Soja stabilisiert sich, Raps und Canola mit fester Tendenz
Die Sojabohnenkurse bewegen sich derzeit in einer engen Spanne, wobei es zuletzt leichte Aufwärtsimpulse gab. Insgesamt zeigt sich jedoch ein uneinheitliches Bild mit wechselnden Tagesbewegungen. An der Börse in Chicago schloss der Mai-2026-Termin am 21.04.2026 bei umgerechnet 366,71 EUR/t und damit mit einem Wochengewinn von 5,95 EUR/t. Auch der Juli-2026-Termin tendierte fester und ging bei 371,63 EUR/t aus dem Handel, ein Plus von 6,27 EUR/t gegenüber der Vorwoche.
Unterstützt erhält der Markt vor allem vom festen Rohölmarkt, der insbesondere Sojaöl verteuert und damit den gesamten Sojakomplex stützt. Hinzu kommen Wetterunsicherheiten in Teilen des US-Mittleren Westens. Wechselnde Niederschlagsmuster sorgen regional für Verzögerungen bei den Feldarbeiten und stützen die Kurse phasenweise.
Preisbegrenzend wirkt jedoch vor allem die sehr gute globale Versorgungslage. In Südamerika zeichnet sich weiterhin ein sehr großes Angebot ab. Die brasilianische Agrarbehörde Conab hat ihre Prognose für die Sojabohnenernte 2025/26 auf 179,2 Mio. t angehoben. Damit bleibt Brasilien ein starker Wettbewerber auf dem Weltmarkt. Dort ist die Ernte weit fortgeschritten, auch wenn nasses Wetter in Rio Grande do Sul die letzten Arbeiten regional verzögert.
Auch aus den USA kommen gemischte Signale: Die Aussaat kommt zügig voran und ist laut USDA bereits zu 12 % abgeschlossen. Die Aussaat liegt damit deutlich über dem Vorjahreswert von 7 %, auch wenn in Teilen des östlichen Corn Belt übermäßige Niederschläge die Feldarbeiten bremsen. Gleichzeitig belasten schwächere Sojaschrotpreise, enttäuschende Exportverkäufe und eine vorsichtigere Positionierung von Finanzinvestoren den Markt zusätzlich.
Fundamental bleibt die Lage damit zweigeteilt: Kurzfristig stützen Rohöl und Wetterrisiken, während das hohe globale Angebot die Aufwärtsbewegung begrenzt. Insgesamt bleibt der Markt kurzfristig leicht unterstützt, mittelfristig aber durch die Rekordversorgung gedeckelt.
Raps und Canola deutlich fester
An der Pariser Börse legten die Rapskurse zuletzt deutlich zu. Am 21.04.2026 schloss der Mai-2026-Kontrakt bei 517,75 EUR/t und damit 17,75 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Auch der August-2026-Termin legte zu und beendete den Handel bei 500,25 EUR/t, ein Plus von 8,00 EUR/t.
Der Kursanstieg in Paris ist dabei vor allem Ausdruck der zuletzt hohen Volatilität und sollte nicht überinterpretiert werden. Fundamental hat sich am Markt wenig geändert. Auch im Kassamarkt blieb es ruhig. Darauf deutet nicht zuletzt hin, dass die Prämien unverändert blieben. Eine breite fundamentale Neubewertung des Marktes ist daraus daher bislang nicht abzuleiten.
Sojabohnen, Rohöl und festere Canola-Notierungen in Winnipeg stützen die Kurse, taugen als alleinige Erklärung für den kräftigen Kursanstieg in Paris aber nur bedingt. Aus Händlersicht markiert die Bewegung vielmehr den Übergang in die Vermarktung der neuen Ernte. Die Vermarktung der alten Ernte ist weitgehend abgeschlossen, am Markt befinden sich nur noch Restbestände.
Auch die Canola-Kurse in Winnipeg tendierten zuletzt fester. Der Mai-2026-Kontrakt schloss am 21.04.2026 bei umgerechnet 448,66 EUR/t und damit 14,70 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Der Juli-Kontrakt legte ebenfalls zu und beendete den Handel bei 457,37 EUR/t.
Insgesamt wird das Marktgeschehen an den Ölsaatenmärkten derzeit stark von den Vorgaben der Pflanzenöl- und Energiemärkte bestimmt. Steigende Notierungen bei Sojaöl, Palmöl und Canola stützen ebenso wie festere Rohölpreise. Gleichzeitig sorgen geopolitische Risiken und wechselnde Kapitalströme immer wieder für Gegenbewegungen. Insgesamt bleibt das Marktgeschehen am Rapsmarkt ruhig. Der jüngste Kursanstieg an der Börse spiegelt daher bislang vor allem die Schwankungsanfälligkeit des Terminmarkts wider, weniger aber eine veränderte fundamentale Lage im physischen Markt.
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