Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojabohnen im Spannungsfeld – Raps fester

20.05.2026 (AMI) – Der Sojamarkt in Chicago schwankt zwischen der Hoffnung auf neue China-Importe und verhaltener US-Nachfrage. Gleichzeitig begrenzt die brasilianische Rekordernte die Kursspielraum. Raps profitiert von Impulse aus dem Rohöl- und Sojakomplex, bleibt jedoch in einem insgesamt unsicheren Marktumfeld.

Die Sojakurse zeigten sich in der vergangenen Woche volatil. An der Börse in Chicago schloss der Fronttermin Juli 2026 am 19.05.2026 bei umgerechnet 382,42 EUR/t, was auf Wochensicht einem Verlust von 1,55 EUR/t entspricht. Der Folgetermin August 2026 schloss bei 382,50 EUR/t und verzeichnete einen marginalen Gewinn von 0,09 EUR/t.

Die Marktstimmung wurde dabei vor allem durch neue Handelszusagen zwischen den USA und China gestützt, wonach China bis 2028 jährlich Agrarprodukte im Wert von mindestens 17 Mrd. USD erwerben will, zusätzlich zu bereits vereinbarten 25 Mio. t Sojabohnen pro Jahr. Dennoch bleibt die tatsächliche Nachfrage nach US-Ware bislang enttäuschend: Die US-Exporte liegen im aktuellen Wirtschaftsjahr mit rund 34 Mio. t deutlich unter dem Vorjahresniveau, und insbesondere die Lieferungen nach China sind mit gut 10 Mio. t spürbar rückläufig. Dies unterstreicht, dass die angekündigten Käufe bislang noch nicht in entsprechendem Umfang realisiert wurden. Gleichzeitig greifen chinesische Importeure verstärkt auf brasilianische Ware zurück, wodurch die strukturellen Wettbewerbsnachteile der USA weiter Marktanteile im Exportgeschäft sichtbar bleiben.

Brasilien erweist sich damit weiterhin als zentraler Faktor für den globalen Sojabohnenmarkt: Die Exporte erreichten im April mit 16,75 Mio. t ein neues Rekordniveau und lagen sowohl über dem Vormonat als auch über dem Vorjahr, während China seine Rolle als wichtigster Abnehmer mit steigenden Importmengen weiter festigte. Auch auf Jahressicht bestätigt sich diese Entwicklung, da Brasilien mit gut 40 Mio. t Exportvolumen die Vorjahreswerte übertrifft und China davon mit über 27 Mio. t den größten Anteil abnimmt. Zugleich wurde die Ernteprognose für 2025/26 vom USDA auf 180 Mio. t angehoben, was ein anhaltend hohes Angebot signalisiert. Insgesamt verdeutlicht dies das große Angebot an brasilianischen Sojabohnen, Dies begrenzt die Exportchancen der USA und deckelt die Kurse an der Börse in Chicago.

Raps in Paris fester, Canola bleibt unter Druck

An der Euronext in Paris schloss der Rapskontrakt August 2026 am 19.05.2026 bei 528,50 EUR/t und lag damit 6,50 EUR/t über Vorwoche, während der Folgetermin November 2026 mit einem Wochenzuwachs von 6,00 EUR/t bei 530,75 EUR/t auslief. Die Rapskurse zeigten sich im Wochenverlauf volatil. Zeitweise erhielten die Notierungen Unterstützung durch steigende Rohölkurse sowie Impulse aus dem Sojakomplex infolge neuer Nachfragehoffnungen im Zusammenhang mit dem US-China-Abkommen. Belastend wirkten hingegen nachgebende Rohölnotierungen, schwächere Sojapreise und anhaltende geopolitische Unsicherheiten.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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