Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurse in Paris und Chicago drehen ins Minus

10.09.2026 (AMI) – Nach den kräftigen Aufschlägen der Vorwochen setzen die Weizennotierungen in Paris und Chicago zur Korrektur an. Vor allem in Chicago fallen die Wochenverluste deutlich aus.

Die Weizenkurse in Paris können die Aufwärtsbewegung der vorigen drei Wochen nicht fortsetzen. Am 09. September schloss der Fronttermin, der November-Kontrakt bei 234,25 EUR/t und damit 10,00 EUR/t unter Vorwochenniveau. Auch Folgetermine der Ernte 26 geben spürbar nach und verloren bis zu 12,00 EUR/t. Der Kontrakt der Ernte 27 büßte ebenfalls ein und notierte zuletzt bei 234,50 EUR/t, was einem Wochenminus von 7,50 EUR/t entspricht.

Ausschlaggebend für die schwächere Tendenz war vor allem eine veränderte Nachrichtenlage rund um den Ukraine-Krieg. Nachdem die Börse in den Vorwochen noch stark von den massiven Störungen der Schwarzmeerexporte und den damit verbundenen Versorgungsrisiken gestützt worden war, führten in dieser Woche diplomatische Bemühungen um ein Kriegsende zu Gewinnmitnahmen und vorsichtigerer Marktbewertung. Insbesondere Berichte über neue Gesprächsinitiativen sowie das Telefonat zwischen dem US-amerikanischen und dem russischen Präsidenten lenkten den Fokus zeitweise auf die Möglichkeit einer politischen Entspannung. Schon die Aussicht auf eine teilweise Normalisierung der Exportströme aus der Schwarzmeerregion reichte aus, um den zuvor stark überkauften Markt unter Druck zu setzen.

Allerdings blieb die Abwärtsbewegung begrenzt, da sich an der fundamentalen Unsicherheit im Kern nur wenig geändert hat. Die Angriffe auf Häfen und Schifffahrt in der Schwarzmeerregion dauern an, und eine tatsächliche Wiederaufnahme russischer und ukrainischer Seeverladungen ist weiterhin nicht absehbar. Entsprechend reagieren die Märkte derzeit äußerst sensibel auf jede diplomatische Schlagzeile. Bereits kleinere Hoffnungszeichen auf eine Annäherung lösen Kursrückgänge aus, während ausbleibende Fortschritte oder neue Angriffe rasch wieder stützende Wirkung entfalten.

Zusätzlichen Druck auf die Notierungen übte die internationale Nachfrageseite aus. Die Absage der saudischen Weizenausschreibung über 535.000 t machte deutlich, dass das zwischenzeitlich erreichte Preisniveau für viele Importeure nur schwer akzeptabel ist. Händler werteten dies als Zeichen dafür, dass hohe Preise Käufe bremsen und einzelne Nachfrager zunächst an die Seitenlinie treten. Damit fehlte ein wichtiger Impuls, um die Pariser Kurse auf dem erhöhten Niveau weiter nach oben zu treiben.

US-Weizenkurse können Aufwärtsbewegung ebenfalls nicht fortsetzen

In Chicago fällt das Wochenminus noch deutlicher aus als in Paris. Der September-Kontrakt verfehlt mit umgerechnet rund 224,26 EUR/t das Vorwochenniveau um 15,24 EUR/t. Auch die späteren Termine stehen klar unter Druck und büßen auf Wochensicht bis zu 16,43 EUR/t ein.

Nach wochenlanger Aufwärtsbewegung setzte in der aktuellen Berichtswoche eine ausgeprägte Korrektur ein. Vor allem nach der vorangegangenen Rallye nutzten viele Marktteilnehmer das erhöhte Kursniveau für Gewinnmitnahmen. Entsprechend gerieten die Notierungen unter deutlichen Verkaufsdruck. Zwar kam es zwischenzeitlich zu einer technischen Gegenbewegung, insgesamt überwog im Wochenvergleich jedoch klar die schwächere Tendenz.

Stützend wirkten dagegen einzelne Nachfrageimpulse aus dem Importgeschäft. So wurde unter anderem über südkoreanische Ausschreibungen für Mahlweizen berichtet, zudem bleibt die internationale Versorgungslage insgesamt angespannter als in der Saison 2025/26.

Wie entwickelten sich die Kursverläufe für Mais? Und was sind die relevanten Einflussfaktoren der Getreidemärkte? Aktuelle Marktlagen, Hintergrundwissen und detaillierte Analysen finden Sie unter   Markt aktuell Getreide. Nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im   Shop   und sichern sich noch heute Ihren Zugang zum Expertenwissen!

Beitrag von Svenja Herrmann
Produktmanagerin Pflanzenbau

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Weizen

Weizenkurse in Paris und Chicago wieder fester

08.10.2026 (AMI) – Paris profitierte zusätzlich vom schwächeren Euro, während in Chicago vor allem die gestiegene geopolitische Risikoprämie trug. Dass die Kurse zuletzt wieder nachgaben, verweist auf einen weiterhin gut versorgten Weltmarkt.   Mehr

Welt | Ölsaaten | Kursentwicklung für Soja und Raps

Soja im Aufwind – Raps und Canola driften auseinander

07.10.2026 (AMI) – Die Sojabohnenkurse in Chicago legen spürbar zu und werden vor allem von Verzögerungen bei der US-Ernte, einer langsamen Aussaat in Brasilien sowie einer robusten Exportnachfrage gestützt. Die Rapskurse in Paris geraten dagegen durch die anhaltend schwache Nachfrage in Europa und nachgebende Rohölkurse unter Druck. Canola in Winnipeg hat sich nach zwischenzeitlichen Verlusten wieder erholt.   Mehr

Welt | Getreide | Kursentwicklung für Mais

Maismarkt: US-Lagerbestände belasten Maiskurse spürbar

01.10.2026 (AMI) – Die Maiskurse in Chicago und Paris gaben zuletzt deutlich nach. Während in den USA hohe Bestände und fehlende China-Impulse belasteten, wurde in der EU die Ernteprognose erneut nach unten korrigiert.   Mehr