Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Mais: Chicago unter Druck, Paris leicht gestützt

28.05.2026 (AMI) – Die internationalen Maismärkte zeigen sich uneinheitlich. Während gute US-Aussichten preisdämpfend wirken, erhält der europäische Markt moderate Unterstützung.

Die Maiskurse in Chicago geben in dieser Woche deutlich nach. Der Juli-Kontrakt verlor 4,98 EUR/t und schloss am 27.05.2026 bei umgerechnet 153,09 EUR/t. Belastend wirkte weiterhin die fehlende Konkretisierung möglicher Kaufzusagen Chinas für US-Agrarprodukte. Zwar nannte die US-Regierung ein potenzielles Volumen von 17 Mrd. USD, aus Peking liegen bislang jedoch keine bestätigenden Angaben vor.

Auch der zügige Aussaatfortschritt in den USA signalisiert ein hohes Ertragspotenzial und belastet die Kurse. Mit 89 % der geplanten Fläche ist inzwischen der Großteil der Maisflächen bestellt, nach 76 % in der Vorwoche und weiter über dem langjährigen Durchschnitt. Die Bestandsentwicklung im Hauptanbaugebiet der USA, dem Corn Belt, verläuft ebenfalls zufriedenstellend. Rund 60 % der Flächen sind aufgelaufen, nach 39 % in der Vorwoche. Trockenes Wetter begünstigte ein gleichmäßiges und frühes Auflaufen der Bestände.

Im Zuge zeitweiliger Entspannungssignale im Iran-Konflikt gaben zuletzt auch die Rohölpreise nach und zogen die Maiskurse über die Bioethanolschiene mit nach unten. Maispreise reagieren häufig auf Rohölbewegungen, da Mais ein wichtiger Einsatzstoff für die Bioethanolproduktion ist.

Weiterhin preisstützend wirken sich die stetigen und umfangreichen US-Maisexporte aus. Mit 2,1 Mio. t in der Woche bis zum 14. Mai lagen die Exportmengen deutlich über den Markterwartungen.

Paris: Mais leicht fester trotz hoher Verfügbarkeit aus der Ukraine

Die Maiskurse an der Börse in Paris zeigten sich fester. Der Juni-Kontrakt stieg am 27.05.2026 auf 240,5 EUR/t und legte damit um 24 EUR/t zu. Der kräftige Preisanstieg ist vor allem auf geringe Liquidität und technische Eindeckungskäufe kurz vor Kontraktende zurückzuführen und spiegelt keine fundamentale Marktveränderung wider. Der aussagekräftigere August-Kontrakt zog ebenfalls an und schloss mit einem Plus von 4,5 EUR/t bei 223,25 EUR/t. Unterstützung kam von der nach unten revidierten Produktionsprognose der EU-Kommission, die die EU-Maisernte nun auf 60,35 Mio. t veranschlagt. Die Schätzungen von USDA (57,5 Mio. t) und IGC (59,0 Mio. t) liegen sogar noch darunter.

Die Maisaussaat in der Ukraine kommt nun gut voran. In der vergangenen Woche wurden etwa 0,6 Mio. ha bestellt, sodass sich die insgesamt ausgesäte Fläche bis zum 25.05.2026 auf 4,15 Mio. ha belief. Damit sind 94 % der geplanten Fläche bestellt, die Aussaat liegt jedoch infolge zu niedriger Bodentemperaturen rund eine Woche hinter dem Mehrjahresmittel zurück. Die Bedingungen für das Auflaufen waren zuletzt überwiegend günstig, begünstigt durch verbesserte Bodenfeuchte und ausreichend warme Bodentemperaturen.

Kernaussage

Die internationalen Maismärkte entwickeln sich uneinheitlich. In den USA belasten gute Aussaat- und Bestandsbedingungen sowie schwächere Rohölpreise die Kurse. In Paris sorgen gesenkte EU-Ernteprognosen für leichte Unterstützung.

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Beitrag von Calvin Fleischer
Junior Produktmanager Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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