Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Sojabohnen unter Druck – Raps profitiert vom Energiemarkt

27.05.2026 (AMI) – Während Sojabohnen an der Börse in Chicago durch verbesserte Anbaubedingungen und starken Wettbewerb aus Südamerika weiter unter Druck stehen, zeigen sich die Ölsaatenmärkte gespalten. Raps in Paris konnte sich zuletzt zeitweise erholen – unterstützt durch steigende Rohölkurse und festere Pflanzenölmärkte.

Die Sojabohnen-Futures gaben zuletzt nach, nachdem die US-Märkte am Montag aufgrund des Memorial-Day-Feiertags geschlossen waren und der Handel anschließend verhalten startete. An der Börse in Chicago schloss der Juli-2026-Kontrakt bei umgerechnet 374,54 EUR/t und lag damit 7,88 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Der Folgetermin August beendete den Handel mit einem Minus von 8,28 EUR/t bei 374,22 EUR/t. Parallel dazu notierten auch Sojaschrot und Sojaöl schwächer. Damit setzte sich die bereits zuvor beobachtete Schwäche im Sojakomplex fort.

Hauptgrund für die gedämpfte Marktstimmung sind die deutlich verbesserten Wachstumsbedingungen im US-amerikanischen Corn Belt. Die Niederschläge der vergangenen Wochen haben die Sorge vor Trockenstress insbesondere in den Kernanbaugebieten gemindert. Laut US Drought Monitor sind in den zentralen Sojaanbaugebieten Iowa und Illinois nur noch rund 2 % bis 4 % der Flächen von Dürre betroffen, was auf deutlich verbesserte Wachstumsbedingungen hindeutet. Die weiterhin hohe Dürrebetroffenheit in Teilen des erweiterten Mittleren Westens betrifft überwiegend Regionen mit geringerer Bedeutung für die Sojaproduktion und ist damit für den Markt weniger relevant.

Auch die Fundamentaldaten lieferten wenig Unterstützung. Die vom USDA veröffentlichten Exportzahlen zeigten für die Woche bis zum 21. Mai mit 571.600 t weitgehend stabile Verladungen gegenüber der Vorwoche (570.564 t). Auf Saisonbasis summierten sich die US-Sojabohnenexporte bislang jedoch nur auf 35,135 Mio. t und lagen damit rund 21 % unter der Vorjahresmenge von 44,367 Mio. t.

Zusätzlicher Druck kommt weiterhin vom globalen Angebot, insbesondere aus Südamerika. In Argentinien wurde die Ernteprognose zuletzt angehoben: Die Börse BAGE erwartet nun 50,1 Mio. t Sojabohnen (zuvor 48,6 Mio. t), gestützt durch höhere Ertragserwartungen. Die Ernte ist bereits zu rund 74,7 % abgeschlossen, wodurch zusätzliche Mengen auf den Weltmarkt gelangen.

Raps und Canola mit kurzfristiger Erholung

Auch im Rapskomplex ergaben sich neue Impulse. An der Euronext in Paris konnte der Fronttermin August 2026 am 26.05.2026 deutlich zulegen und schloss bei 524,75 EUR/t, was einem Tagesgewinn von 9,50 EUR/t entspricht. Auf Wochensicht verbleibt jedoch ein Minus von 3,75 EUR/t. Der Novembertermin zeigte ein ähnliches Bild und lag mit 528,50 EUR/t um 2,25 EUR/t unter dem Vorwochenniveau. Insgesamt wurde die kurzfristige Erholung vor allem von festeren Rohölkursen getragen, während das umfangreiche globale Ölsaatenangebot die Perspektiven weiterhin begrenzt.

Unterstützung kam dabei insbesondere vom Energiemarkt: Die Rohölkurse legten infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten um rund 2 % zu und verliehen dem gesamten Pflanzenölkomplex Auftrieb. So tendierte Palmöl zeitweise fester, wenngleich schwache Exportzahlen den Anstieg begrenzten.

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Beitrag von Kiki Verweel
Junior Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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