Maiskurse in Chicago und Paris unter Druck
Die Maiskurse in Chicago gerieten zuletzt erstmals seit Beginn des Iran-Konflikts unter Druck. Am 01.04.2026 schloss der Mai-Kontrakt bei umgerechnet 154,1 EUR/t und damit 4,59 EUR/t niedriger als noch in der vergangenen Woche. Ausschlaggebend dafür war vor allem die insgesamt komfortable Versorgungslage am US-Markt.
Das USDA schätzt die US-Maislagerbestände zum 1. März 2026 auf 229 Mio. t. Damit liegen die Bestände rund 11 % über dem Vorjahresniveau und wirken preisdämpfend. Zusätzlichen Druck auf die Maiskurse übten zeitweise sinkende Rohöl- und US-Dollar-Notierungen aus, nachdem die US-Regierung eine mögliche Beendigung des Konflikts im Nahen Osten in Aussicht gestellt hatte.
Mittelfristig bleiben jedoch mehrere stützende Faktoren im Blick. So veranschlagt das USDA für 2026 eine US-Maisanbaufläche von umgerechnet 38,6 Mio. ha. Dies entspricht einem Rückgang um rund 3 % beziehungsweise 1,4 Mio. ha gegenüber 2025 und begrenzt das Produktionspotenzial der kommenden Ernte. Hinzu kommt, dass die Düngemittelpreise infolge der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus bereits seit Längerem erhöht sind. Verschärft wird die Lage zusätzlich durch Exportbeschränkungen wichtiger Anbieter wie China und Russland, die ihre heimische Versorgung absichern wollen. Damit steigen die Produktionskosten, was die Margen der US-Farmer belastet und die Kursentwicklung mittelfristig stützen kann.
Die neuen US-Beimischungsvorgaben für Biokraftstoffe wirken zudem indirekt nachfragestützend für Mais. Die weitere Entwicklung der Inlandsnachfrage nach Maisethanol hängt jedoch maßgeblich von einer gesetzlichen Freigabe höherer Ethanolbeimischungen in den Sommermonaten ab, über die der US-Kongress weiterhin verhandelt.
Paris: Maisnotierung weiter unter Druck
Auch in Paris bleibt der Maismarkt unter Druck. Der Juni-Termin notierte am 02.04.2026 bei 206,75 EUR/t und damit 1,75 EUR/t unter Vorwoche. Belastend wirkt vor allem die anhaltend starke Konkurrenz am Weltmarkt. Neben dem guten Angebotsbild in Südamerika sorgt auch die hohe Exportverfügbarkeit aus der Ukraine für Druck. Die ukrainischen Maisexporte beliefen sich im März auf 2,59 Mio. t und lagen damit 14 % über dem Vorjahresniveau. Hinzu kommt, dass die EU-Kommission für 2026 mit einer größeren Maisernte in der Union rechnet. Mit 61,4 Mio. t wird ein Produktionsanstieg von 5,3 % gegenüber dem Vorjahr erwartet. Damit fehlen dem Pariser Markt derzeit eigenständige stützende Impulse. Solange weder auf der Nachfrageseite noch bei den europäischen Ernteperspektiven neue Impulse entstehen, dürfte die Notierung anfällig für weitere Rücksetzer bleiben.
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