Angebot aus Südamerika deckelt Sojakurs in Chicago – Raps profitiert von Canola
In Chicago bewegten sich die Sojabohnenkurse in der vergangenen Berichtswoche in einer engen Spanne, per Umrechnung legten sie leicht zu. Der bald auslaufende Fronttermin März schloss am 03.02.2026 bei umgerechnet 331,80 EUR/t, ein Plus von 3,10 EUR/t gegenüber Vorwoche. In US-Dollar blieben die Notierungen auf Wochensicht stabil. Fundamentale Leitplanken bleiben die zügig anlaufende brasilianische Ernte (neue Rekordspanne) und selektive China-Käufe, die sich mit Fortschritt der brasilianischen Druschsaison tendenziell Richtung Südamerika verlagern. Stützend wirkte der Ölkomplex.
Das US-Finanzministerium hat die 45Z-Leitlinien präzisiert – das ist der Clean Fuel Production Tax Credit von 1 $/Gallone für niedrigkarbonige Kraftstoffe. Die aktualisierte Auslegung erleichtert u. a. die Anrechenbarkeit von Ölen/Feedstocks (auch jenseits der US-Grenzen) und verbessert damit die Ertragsaussichten für Biodiesel/HVO-Produzenten. Parallel soll die RFS-Quote 2026 (US-Beimischungspflichten) bis Anfang März final werden. Beides zusammen erhöht die erwartete Inlandsnachfrage nach Sojaöl und stützt damit den Sojabohnenmarkt.
Auf der US-Nachfrageseite bleibt der Crush hoch. Die NOPA-Zahlen sehen den Crush im Dezember nahe einem Rekordniveau. Das stabilisiert den Markt. Im Export fehlt ein Zusatzimpuls, nachdem für die Chinalieferungen von 12 Mio. t erfüllt ist. Die wöchentlichen Ströme gehen stärker in Richtung Mexiko, EU und sonstige als in die VR China. Mit dem Anlaufen der brasilianischen Ernte preist der Markt nun ein, dass sich der Fokus Chinas wieder in Richtung Südamerika verschiebt. Kurzfristig wirkten außerdem Logistikrisiken (Kälte, Eis auf dem Mississippi) und USD-Schwankungen auf die Wettbewerbsfähigkeit.
In Brasilien beschleunigt sich die Sojabohnenernte nach zähem Start; die Wetterlage begünstigt den Drusch und die Ernteprognosen wurden abermals heraufgesetzt. Manche Schätzungen rechnen mit über 182 Mio. t. Die jüngste Schätzung des USDA lag bei 178 Mio. t. Der frühe Fluss aus der laufenden Ernte in die Häfen erhöht bereits die Verfügbarkeit. Aus dem Markt werden vorab gebuchte Käufe Chinas von rund 23–25 Mio. t für Feb–Aug genannt. Das begrenzt das Aufwärtspotential der Kurse in Chicago.
Leicht festere Rapskurse in Paris
In Paris ist der Februar ausgelaufen; der neue Frontmonat Mai zog trotz volatiler Vorgaben um 2,50 EUR/t auf 477,5 EUR/t an. Treiber waren der Ölkomplex, die Zwischenrally im Rohöl und ein schwächerer Euro. Außerdem stützt weiterhin das Abkommen zwischen China und Kanada den Markt. So tastete sich der März-Kontrakt in Winnipeg wieder an die C$ 650/t-Marke heran, scheiterte aber mehrfach an dieser Hürde. Strukturell bleibt die EU-Saatversorgung komfortabel, sodass Paris selbst bei guter Öl-Stimmung eher schrittweise zulegen dürfte.
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Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau
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