Enge Spanne in Chicago – Raps in Paris legt zu
In Chicago bewegten sich die Sojabohnenkurse in der vergangenen Berichtswoche in einer engen Spanne. Der bald auslaufende Fronttermin März 26 schloss am 27.01.2026 bei umgerechnet 328,70 EUR/t ab und blieb damit auf Wochensicht stabil. Die Berichtswoche war jedoch von Schwankungen geprägt. Auch der Folgetermin Mai 26 beendete den Handelstag mit 332,47 EUR/t und lag ebenfalls nahe dem Vorwochenniveau.
Grund für die Schwankungen sind unter anderem die Sojaöl-Notierungen. Der Markt blickt auf die US-Biokraftstoffpolitik: Laut Reuters will die US-Regierung die Quoten für 2026 bis Anfang März finalisieren; diskutiert wird für Biodiesel ein Zielkorridor von 19,7 bis 21,2 Mrd. Liter (Vorjahr: 12,7 Mrd. Liter). Das hat zu deutlichen Kurssprüngen bei Sojaöl geführt.
Marktakteure beobachten zudem die Erntearbeiten in Südamerika im Blick, die nach verzögertem Start an Fahrt gewinnen. Die Wetterbedingungen begünstigen die Sojabohnenernte. Laut Experten waren am 22.01.2026 bereits 4,9 % der Sojabohnen geerntet; ein Jahr zuvor waren es 2,9 %. Zudem wurde die Ernteprognose nochmals um 0,6 % auf 181 Mio. t angehoben. Vor diesem Hintergrund rechnet der Handel damit, dass China seine Importe brasilianischer Sojabohnen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 rasch und deutlich ausweiten wird. Ausschlaggebend sind die erwartete Rekordernte sowie wettbewerbsfähige Preise, die das verfügbare Angebot erhöhen. Branchenkreise berichten über frühzeitige Verträge chinesische Verarbeiter ab Februar, da die Ernte zunehmend Fahrt aufnimmt. Laut zwei Händlern hat China für den Zeitraum Februar bis August bereits 23 Mio. bis 25 Mio. t brasilianischer Bohnen aus der neuen Ernte gebucht. Das wachsende Angebot erhöht den Druck auf die Bohne.
Die Wettbewerbsfähigkeit der US-Bohne hat sich in den letzten Tagen gegenüber Brasilien verbessert, vor allem durch Wechselkursbewegungen. Gleichzeitig bleibt der Kursverlauf volatil. Der Markt wägt ab, ob die Exportnachfrage ausreicht, um das weiterhin hohe Angebot zu absorbieren. Ein Kälteeinbruch im Mittleren Westen und Osten der USA beeinträchtigte zuletzt zudem die Logistik: Teile des Mississippi froren am Wochenende zu, Transport und Verladung waren durch Schnee, Eis und tiefe Temperaturen erschwert. Exporteure meldeten zeitweise Schwierigkeiten, Ware nach New Orleans zu bringen. Ölmühlen drosselten punktuell das Crush-Tempo, was Mehl- und Öl-Termine zwischenzeitlich stützte.
Die Ernteprognosen für Argentinien haben sich laut der Börse von Buenos Aires in den letzten Tagen eingetrübt, was auf einen anhaltenden Wassermangel in vielen Anbaugebieten des Landes zurückzuführen ist.
Rapskurse in Paris nehmen Fahrt auf
Das Handelsabkommen zwischen China und Kanada stützte die Rapskurse in Paris und sorgte für Aufschläge. Entsprechend legten die Kurse an der Pariser Börse in der vergangenen Woche zu. Der Fronttermin Februar 26 schloss am 27.01.2026 mit umgerechnet 481,75 EUR/t und lag damit um 7,50 EUR/t über dem Vorwochenniveau.
Auch an der Börse in Winnipeg legten die Canola-Kurse zu. Am 27.01.2026 schloss der Fronttermin März 26 mit umgerechnet 396,36 EUR/t und lag damit rund 4 EUR/t über dem Vorwochenniveau. Die Canola-Futures verzeichneten am Montagmorgen zunächst noch Verluste, da die Stärke des kanadischen Dollars und die schwächeren Rohölpreise die Preisanstiege bei Pflanzenölen überwogen.
In einer ersten Schätzung wird die kommende Canolaernte in Kanada auf 19,2 Mio. t beziffert und damit um 2,6 Mio. t unter dem Vorjahr. Dementsprechend dürften die Endbestände von 2,75 Mio. t auf 1,6 Mio. t sinken. Das Abkommen zwischen China und Kanada treibt die Kurse weiter an und dürfte in den kommenden Monaten einen Großteil der kanadischen Rapsexporte wieder nach China lenken.
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