Deutschland | Raps | Ernte

Deutsche Rapsernte enttäuscht regional

27.08.2026 (AMI) – Hitze und Trockenheit limitierten das Ertragspotenzial für Raps in weiten Teilen Deutschlands. Vor diesem Hintergrund dürfte die Ernte hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurückbleiben.

Die Rapsernte 2026 ist in Deutschland weitgehend abgeschlossen. Die bislang vorliegenden Ergebnisse fallen regional sehr unterschiedlich aus, bleiben insgesamt jedoch in vielen Gebieten hinter den Erwartungen zurück. Ausschlaggebend dafür ist die ausgeprägte Hitze und Trockenheit über die Sommermonate, welche das Ertragspotenzial merklich schmälerten. Vor allem in Nord-, Ost- und Teilen Süddeutschlands werden vielfach nur durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Hektarerträge gemeldet.

Besonders aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg sowie aus Baden-Württemberg und Südbaden kommen enttäuschende Rückmeldungen. In Mecklenburg-Vorpommern liegen die Durchschnittserträge bislang mit rund 25 dt/ha teils deutlich unter den ursprünglich erwarteten Mengen. Auch aus weiteren östlichen Bundesländern werden schwächere Ergebnisse gemeldet. In Niedersachsen-Ost sorgen darüber hinaus unterdurchschnittliche Ölgehalte für zusätzliche Vermarktungsprobleme.

Das Statistisch Bundesamt geht aktuell von einem Erntevolumen von insgesamt 3,8 Mio. t aus, was gut 5 % weniger wäre als noch 2025. Der DRV geht von 3,7 Mio. t aus, der DBV stellt dagegen lediglich 3,3 Mio. t in Aussicht.

Die insgesamt eher schwachen Erträge wirken sich auch auf das Vermarktungsverhalten aus. Angesichts der Einbußen und bereits erfolgter Vorverkäufe zeigen sich Erzeuger gebietsweise nur begrenzt verkaufsbereit. Anders als saisonüblich blieb der preisbelastende Einfluss der Ernte bislang weitgehend aus. Entsprechend wurden dagegen andernorts Partien direkt aus der Ernte vermarktet.

Winterrapsaussaat nimmt Fahrt auf

Zunehmend rückt daneben auch die Aussaat der kommenden Ernte in den Fokus. Die anhaltende Trockenheit in den zurückliegenden Wochen erschwerte in vielen Regionen die Bodenbearbeitung und bremste die Aussaat von Winterraps. Die jüngsten Niederschläge haben die Bodenfeuchte jedoch merklich verbessert, sodass die Arbeiten Ende August vielerorts zügig voranschreiten. In einigen Regionen stehen sie sogar bereits kurz vor dem Abschluss. In trockeneren Gebieten wird jedoch weiterhin auf zusätzliche Niederschläge gehofft.

Beitrag von Nadja Pooch
Produktmanagerin Pflanzenbau

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