Raps und Canola im Aufwind – Soja unter Druck
Die Sojabohnenkurse bewegen sich derzeit im Spannungsfeld zwischen verbesserten Ertragsaussichten in den USA und einer weiterhin lebhaften Exportnachfrage. An der Börse in Chicago schloss der August-2026-Kontrakt am 11.08.2026 bei umgerechnet 365,33 EUR/t und damit 3,19 EUR/t unter Vorwochenniveau. Der September-2026-Kontrakt notierte mit 366,60 rund 1,92 EUR/t unter der Vorwoche.
Belastend wirken vor allem die deutlich günstigeren Wetterbedingungen im Mittleren Westen der USA. Nach Hitze- und Trockenphasen im Juli haben Regenfälle und mildere Temperaturen die Wachstumsbedingungen spürbar verbessert. Laut USDA hatten Anfang August bereits 93 % der Bestände die Blüte abgeschlossen und 74 % Hülsen angesetzt, was fünf Prozentpunkte über dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Die Bestandsbewertung sank zwar leicht auf 62 % gute bis ausgezeichnete Bestände, die Ernteaussichten bleiben insgesamt jedoch günstig.
Auf der Nachfrageseite sorgt insbesondere China weiterhin für Unterstützung. Das USDA meldete zuletzt Sojabohnenverkäufe von insgesamt 0,50 Mio. t an chinesische Käufer. Zudem lagen die US-Exportinspektionen bei 0,40 Mio. t und damit 15 % über dem Niveau der Vorwoche. Händler berichten darüber hinaus von weiteren Käufen von mindestens zehn Schiffsladungen. Insgesamt soll China bereits rund 6 Mio. t US-Sojabohnen für das kommende Vermarktungsjahr kontrahiert haben.
Vor dem aktuellen USDA-Bericht rechnet der Markt zudem mit einer leichten Anhebung der US-Sojafläche auf 34,2 Mio. ha. Gleichzeitig werden die US-Endbestände für 2025/26 auf rund 8,7 Mio. t und für 2026/27 auf etwa 8,3 Mio. t geschätzt und liegen damit jeweils unter den bisherigen Prognosen. Dies verleiht den Notierungen zusätzlichen Rückhalt.
Brasilien bleibt jedoch ein starker Wettbewerber auf dem Weltmarkt. Nach einer Rekordernte von rund 180,6 Mio. t könnten die brasilianischen Sojabohnenexporte 2026 mit 116,3 Mio. t einen neuen Höchststand erreichen. Allein im ersten Halbjahr exportierte Brasilien 48,3 Mio. t Sojabohnen nach China. Die hohe Verfügbarkeit brasilianischer Ware begrenzt damit das Aufwärtspotenzial am Weltmarkt.
Insgesamt stehen den verbesserten US-Ertragsaussichten eine robuste chinesische Nachfrage sowie rückläufige US-Lagerbestände gegenüber. Die weitere Kursentwicklung dürfte daher maßgeblich von den endgültigen USDA-Zahlen und der Witterung während der für die Ertragsbildung entscheidenden Augustphase abhängen.
Rapskurse von festen Pflanzenöl- und Energiemärkten gestützt
Die Rapskurse wurden in der vergangenen Woche vor allem von den festeren Rohöl- und Pflanzenölmärkten gestützt. Die Unsicherheiten rund um eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus sorgten für steigende Energiepreise und stärkten damit die Nachfrageerwartungen im Biodieselsektor. Zusätzliche Unterstützung kam von der robusten Palmölnachfrage in Asien sowie von der insgesamt festen Stimmung im Ölsaatensektor. Belastend wirkte hingegen die Anhebung der französischen Rapsernteschätzung auf 4,71 Mio. t, womit die Ernte über dem Vorjahresniveau liegt. An der Euronext schloss der November-2026-Kontrakt am 11.08.2026 bei 534,75 EUR/t und damit 16,00 EUR/t über Vorwochenniveau. Auch der Februar-2027-Kontrakt konnte binnen einer Woche um 16,25 auf 536,25 EUR/t zulegen.
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