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Kartoffelanbau in Deutschland leicht geschrumpft

02.06.2026 (AMI) – Destatis veranschlagt den Kartoffelanbau 2026 in einer ersten Schätzung auf gut 280.000 ha. Das sind „nur“ rund 7 % weniger als im Vorjahr. Möglicherweise wäre ein stärkerer Rückgang marktentlastend gewesen.

Am 19.05.2026 gab das Statistische Bundesamt (Destatis) die Ergebnisse der Befragung von Ernte- und Betriebsberichterstattern zum Anbau von Feldfrüchten im Jahr 2026 bekannt. Die eher als vorläufige Schätzung zu betrachtenden Angaben summieren sich für Kartoffeln auf ein deutschlandweites Areal von 280.400 ha, was gut 7 % weniger als im Vorjahr entspricht. Damit bliebe der Kartoffelanbau nahezu auf der Menge von 2024, als die Erntemengen bereits über dem Bedarf lagen. Ob dies 2026 erneut der Fall sein wird, hängt maßgeblich vom Ertragsniveau am Ende des Jahres ab.

In den Bundesländern gibt es einige Detaildaten, die aufgrund einer zu geringen Zahl an Meldungen womöglich nicht repräsentativ sind. Das gilt vor allem für den Südwesten. Weder ein Rückgang des Anbaus in Baden-Württemberg um 30 % noch von 23 % in der Pfalz erscheint realistisch. Sollten die übrigen Angaben belastbarer sein, könnte der Gesamtanbau sogar leicht über dem Umfang von 2024 liegen.

Niedersachsen, mit deutlich mehr Betrieben in der Umfrage und daher vergleichsweise repräsentativ, kommt auf einen Rückgang von 5 % auf 132.500 ha. Das dürfte für eine ausgeglichenere Marktlage im kommenden Jahr eher ein zu geringer Rückgang sein. In Bayern liegt das Minus sogar nur bei 2 %. Deutlich stärker fällt dagegen der Rückgang in Nordrhein-Westfalen mit minus 9 % aus, wo auf die besondere Situation in der Pommes-Herstellung reagiert wurde.

Es stellt sich die Frage, warum Kartoffelanbauer nicht deutlicher auf die wirtschaftliche Misere des laufenden Jahres reagiert haben. Dafür werden mehrere Gründe angeführt: Übrig gebliebene Speisekartoffeln könnten als günstiges Nachbaupflanzgut genutzt worden sein. Zudem sollen Maschinen und Lagerhallen wie gewohnt ausgelastet werden. Auch alternative Feldfrüchte bieten derzeit kaum attraktive Erlösperspektiven. Der Zuckerrübenanbau ging bereits im Vorjahr aufgrund des sinkenden Bedarfs der Zuckerhersteller um 10 % zurück und soll in dieser Saison weitere 12 % verloren haben.

Den Kartoffelmarkt in Gänze durchleuchtet die Markt Woche Kartoffeln oder Markt aktuell Kartoffeln.

Beitrag von Christoph Hambloch
Marktexperte Kartoffeln

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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