtigste Abnehmer der kanadischen Ölsaat war.
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