Maiskurse: Währung stützt Paris, Chicago bleibt volatil
An der CBoT bewegten sich die Maisnotierungen im Wochenverlauf uneinheitlich. Belastend wirkten schwächere Weizenkurse und Verkäufe aus der Landwirtschaft, während Energiepreise, technische Käufe und die Exportseite stützten. Der kaum noch gehandelte MärzKontrakt schloss am 04.03.2026 umgerechnet bei 145,92 EUR/t und damit leicht über dem Niveau der Vorwoche (143,83 EUR/t). Der liquidere MaiKontrakt legte ebenfalls zu und schloss zuletzt bei umgerechnet 149,97 EUR/t. Ein Teil des Kursanstiegs ist allerdings auf den schwächeren Euro zurückzuführen.
Der IranKonflikt lieferte dem Maismarkt bislang keinen eigenständigen fundamentalen Impuls und trat zuletzt im Zuge der schwächere Weizenkurse eher in den Hintergrund. Über anhaltend hohe Energiepreise wirkt er jedoch weiterhin indirekt unterstützend auf den Maismarkt, da Mais in den USA stark mit der Bioethanolproduktion verknüpft ist. Für nachhaltige Kursbewegungen bleiben Wetter, Flächenentwicklung und Exportdynamik entscheidend.
Fundamental bleibt die Exportnachfrage der zentrale Preistreiber in den USA. Das USDA meldete in der Berichtswoche mehrere Einzelverkäufe, darunter 257.000 t sowie weitere 196.000 t USMais an unbekannte Bestimmungsorte. Hinzu kam zuletzt ein weiterer Verkauf über 125.000 t. USMais bleibt damit preislich wettbewerbsfähig und notiert aktuell günstiger als Ware anderer großer Exportnationen. Die Exportdynamik sorgte insbesondere bei den vorderen Kontrakten für Unterstützung – auch wenn die wöchentlichen Exportverkäufe zuletzt mit 697.489 t das niedrigste Niveau seit sieben Wochen markierten.
Der Blick richtet sich zunehmend auf die neue USSaison. Die vom USDA zuletzt veröffentlichten Flächenschätzungen sowie niedrige Preisansätze für die Ernteversicherung 2026 verstärken die Erwartung rückläufiger Maisflächen. Damit reagiert der Markt sensibler auf jede Meldung, die das Produktionspotenzial 2026 beeinflussen könnte.
Paris: Schwacher Euro stützt Kurse
An der Euronext zogen die Maisnotierungen erst deutlich an, um dann wieder nachzugeben. Der kaum gehandelte MärzKontrakt verbuchte im Wochenvergleich ein deutliches Plus von 11,50 EUR/t und schloss am 04.03.2026 bei 204,00 EUR/t. Der maßgebliche JuniKontrakt legte im selben Zeitraum um 8,50 EUR/t auf 201,25 EUR/t zu. Die feste Vorgabe aus Chicago war ein wichtiger Impuls. Zusätzlich wirkten europäische Angebots und Währungsfaktoren preisstützend: Das EUAngebot ist strukturell enger (kleinere EUErnte, hohe Importabhängigkeit), sodass der Terminmarkt sensibler auf Importkosten reagiert. Ein schwächerer Euro verteuert Importmais und erhöht den Binnenwert der Ware. Das stützt die Notierungen in Paris, selbst wenn Chicago im Kern weiterhin vom global reichlichen Angebot gedeckelt wird. Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit über die Auswirkungen der Kälteperiode in Osteuropa und der Ukraine, die den Start der Frühjahrsaussaat verzögern könnte.
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Leif Erik Rehder
Bereichsleiter Pflanzenbau
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