Weizenkurse in Paris und Chicago drehen ins Minus
Die Weizenkurse in Paris können die Aufwärtsbewegung der vorigen drei Wochen nicht fortsetzen. Am 09. September schloss der Fronttermin, der November-Kontrakt bei 234,25 EUR/t und damit 10,00 EUR/t unter Vorwochenniveau. Auch Folgetermine der Ernte 26 geben spürbar nach und verloren bis zu 12,00 EUR/t. Der Kontrakt der Ernte 27 büßte ebenfalls ein und notierte zuletzt bei 234,50 EUR/t, was einem Wochenminus von 7,50 EUR/t entspricht.
Ausschlaggebend für die schwächere Tendenz war vor allem eine veränderte Nachrichtenlage rund um den Ukraine-Krieg. Nachdem die Börse in den Vorwochen noch stark von den massiven Störungen der Schwarzmeerexporte und den damit verbundenen Versorgungsrisiken gestützt worden war, führten in dieser Woche diplomatische Bemühungen um ein Kriegsende zu Gewinnmitnahmen und vorsichtigerer Marktbewertung. Insbesondere Berichte über neue Gesprächsinitiativen sowie das Telefonat zwischen dem US-amerikanischen und dem russischen Präsidenten lenkten den Fokus zeitweise auf die Möglichkeit einer politischen Entspannung. Schon die Aussicht auf eine teilweise Normalisierung der Exportströme aus der Schwarzmeerregion reichte aus, um den zuvor stark überkauften Markt unter Druck zu setzen.
Allerdings blieb die Abwärtsbewegung begrenzt, da sich an der fundamentalen Unsicherheit im Kern nur wenig geändert hat. Die Angriffe auf Häfen und Schifffahrt in der Schwarzmeerregion dauern an, und eine tatsächliche Wiederaufnahme russischer und ukrainischer Seeverladungen ist weiterhin nicht absehbar. Entsprechend reagieren die Märkte derzeit äußerst sensibel auf jede diplomatische Schlagzeile. Bereits kleinere Hoffnungszeichen auf eine Annäherung lösen Kursrückgänge aus, während ausbleibende Fortschritte oder neue Angriffe rasch wieder stützende Wirkung entfalten.
Zusätzlichen Druck auf die Notierungen übte die internationale Nachfrageseite aus. Die Absage der saudischen Weizenausschreibung über 535.000 t machte deutlich, dass das zwischenzeitlich erreichte Preisniveau für viele Importeure nur schwer akzeptabel ist. Händler werteten dies als Zeichen dafür, dass hohe Preise Käufe bremsen und einzelne Nachfrager zunächst an die Seitenlinie treten. Damit fehlte ein wichtiger Impuls, um die Pariser Kurse auf dem erhöhten Niveau weiter nach oben zu treiben.
US-Weizenkurse können Aufwärtsbewegung ebenfalls nicht fortsetzen
In Chicago fällt das Wochenminus noch deutlicher aus als in Paris. Der September-Kontrakt verfehlt mit umgerechnet rund 224,26 EUR/t das Vorwochenniveau um 15,24 EUR/t. Auch die späteren Termine stehen klar unter Druck und büßen auf Wochensicht bis zu 16,43 EUR/t ein.
Nach wochenlanger Aufwärtsbewegung setzte in der aktuellen Berichtswoche eine ausgeprägte Korrektur ein. Vor allem nach der vorangegangenen Rallye nutzten viele Marktteilnehmer das erhöhte Kursniveau für Gewinnmitnahmen. Entsprechend gerieten die Notierungen unter deutlichen Verkaufsdruck. Zwar kam es zwischenzeitlich zu einer technischen Gegenbewegung, insgesamt überwog im Wochenvergleich jedoch klar die schwächere Tendenz.
Stützend wirkten dagegen einzelne Nachfrageimpulse aus dem Importgeschäft. So wurde unter anderem über südkoreanische Ausschreibungen für Mahlweizen berichtet, zudem bleibt die internationale Versorgungslage insgesamt angespannter als in der Saison 2025/26.
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