Maiskurse: Chicago stabilisiert sich, Paris weiter unter Druck
Die Maiskurse in Chicago konnten ihren dreiwöchigen Abwärtstrend wieder unterbrechen. Am 15.04.2026 schloss der Mai-Kontrakt bei umgerechnet 150,81 EUR/t und damit 0,39 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Mehr Aufmerksamkeit erhielt zuletzt der Wettermarkt.
Unterstützung für die Maiskurse kam diese Woche von den Regenfällen in der Corn-Belt-Region der USA. Anfangs wurden diese noch als vorteilhaft für die von Dürre beanspruchte Bodenfeuchte angesehen. Mittlerweile verzögern sie aber die Aussaat und Feldarbeiten und gefährden einen optimalen Vegetationsverlauf. Die anhaltenden Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus und die damit verbundenen Risiken für Energie- und Düngermärkte stützen die Kursbewegung zusätzlich.
Dem entgegen wirken die reichlichen US- und Weltmaisbestände, von denen letztere vom USDA in der vergangenen Woche erneut angehoben wurden. Auch die erhöhte Schätzung der Ernte in Argentinien erweitert das Angebot auf dem Weltmarkt und wirkt kursbelastend. Spekulative Fonds erzeugten durch Verkäufe ihrer-Long Positionen zusätzlichen Verkaufsdruck. Fallende Rohölpreise wirkten durch die Bioethanolkopplung belastend, konnten den Aufwärtstrend aber nicht maßgeblich beeinflussen.
Die wöchentlichen Exportverkäufe der Woche bis zum 2. April beliefen sich auf 1,4 Mio. t und lagen damit im Rahmen der Erwartungen von Experten. Interessant sind zusätzliche Verkäufe von 316.000. t Mais an Mexiko mit Lieferungen verteilt auf die Jahre 2025-2028. Der Markt interpretiert das als Absicherung gegen steigende Düngemittelkosten.
Paris: Hohe globale Maisbestände drücken die Preise
Der Pariser Maismarkt tendiert im Gegensatz zu Chicago schwächer. Der Juni-Kontrakt fällt im Wochenvergleich um 1 EUR/t auf 205,5 EUR/t. Die vom USDA bestätigten hohen globalen Maisbestände unterstreichen die komfortable globale Versorgungslage. In der stark importabhängigen EU wirkt sich dies deutlich kursdrückend aus.
Der Krieg im Iran könnte die ukrainischen Exporte deutlich belasten. Steigende Energie-, Produktions- und Logistikkosten infolge gestörter Öllieferungen über die Straße von Hormus schwächen die Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Agrarprodukte. Gleichzeitig sorgen Unsicherheit und mögliche Nachfragerückgänge auf den Weltmärkten für Risiken bei Exportvolumen und Erlösen.
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Calvin Fleischer
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