Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maiskurse in Chicago und Paris weiter unter Druck

11.06.2026 (AMI) – Der internationale Maismarkt bleibt von Abgabedruck geprägt. Überwiegend günstige Witterungsbedingungen in den USA sorgen für ein zunehmendes Angebot. Exporte und der Bioethanolsektor wirken zwar stabilisierend, reichen jedoch nicht aus, um die Kurse nachhaltig zu stützen.

Die Maiskurse in Chicago befinden sich weiter in der Abwärtsbewegung. Am 10.06.2026 schloss der Juli-Kontrakt bei umgerechnet 142,96 EUR/t und damit gegenüber der Vorwoche 3,31 EUR/t. Belastend wirkten erneut überwiegend günstige Wetterbedingungen im US-Corn Belt. Regelmäßige Niederschläge und warme Temperaturen förderten die Keimung sowie die frühe Bestandsentwicklung.

Unter diesen Bedingungen konnte die Aussaat um weitere 4 % auf 97 % der geplanten Fläche steigen. Damit liegt der Aussaatfortschritt 1 Prozentpunkt über dem Vorjahresniveau sowie über dem 5-Jahres-Mittel für Anfang Juni. Auch das Auflaufen der Maisflächen verlief wie geplant und stieg in der Woche bis zum 07.06.2026 um weitere 10 %. Mit 86 % der Gesamtflächen liegt der Bestandsaufgang auf dem Niveau des Vorjahres und des 5-Jahres-Mittels.

Die wöchentliche Bonitierung der Maisbestände blieb nahezu unverändert. Mit 67 % der Flächen in einem guten bis exzellenten Zustand liegt der Anteil nur knapp unter den 71 % des Vorjahres. Gleichzeitig ist der Anteil der Flächen in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand mit 6 % nur geringfügig höher als im Vorjahr (5 %).

Zusätzlich belasteten zuletzt sinkende Rohölpreise die Maiskurse. Nach dem Anstieg in der Vorwoche fielen diese wieder auf das Niveau von Ende Mai zurück. Die Bioethanolproduktion blieb mit rund 1,1 Mio. Barrel pro Tag jedoch stabil auf hohem Niveau. Gleichzeitig sanken die US-Ethanolbestände um 154.000 Barrel auf 24,4 Mio. Barrel und erreichten damit den niedrigsten Stand seit Januar, was den Kursdruck am Maismarkt begrenzte.

Paris: Terminkurse geben weiter nach, Ukraine-Exporte stützen

Der ausgelaufene JuniKontrakt schloss am 05.06.2026 bei 201,00 EUR/t und gab gegenüber der Vorwoche nochmals 4,50 EUR/t nach. Der AugustKontrakt notierte am 10.06.2026 bei 216,50 EUR/t und verzeichnete im Wochenvergleich ebenfalls ein Minus. Der europäische Markt profitiert importseitig grundsätzlich von hohen globalen Ernteerwartungen. Der zuletzt schwächere Euro verteuert jedoch die Einfuhren und dämpft diesen Effekt.

Die ukrainischen Maisexporte liegen in der laufenden Saison weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Bis Anfang Juni wurden rund 19,5 Mio. t ausgeführt. Das reduzierte Exportvolumen deutet auf ein geringeres Angebot aus der Ukraine hin und wirkt damit leicht stützend auf den internationalen Maismarkt.

Kernaussage

Die internationalen Maismärkte bleiben unter Abgabedruck. In den USA belasten überwiegend günstige Witterungsbedingungen, ein zügiger Aussaat- und Auflaufverlauf sowie gute Bestandsbewertungen die Kurse, auch wenn eine robuste Exportnachfrage, stabile Ethanolproduktion und sinkende Lagerbestände die Abwärtsbewegung zuletzt begrenzen. In Paris geben die Terminkurse weiter nach, wobei das unter dem Vorjahresniveau liegende Exportvolumen der Ukraine die Abwärtsbewegung leicht abdämpft.

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Beitrag von Calvin Fleischer
Junior Produktmanager Pflanzenbau

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