Maiskurse: Chicago schwächer, Paris fester
An der Börse in Chicago standen die Maisnotierungen in der Berichtswoche weiter unter Druck. Der meistgehandelte März-Kontrakt fiel im Wochenvergleich umgerechnet von 142,60 auf 141,45 EUR/t. Belastend wirkte vor allem das weiterhin komfortable globale Angebotsumfeld. Der Internationale Getreiderat (IGC) schätzt die weltweite Maisproduktion 2025/26 inzwischen auf rund 1,31 Mrd. t und damit deutlich höher als noch im Herbst. Auch die jüngsten USDA-Zahlen zu US-Ernte und Lagerbeständen bestätigten eine sehr hohe Verfügbarkeit.
Gleichzeitig blieb der Markt jedoch nach unten abgesichert. Die Nachfrage nach US-Mais zeigte sich weiterhin lebhaft: Das USDA bestätigte in dieser Woche US-Maisverkäufe von insgesamt rund 0,35 Mio. t für 2025/26, darunter 150.000 t nach Kolumbien sowie 195.000 t an unbekannte Abnehmer.
Der Blick richtete sich auch nach Südamerika. In Argentinien sorgten zuletzt begrenzte und ungleichmäßig verteilte Niederschläge in den Pampas für neue Ertragssorgen, nachdem weite Teile des Monats Januar sehr trocken verliefen. Diese Wetterrisiken wirkten kurzfristig stabilisierend. Insgesamt überwog in Chicago jedoch die Aussicht auf ein großes globales Angebot, sodass Aufwärtsbewegungen rasch auf Verkaufsinteresse trafen. Nach dem kräftigen Kursrutsch der Vorwoche fehlten damit weiterhin neue, nachhaltige Impulse.
Ein möglicher Impuls könnte dagegen aus den USA kommen: Medienberichten zufolge soll in den laufenden Verhandlungen zu einem parteiübergreifenden Haushalts-/Finanzpaket erneut eine Regelung für den ganzjährigen Verkauf von E15-Benzin (15 % Ethanol) verankert werden. Ob und in welcher Form das kommt, ist offen. Eine Entscheidung wird vor dem 30.01.2026 erwartet. Sollte die Freigabe erfolgen, würde das den inländischen Ethanolabsatz stützen und damit die Maisnachfrage tendenziell erhöhen.
Paris: Regionale Faktoren und Wechselkurs stützen
An der Euronext entwickelte sich der Maismarkt deutlich fester. Der Frontkontrakt März legte im Wochenvergleich von 188,75 auf 192,75 EUR/t zu. Stützend wirkten vor allem Faktoren in Europa. Zum einen ist das Angebot aus heimischer Produktion spürbar geringer als im Vorjahr. Zum anderen spielte der Wechselkurs eine zentrale Rolle: Der bis Ende vergangener Woche schwächere Euro verteuerte Maisimporte aus Übersee und wirkte damit stützend auf die EU-Notierungen.
Hinzu kommt, dass sich der europäische Markt stärker von den globalen Angebotsimpulsen abkoppelte als Chicago. Während dort die Rekordernte in den USA direkt auf die Notierungen drückte, wurden diese Effekte in Paris durch Importkosten und Regionalfaktoren überlagert. Vor diesem Hintergrund stiegen die Kurse an der Euronext.
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Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau
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