EU-Getreideernte 2026: Leichter Rückgang beim Weizen, Plus beim Mais
Die Getreideernte in der EU dürfte im Wirtschaftsjahr 2026/27 etwas kleiner ausfallen als im Vorjahr. In ihrer ersten Schätzung rechnet die EU-Kommission mit einer Gesamtproduktion von rund 278,1 Mio. t Getreide. Das entspricht einem Rückgang von 3,2 % gegenüber 2025, liegt aber weiterhin leicht über dem langjährigen Mittel von 276,4 Mio. t.
Den größten Anteil an der EU-Getreideerzeugung nimmt mit rund 45 % weiterhin Weichweizen ein. Die Produktion wird auf 125,9 Mio. t geschätzt, nach 134,2 Mio. t im Vorjahr. Die Anbaufläche bleibt mit 21,4 Mio. ha nahezu unverändert (-0,5 %), der Produktionsrückgang ist daher vor allem auf niedrigere Durchschnittserträge zurückzuführen. Diese dürften nach dem außergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahres mit 62,9 dt/ha wieder etwas sinken und 59,2 dt/ha erreichen, damit aber über dem langjährigen Mittel von 58,7 dt/ha bleiben. Witterungsbedingt spielten dabei regional überdurchschnittliche Niederschläge im Spätwinter eine Rolle, die insbesondere in Teilen Frankreichs zu gesättigten Böden und zeitweiliger Staunässe führten. Auch wenn bislang keine nennenswerten Schäden bestätigt sind, könnten solche Bedingungen das Ertragspotenzial begrenzen. Frankreich bleibt mit erwarteten 32,7 (33,3) Mio. t größter Erzeuger, gefolgt von Deutschland mit 22,2 (22,8) Mio. t.
Im Gegensatz dazu dürfte die Maisernte 2026 größer ausfallen als im Vorjahr. Mit 61,4 Mio. t wird ein Plus von 5,3 % erwartet, womit die Produktion gleichzeitig knapp 3 % über dem Fünfjahresmittel liegen würde. Die Anbaufläche bleibt mit 8,4 Mio. ha nahezu stabil. Ausschlaggebend für den Produktionszuwachs sind höhere Ertragserwartungen: Mit durchschnittlich 73,3 dt/ha dürften die Erträge deutlich über dem Vorjahresniveau von 68,8 dt/ha liegen. Begünstigt wird dies durch die derzeit noch überwiegend ausreichende Bodenfeuchte in vielen Anbauregionen, die – sofern sich in den kommenden Wochen trockenere Witterungsphasen einstellen – das Risiko von Trocken- und Hitzestress im weiteren Vegetationsverlauf mindern könnte. Frankreich bleibt mit 13,9 (13,4) Mio. t größter Produzent, vor Polen mit 9,2 (10,3) Mio. t.
Bei Gerste dürfte die Erzeugung trotz einer deutlichen Ausweitung der Anbaufläche um mehr als 11 % auf 11,1 Mio. ha zurückgehen. Die EU-weite Erzeugung wird auf 55,2 Mio. t geschätzt und läge damit 1,7 % unter dem Vorjahresergebnis. Ursache sind deutlich geringere Ertragserwartungen. Nach 56,2 dt/ha im Jahr 2025 dürften die durchschnittlichen Erträge 2026 nur noch rund 49,8 dt/ha erreichen und damit sogar leicht unter dem langjährigen Mittel liegen. Die witterungsbedingten Belastungen durch hohe Niederschläge und zeitweise vernässte Böden in wichtigen Anbauregionen – etwa in Frankreich, Teilen Deutschlands oder Südwesteuropas – dürften hier stärker ins Gewicht fallen als bei anderen Kulturen. Frankreich bleibt mit 11,5 (11,9) Mio. t größter Gerstenerzeuger, knapp gefolgt von Deutschland mit unveränderten 11,3 Mio. t sowie Spanien mit 8,9 (9,1) Mio. t.
Insgesamt bleibt die weitere Ertragsentwicklung stark von der Witterung in den kommenden Wochen abhängig. Während die teils hohen Bodenfeuchtewerte in vielen Regionen eine gute Ausgangsbasis für den weiteren Vegetationsverlauf darstellen, könnten anhaltend nasse Bedingungen lokal problematisch bleiben. Gleichzeitig zeichnet sich in Teilen Nord- und Osteuropas ein Niederschlagsdefizit ab, sodass dort mit Fortschreiten der Vegetation weiterer Regen notwendig sein wird, um die bislang überwiegend positiven Bestandsentwicklungen abzusichern.
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